Viele Flüchtlinge setzen ihr Leben aufs Spiel

Mehr als 3.000 Tote im Mittelmeer seit Jahresbeginn

Dienstag, 28. November 2017 | 13:09 Uhr

Auf der Flucht über das Mittelmeer sind seit Jahresbeginn bereits mehr als 3.000 Menschen ums Leben gekommen. Von schätzungsweise 3.033 Toten und Vermissten starben alleine 2.802 Migranten und Flüchtlinge auf der zentralen Route zwischen Libyen und Italien, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag in Genf mitteilte. Im Jahr 2016 waren es 5.143 Tote oder Vermisste.

2017 ging auch die Zahl der ankommenden Migranten zurück. Erreichten 387.895 Menschen im vergangenen Jahr auf dem See- oder Landweg Europa, waren es bis Ende November dieses Jahr 174.509.

Viele Migranten werden mittlerweile bereits in libyschen Hoheitsgewässern von den seeuntauglichen Booten gerettet und zurück in das Bürgerkriegsland gebracht. “Wenn wir die Migranten, die von den Libyern aufgegriffen werden, zu den Ankünften an den italienischen Küsten zählen, kommen wir auch in diesem Jahr auf ziemlich hohe Zahlen”, sagte der IOM-Mittelmeerbeauftragte Federico Soda der italienischen Zeitung “La Repubblica”.

Seit dem Unglück vor Lampedusa im Oktober 2013, bei dem mehr als 360 Menschen ums Leben kamen, seien mehr als 15.000 Migranten im Mittelmeer umgekommen, teilte IOM mit. “Wir sagen das schon seit Jahren und werden es weiterhin sagen: Es genügt nicht mehr, einfach diese tragischen Statistiken zu zählen. Wir müssen auch handeln”, sagte der IOM-Generaldirektor William Lacy Swing.

Von: APA/dpa