Zahlreiche Menschen sterben bei den gefährlichen Überfahrten

Mehr Flüchtlingsankünfte in Italien

Freitag, 31. März 2017 | 15:08 Uhr

Die Anzahl der über das Mittelmeer in Italien angekommenen Flüchtlinge ist in den ersten drei Monaten 2017 im Vergleich zum Vorjahr um rund 30 Prozent gestiegen. Dabei ertranken auf der gefährlichen Überfahrt erneut zahlreiche Menschen.

Während im ersten Quartal des Vorjahres nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 18.777 Menschen Italien über die sogenannte zentrale Mittelmeerroute erreichten, registrierte die IOM vom Jahresanfang 2017 bis zum 31. März mittags 24.280. Das entspreche einem Anstieg um 29,31 Prozent, sagte eine IOM-Sprecherin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Entwicklung der Zahlen hängt maßgeblich auch vom Wetter ab. So legten bei ruhiger See wesentlich mehr Boote vor allem von der libyschen Küste ab.

Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben der IOM im Mittelmeer 740 Menschen ums Leben. Vom 1. Jänner bis zum 29. März 2017 wurden 655 Migranten als tot oder vermisst eingestuft.

Bis zum Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei Mitte März 2016 kamen die meisten Flüchtlinge mit Booten von der Türkei über die Ägäis nach Griechenland. Mit dem Pakt und der Sperrung der Balkanroute ging die Zahl der Überfahrten von Migranten auf der Ägäis-Route stark zurück.

Der Zustrom von Migranten vor allem über das Bürgerkriegsland Libyen nach Italien hält weiter an. Die sechs Jahre nach dem mit westlicher Hilfe erfolgten Sturz des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi weitverbreitete Anarchie in dem nordafrikanischen Staat begünstigt Schlepper, die Zehntausende Menschen oftmals in nicht seetüchtigen Booten auf das Mittelmeer schicken. Tausende überlebten die Überfahrt nicht.

Von: APA/dpa