Salzwasser drang in die Markusbasilika ein

Markusbasilika und Miro-Wandteppiche in Venedig beschädigt

Dienstag, 30. Oktober 2018 | 17:18 Uhr

Das Hochwasser in Venedig hat der weltberühmten Markusbasilika Schäden zugefügt. Der antike Mosaik-Fußboden in Marmor wurde von Salzwasser überschwemmt. Wasser drang auch in das Baptisterium und in die Kapelle Zen ein. Auch zwei Wandteppiche des Künstlers Joan Miro, die in Venedig hätten ausgestellt werden sollen, sind nach den Unwettern beschädigt worden.

Das Wasser erreichte in der Markusbasilika auch die byzantinischen Bronzetore und die Säulen, teilten die Behörden in Venetien mit. “In 24 Stunden ist die Markusbasilika um 20 Jahre gealtert”, betonte Carlo Alberto Tesserin, der für die Basilika zuständig ist. Im neuen Jahrtausend wurde die Basilika zum zweiten Mal überschwemmt. Die Überschwemmung vom Montag war die fünfte in der tausendjährigen Geschichte der Basilika.

Seit Mai sind Arbeiten für ein System zum Schutz des Markusplatzes im Gange. Damit sollen die Überschwemmungen drastisch reduziert werden, die jährlich das Fundament der Markusbasilika gefährden. Die Kanalisation rund um den Markusplatz soll geschlossen und der Platz mit einem hydraulischen System trockengelegt werden. Ziel sei in erster Linie der Schutz des Mosaikbodens der Markusbasilika. Der Eingang des im Jahr 1063 errichteten Wahrzeichens von Venedig ist der tiefste Punkt des gesamten Stadtkerns. Bisherige Pläne zum Schutz des Markusplatzes wurden nie konkretisiert.

Zwei Wandteppiche des Künstlers Joan Miro (1893-1983), die im Rahmen einer Schau in Venedig hätten ausgestellt werden sollen, wurden nach den Unwettern dieser Tage in der Lagunenstadt ebefalls beschädigt. Infolge des Hochwassers kam es zu Problemen mit der Toilette im zweiten Stockwerk des Palazzo Zaguri, in dem die Ausstellung mit Wandteppichen großer Künstler am Donnerstag eingeweiht werden soll.

Wasser drang nachtsüber von den Toiletten in den zweiten Stock ein und beschädigte die Wandteppiche, die sich noch in Schachteln befanden. Jeder der beiden Teppiche sei mindestens eine halbe Million Euro Wert, teilten die Organisatoren der Schau “Da Kandisky a Botero, tutti in un filo” (Von Kandisky bis Botero, alles in einem Faden). Die Organisatoren der Schau wendeten sich an eine Wandteppich-Manufaktur im piemontesischen Asti, die die vom Salzwasser durchdrungenen Wandteppiche trocknen und säubern soll.

“Wir hoffen, dass wir die Wandteppiche retten und sie bald ausstellen können. Wir hätten nicht mit einem derartigen Schaden gerechnet”, sagte Mauro Rigoni, der die Ausstellung organisiert hat.

In Venedig löste starker Schirokko-Wind im Zusammenspiel mit Hochwasser in der Lagune die als “Acqua Alta” bekannten Überschwemmungen aus. Der Markusplatz stand am Montag unter Wasser. Am Dienstag wurde Hochwasser bis zu 1,1 Meter erwartet. Die Lage entschärfte sich jedoch allmählich.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz