Ehefrau, Tochter und Schwiegersohn wegen Mordes festgenommen

Mysteriöses Verbrechen: 77-Jähriger von Angehörigen ermordet?

Freitag, 13. Mai 2022 | 08:05 Uhr

Toano – Toano – eine Landgemeinde im Hinterland von Reggio Emilia in der Emilia-Romagna – ist Schauplatz eines mysteriösen Mordfalls.

Nachdem er monatelang nicht mehr gesehen worden war – seine Familie hatte keine Vermisstenanzeige erstattet – wurde der 77-jährige Giuseppe Pedrazzini am frühen Donnerstagmorgen tot im Brunnen seines Gartens aufgefunden. Kurz darauf wurden die Ehefrau, die Tochter und der Schwiegersohn des 77-Jährigen zum Verhör in die lokale Carabinierikaserne geleitet. Anschließend wurden alle drei wegen Freiheitsberaubung, Mordes und Leichenbeseitigung festgenommen und in eine Haftanstalt überstellt.

Vigili del Fuoco

Die Ermittlungen kamen ins Rollen, nachdem Giuseppe Pedrazzini im Dorf monatelang nicht mehr gesehen worden war. Auffällig war von Anfang an, dass keiner seiner engsten Angehörigen – weder seine Ehefrau Marta Ghilardini noch seine Tochter Silvia Pedrazzini und deren Mann Riccardo Guida, mit denen der 77-Jährige Tür an Tür wohnte – den Pensionisten als vermisst gemeldet hatte. Anderen Verwandten und Freunden des 77-Jährigen, die sich nach dem Verbleib und der Gesundheit des älteren Mannes erkundigen wollten, sei entgegnet worden, dass Giuseppe freiwillig fortgegangen sei. Nicht zufrieden mit dieser Erklärung und den Worten der drei wenig Glauben schenkend, wandten sich Verwandte und Freunde des 77-Jährigen an die Carabinieri von Toano.

Aufgrund ihres verdächtigen Verhaltens und der Tatsache, dass im Dorf bekannt war, dass es in der Familie Probleme gab, gerieten Marta Ghilardini, ihre Tochter Silvia und ihr Schwiegersohn Riccardo Guida sofort in den Fokus der Ermittlungen. Am Montag begannen die Ermittler das Haus der Familie näher in Augenschein zu nehmen. Am Mittwoch schlug schließlich ein Spürhund der Hundestaffel der Carabinieri von Bologna beim Brunnen im Garten an. Als die Carabinieri den Brunnen, der vom Opfer für die Bewässerung seines Gartens benutzt wurde, untersuchten, fanden sie in vier Metern Tiefe die Leiche von Giuseppe Pedrazzini.

ANSA / Carabinieri Reggio Emilia

Nach einem schwierigen, die ganze Nacht hindurch dauernden Einsatz gelang es einer Mannschaft der Berg- und Höhlenrettung, die von der Feuerwehr mit Suchscheinwerfern unterstützt wurde, am Donnerstagmorgen gegen 7.00 Uhr Pedrazzinis Leiche, die sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Verwesung befand, aus dem Brunnen zu bergen. Die sterblichen Überreste des 77-Jährigen wurden für die für einen der nächsten Tage angesetzte Autopsie in die gerichtsmedizinische Abteilung der Poliklinik von Modena überführt.

Kaum eine Stunde später wurden Marta Ghilardini, Silvia Pedrazzini und Riccardo Guida zum Verhör in die lokale Carabinierikaserne geleitet. In Anwesenheit der für den Fall zuständigen Staatsanwältin machten sie von ihrem Recht Gebrauch, zu den ihnen zur Last gelegten Straftaten zu schweigen. Als die 37-jährige Silvia Pedrazzini und der 43-jährige Riccardo Guida von den schweren, gegen sie gerichteten Anschuldigungen – Freiheitsberaubung, Mord und die Beseitigung einer Leiche – erfuhren, fielen sie der Aussage ihres Anwalts nach aus allen Wolken.

Die 63-jährige Marta Ghilardini hingegen, der im Gegensatz zum Paar „nur“ die Straftat der Leichenbeseitigung vorgeworfen wird, musste nach einem Schwächeanfall in das Krankenhaus eingeliefert werden. Da „ernsthafte Hinweise auf ihre Schuld“ vorliegen sollen, wurden alle drei festgenommen und in eine Haftanstalt überstellt.

Vigili del Fuoco

Das mögliche Tatmotiv liegt noch im Dunkeln. Die Staatsanwaltschaft und die Carabinieri vermuten, dass das Motiv in der Privatsphäre der Familie zu finden sei. Da ersten Erkenntnissen zufolge das Opfer über keine größeren Besitztümer und Vermögen verfügte, wird ein wirtschaftliches Motiv vorerst ausgeschlossen. In der Familie besaß eigentlich nur Marta Ghilardini, die Eigentümerin von geerbtem Land und Vermögen ist, nennenswerte Reichtümer.

Wem stand der alte Mann im Weg, das ist die Frage, die die Ermittler umtreibt. „Beppe war ein ruhiger und beliebter Mann. Nach seiner Pensionierung hackte er für Freunde, Bekannte und andere Dorfbewohner Holz. Dass es in der Familie Probleme gab, war allgemein bekannt, aber dass es zu einer solchen Tragödie kommen würde, hätte ich nie gedacht“, so der Bürgermeister von Toano, Stefano Volpi.

 

Von: ka

Kommentare

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2 Kommentare auf "Mysteriöses Verbrechen: 77-Jähriger von Angehörigen ermordet?"


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Evi
Evi
Universalgelehrter
15 Tage 8 h

RIP🙏
Und den Schuldigen eine gerechte Strafe.

Trina1
Trina1
Kinig
15 Tage 7 h

Ein Wahnsinn, möge er in Frieden ruhen!

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