Dimitre Traykov für schrecklichen Unfalltod zweier Cousinen verantwortlich – VIDEO

Mord im Straßenverkehr: 61-Jähriger zu sieben Jahren Haft verurteilt

Mittwoch, 29. Juni 2022 | 06:57 Uhr

Pordenone/Azzano Decimo – Am Dienstag hat das Gericht von Pordenone den 61-jährigen bulgarischen Staatsbürger Dimitre Traykov für schuldig gesprochen, den Unfalltod von zwei jungen Frauen, der 26-jährigen Sara Rizzotto und ihrer 20-jährigen Cousine Jessica Fragasso, verursacht zu haben. Dimitre Traykov wurde wegen mehrfachen Mordes im Straßenverkehr und Fahrerflucht im Rahmen eines verkürzten Verfahrens zu sieben Jahren Haft verurteilt.

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Der schreckliche Unfall geschah am Sonntag, dem 30. Januar auf der Autobahn A28 zwischen Villotta und Azzano Decimo. Dimitre Traykov, der mit seinem Land Rover mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war, sah einen vor ihn fahrenden Kleinwagen des Typs Fiat Panda zu spät. Mit hoher Geschwindigkeit prallte er auf das Heck des Fiat Panda auf. Für die beiden jungen Frauen, die 26-jährige Sara Rizzotto aus Conegliano und ihrer 20-jährigen Cousine Jessica Fragasso aus Mareno di Piave, die jeweils am Steuer und auf dem Beifahrersitz saßen, kam jede Hilfe zu spät. Trotz der Bemühungen des Notarztes und der Rettungskräfte starben die beiden Cousinen noch an der Unfallstelle. Die beiden jeweils zwei Jahre und sieben Monate alten Töchter von Sara Rizzotto, die sich auf dem Rücksitz befanden, überlebten wie durch ein Wunder den furchtbaren Aufprall. Die beiden Mädchen, die Verletzungen verschiedenen Grades erlitten hatten, wurden erstversorgt und in das Krankenhaus von Pordenone eingeliefert.

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Dimitre Traykov hingegen, der sich beim Unfall lediglich leichte Verletzungen an einer Hand und an der Nase zugezogen hatte, kümmerte sich weder um das Schicksal der Verletzten noch um die Verständigung der Rettungskräfte. Sofort nach dem Unfall ergriff der Unfallfahrer zu Fuß die Flucht. Ein Autobahnbediensteter sah noch, wie er über den Begrenzungszaun der Autobahn kletterte und über die angrenzenden Felder hinweg fortrannte. Laut der Aussage seiner Frau traf er gegen 21.30 Uhr abends in der gemeinsamen Wohnung ein, schenkte sich ein Glas Wein auf und berichtete ihr mit großer Aufregung, dass er auf der Autobahn an einem Unfall beteiligt gewesen war.

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Wenige Stunden nach dem Unfall wurde Dimitre Traykov von der Straßenpolizei in seiner Wohnung aufgesucht und wegen mehrfachen Mordes im Straßenverkehr, unterlassener Hilfeleistung und Fahrerflucht verhaftet. Bei seiner Festnahme war der 61-Jährige betrunken. Auf Anordnung des Untersuchungsrichters von Pordenone wurde der Bulgare in den Hausarrest überstellt.

Dimitre Traykov ist für die Justiz kein unbeschriebenes Blatt. Der 61-Jährige weist bereits drei rechtskräftige Verurteilungen samt den entsprechenden Einträgen im Strafregister auf. Eine davon hatte er sich wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss eingehandelt. Er hatte mit einem fünfmal höheren Blutalkoholspiegel als erlaubt einen Unfall ohne Verletzte verursacht. Die beiden anderen Male hingegen war Dimitre Traykov wegen Geldwäsche zu Haftstrafen verurteilt worden.

Den Ermittlungen der Straßenpolizei zum Unfallhergang ergaben, dass Dimitre Traykov mit seinem Land Rover kurz vor dem Unfall auf der Autobahn mit einer Geschwindigkeit von etwa 180 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen war. Zudem hatte er während der Fahrt mit seiner Frau telefoniert, wodurch vermutlich seine Konzentration auf den Verkehr beeinträchtigt worden war. Da der 61-Jährige geflüchtet und erst Stunden nach dem Unfall verhaftet worden war, konnte nicht mit absoluter Sicherheit festgestellt werden, ob Dimitre Traykov zum Zeitpunkt des Unfalls angetrunken gewesen war. Laut seiner eigenen Aussage und jener seiner Ehefrau hatte er erst nach dem Unfall Alkohol getrunken.

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Mehrere Monate nach dem Unfall folgte die Verhandlung vor Gericht. Im Rahmen eines verkürzten Verfahrens, das für den Angeklagten eine Strafminderung um ein Drittel vorsieht, wurde Dimitre Traykov wegen Mordes im Straßenverkehr, unterlassener Hilfeleistung und Flucht vom Unfallort zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt. Was die Höhe des Strafmaßes anbelangt, folgte Vorverhandlungsrichterin Monica Biasutti weitgehend der Forderung des Staatsanwalts, berücksichtigte aber nicht die Möglichkeit der Verursachung eines Unfalls unter Alkoholeinfluss.

Das Urteil wird von den Angehörigen der beiden Opfer als viel zu milde angesehen. „Dieses Urteil ist nicht gerecht“, so die Großmutter einer der beiden jungen Frauen. „Das bedeutet, dass ihre Leben jeweils nur dreieinhalb Jahre wert waren“, fügte die Mutter von Sara Rizzotto hinzu. Die Familien von Sara und Jessica hatten mit einer exemplarischen Strafe gerechnet, die ihrer Ansicht nach nicht weniger als zehn Jahre hätte betragen sollen. Die Anwälte von Dimitre Traykov, der die Angehörigen um Vergebung gebeten hatte, zogen es hingegen vor, das Strafmaß nicht zu kommentieren.

Auch viele Beobachter stimmen den Familienangehörigen zu und meinen, dass das Strafmaß zu gering sei. Dafür, dass zwei junge Frauen sterben mussten, zwei kleine Mädchen verletzt wurden und ihre Mutter verloren, ein junger Mann seine Frau verlor und mit zwei Kleinkindern allein zurückbleibt und Eltern und Großeltern ihre Kinder und Enkel verloren – so diese Stimmen – seien sieben Jahre eine viel zu milde Haftstrafe.

Von: ka

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