Gericht bestellt Sonderverwalter

“Mafia-Infiltration” bei Deutscher-Bahn-Enkelin in Italien

Mittwoch, 18. Mai 2022 | 06:15 Uhr

Ein Gericht in Mailand hat nach Ermittlungen wegen Mafia-Verwicklungen eines Subunternehmers einen Sonderverwalter für die Deutsche-Bahn-Tochter Schenker Italiana bestellt. Die italienische Finanzpolizei und die Carabineri teilten mit, die Zwangsmaßnahmen richteten sich gegen zwei Unternehmen. Rai-News berichtete am Dienstag von einer “Mafia-Infiltration” durch die kalabrische ‘Ndrangheta unter anderem rund um Schenker Italiana.

Die Anordnung des Gerichts gilt zunächst für ein Jahr. Die Ermittlungen betreffen weder das gegenwärtige Management noch das Unternehmen selbst, teilten die Behörden mit. Das Unternehmen wurde jedoch wegen möglicher Einflussnahmen von außen unter Sonderverwaltung gestellt. Zahlreiche Hausdurchsuchungen fanden laut “La Stampa” statt.

Ein Schenker-Sprecher sagte, das Unternehmen habe von Vorwürfen im Zusammenhang mit einem Subunternehmer von Schenker Italiana gehört. “Wir unterstützen die Behörden in vollem Umfang.” Schenker beschäftigt in Italien mehr als 1.400 Mitarbeiter, macht einige hundert Millionen Euro Umsatz im Jahr.

Die Ermittlungen wurden im April 2020 eingeleitet. Dabei geht es um die Verbindungen eines Mafiabosses der ‘Ndrangheta zu italienischen Transportunternehmen.

Begonnen hatte laut italienischen Medien alles mit der Sicherstellung von 30 Kilo Kokain im Hafen von Dover an der englischen Grenze im März 2020, versteckt in einer Ladung Lebensmittel von Schenker Italia an dessen dortiger Niederlassung. Die Ladung gehörte dem Einzelunternehmen einer Italienerin, deren Mann Verbindungen zum sogenannten Mancuso-Clan haben soll. Diese Firma wiederum bekam zwischen 2017 und 2021 Aufträge von Schenker Italia in der Höhe von zwei Millionen Euro, schreibt “La Stampa”.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz