Calais ist ein Brennpunkt der Flüchtlingskrise

Mehr als 300.000 Flüchtlinge übers Mittelmeer gekommen

Dienstag, 20. September 2016 | 16:34 Uhr

Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Vereinten Nationen bisher mehr als 300.000 Flüchtlinge und Einwanderer über das Mittelmeer nach Europa gelangt. Dies sind deutlich weniger als die 520.000 Menschen, die in den ersten neun Monaten 2015 in die EU kamen, wie das UNO-Flüchtlingshochkommissariat am Dienstag mitteilte.

Bisher starben demnach 3.211 Flüchtlinge bei dem Versuch, über das Meer Europa zu erreichen. Im gesamten Jahr 2015 ertranken 3.771 Flüchtlinge im Mittelmeer. Damit drohe 2016 “zum tödlichsten Jahr im Mittelmeer” zu werden, sagte UNHCR-Sprecher William Spindler.

Die Flüchtlingssituation in Italien und Griechenland – den beiden wichtigsten europäischen Erstaufnahmeländern – entwickle sich derzeit sehr unterschiedlich, sagte der UNHCR-Sprecher. Wahrend in Italien etwa gleich viele Flüchtlinge ankommen wie im Vorjahr, seien es in Griechenland deutlich weniger als 2015. Ein Grund ist der Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei, von wo zuvor die meisten Flüchtlinge nach Griechenland gelangten.

Das UNO-Flüchtlingshochkommissariat zeigte sich über die Lage in Griechenland und Italien besorgt. Während sich auf den griechischen Inseln rund 60.000 Flüchtlinge aufhalten, leben in Italien knapp 160.000 Migranten in Aufnahmelagern. Das UNHCR forderte eine Verteilung der Flüchtlinge in Europa.

Die Zahl der Bewohner des Flüchtlingslagers im nordfranzösischen Calais hat unterdessen nach Angaben von Hilfsorganisationen die 10.000er-Marke überschritten. Mitte September seien genau 10.088 Flüchtlinge in dem auch als “Dschungel” bekannten Lager am Ärmelkanal gezählt worden, erklärten zwei Organisationen. Das seien rund 1.000 Flüchtlinge mehr als einen Monat zuvor.

Die Behörden weisen Zahlen von Hilfsorganisationen zu den Flüchtlingen in Calais regelmäßig als übertrieben zurück. Die zuständige Präfektur hatte Mitte August rund 6.900 Flüchtlinge in dem Lager gezählt, Hilfsorganisationen sprachen dagegen von gut 9.000.

Calais ist schon seit Jahren ein Brennpunkt der Flüchtlingskrise in Europa. Die meisten der Bewohner des wegen seiner schlechten hygienischen Zustände berüchtigten Flüchtlingslagers hoffen, auf Fähren über den Ärmelkanal oder durch den Eurotunnel heimlich nach Großbritannien zu gelangen. Sowohl der Hafen als auch der Zugang zum Eurotunnel wurden aber seit vergangenem Jahr mit neuen Barrikaden abgesichert.

Immer wieder blockieren Flüchtlinge mit Baumstämmen und anderen Gegenständen die Zufahrtsstraße zum Hafen, um Lastwagenfahrer zum Bremsen zu zwingen und dann an Bord der Lkw versteckt auf Fähren zu gelangen. Um Flüchtlinge daran zu hindern, auf die Zufahrtsstraße zu kommen, haben Bauarbeiter am Dienstag mit der Errichtung einer Mauer begonnen.

Von: APA/ag.

Kommentare

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5 Kommentare auf "Mehr als 300.000 Flüchtlinge übers Mittelmeer gekommen"


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Alpenrepuplik
Tratscher
5 Tage 14 h

Flüchtlinge??? Laufen vor Krieg davon… die meisten sind reine Wirtschaftsmigranten..hätte die FRONTEX sie umgehend zurück gebracht, gäbe es diese Völkerwanderung nicht… so wollen alle ins gelobte Schlaraffenland Europa…

Grisu
Grünschnabel
4 Tage 19 h

Do isch sicher die Zählmaschin schun länger defekt.

knoflheiner
Grünschnabel
4 Tage 16 h

wos do nou olles kimmp….i bin a olter Zoch, die Jugend und die Kinder tien mir lod und die Politiker schaugn olm nou zua

zombie1969
Grünschnabel
4 Tage 14 h

Man wird den Eindruck nicht los, dass das kleine aber machtvolle Wort “Asyl” nicht mehr dem entspricht, wofür es einst geschaffen wurde. Das nun millionenfache Armuts- oder Arbeitsmigration unter dem Vorwand des Asyls missbraucht wird, ist auch Schuld derjenigen Verantwortlichen die keine Trennlinie mehr zwischen Asyl und illegaler Migration ziehen. Während z. B. die CH und D praktisch alle mit vielen Milliarden versorgt, die es über die Grenze schaffen, werden die eigentlichen Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern, die aus finanziellen Gründen keine Möglichkeit zu einem Europatrip habe, geflissentlich vergessen. Das sollte überdacht und geändert werden. 

oli.
Tratscher
4 Tage 10 h

alle mit einen grossen Containerschiff einsammeln und die Wirtschaft-Flüchtlinge zurück nach Afrika bringen .
Wir Europäer müssen für unseren Unterhalt und etwas Vermögen auch selber gerade stehen , uns gibt auch keiner was umsonst .

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