Mutter Teresa auf einer Aufnahme aus dem Jahr 1986

Mutter Teresa wird am Sonntag heiliggesprochen

Dienstag, 30. August 2016 | 10:34 Uhr

19 Jahre nach ihrem Tod will Papst Franziskus am kommenden Sonntag Mutter Teresa heiligsprechen. Zur Zeremonie in Rom werden Hunderttausende Gläubige aus aller Welt erwartet. Die Heiligsprechung gilt als Höhepunkt des vom Papst ausgerufenen “Jubiläumsjahres der Barmherzigkeit”, das bis November läuft.

Mutter Teresa war 1910 in einer albanischen Familie als Agnes Gonxha Bojaxhiu in Skopje im heutigen Mazedonien geboren worden. 1929 kam sie nach Kalkutta. Dort gründete die Nonne, die ihr Leben dem Dienst an den Ärmsten der Armen verschrieben hatte, 1950 den Orden der “Missionarinnen der Nächstenliebe”. Ihr unermüdlicher Einsatz in den Slums der indischen Millionenstadt Kalkutta für Arme, Kranke und Heimatlose machte sie weltweit bekannt. 1971 erhielt sie von Papst Johannes XXIII. den Friedenspreis des Vatikan. 1979 wurde sie mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Am 5. September 1997 verstarb sie im Alter von 87 Jahren in Kalkutta.

Die Heiligsprechung Mutter Teresas ist eine der schnellsten in der jüngeren Kirchengeschichte. Ende 1998 setzte Papst Johannes Paul II. für Mutter Teresa das Kirchenrecht außer Kraft, wonach der Prozess zur Seligsprechung erst fünf Jahre nach dem Tod beginnen kann. Offiziell startete der Prozess im Juli 1999, im August 2001 wurde die erste Phase abgeschlossen. Die Seligsprechung im Oktober 2003 galt als Krönung der Feierlichkeiten zum 25. Amtsjubiläum von Johannes Paul II., der Mutter Teresa außerordentlich schätzte. An der Zeremonie in Rom beteiligten sich 300.000 Menschen.

Papst Franziskus hatte im vergangenen Dezember eine medizinisch unerklärliche Heilung als Wunder anerkannt, das auf Fürsprache von Mutter Teresa geschehen sein soll. Angehörige eines Brasilianers, der an einem Hirntumor litt, hätten demnach im Jahr 2008 im Gebet Mutter Teresa angerufen; daraufhin sei der 35-Jährige auf wissenschaftlich nicht erklärbare Weise von seinem Tumor geheilt worden.

Die Ordensfrau war aber nicht unumstritten. Ihr wurde etwa vorgeworfen, versucht zu haben, verletzlichen Menschen den Katholizismus aufzuzwingen und mit ihrer strikten Ablehnung von Empfängnisverhütung und Abtreibung zum Elend der Armen beigetragen zu haben. Zahlreiche Beobachter bemängelten außerdem, ihr Orden helfe nicht dabei, die Ursachen der Armut zu beseitigen. Dies kehrte Mutter Teresa in die Aufforderung um, ihre Kritiker sollten Entwicklungsprojekte starten. “Ich leiste meinen kleinen Beitrag. Jeder soll das tun, was in seinen Kräften steht”, sagte sie.

Selige und Heilige werden in der katholischen Kirche als Vorbilder christlichen Lebens verehrt. Im Dezember hatte Papst Franziskus einer Empfehlung der zuständigen Kongregation im Vatikan zur Heiligsprechung zugestimmt. Damit schrieb er ihr das dafür nötige zweite Wunder zu. Es soll sich dabei um die unerklärliche Heilung eines schwer kranken Mannes gehandelt haben.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

2 Kommentare auf "Mutter Teresa wird am Sonntag heiliggesprochen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Steve12
Neuling
29 Tage 8 h

Habs ihr auch den Chef gefragt, ob das in Ordung ist. Heilig kann man höchstens werden, aber nicht gesprochen werden, das ist Quatsch!!

bergeistod
Grünschnabel
23 Tage 5 h

doch es gibt einen Kanon der dies zulässt. Heilige sind Vorbilder deren Leben für uns Lebende als Beispiel gelten kann. Bestimmt gibt es mehr Heilige im Himmel als wir wissen, doch davon spricht auch das Evangelium (“der auch das verborgene sieht”etc.). Hätten wir keine Heiligen wüssten wir nicht wie tugendhafte Helden im Dienste Christi und Gottes ihr Leben gestaltet haben. Trotzdem gilt immer: Maria Regina Sanctorum, Maria Königin der Heiligen.

wpDiscuz