Bewegender Abschied von neun Todesopfern in Palermo

Italien: Elf Regionen fordern Regierungshilfen

Dienstag, 06. November 2018 | 12:05 Uhr

Elf Regionen haben nach den verheerenden Unwettern der vergangenen Tage bei der italienischen Regierung um Unterstützung gebeten. Premier Giuseppe Conte kündigte eine Sondersitzung des Ministerrats an, um noch diese Woche den Notstand in mehreren Gebieten, darunter Friaul, Trentino Südtirol, Venetien, Ligurien und Sizilien, auszurufen.

Durch diesen Schritt sollen sofort Sonderfinanzierungen für die von Niederschlägen und Stürmen verwüsteten Regionen zur Verfügung gestellt werden können. “Die Lage ist durchaus kritisch”, sagte Conte. In den nächsten drei Jahren werde die Regierung eine weitere Milliarde Euro für Projekte zur Vorbeugung von Naturkatastrophen aufwenden, kündigte der Premier an.

Die Stadt Palermo nahm am Dienstag Abschied von den neun Menschen, alles Mitglieder einer einzigen Familie, die am Samstag bei der Überschwemmung eines Landhauses in Casteldaccia auf Sizilien ums Leben gekommen sind. Eine riesige Menschenmenge beteiligte sich an der Zeremonie in der Kathedrale, bei der ein Trauertag ausgerufen wurde.

Die schweren Folgen der Unwetterkatastrophe haben auch Ermittlungen zur Folge. Laut den Behörden dürften Bauvorschriften missachtet worden sein, der Verdacht lautet auf fahrlässige Tötung. Der Bürgermeister von Casteldaccia, Giovanni Di Giacinto, berichtete, dass die Gemeinde im Jahr 2008 eine Anordnung erlassen hatte, das Landhaus abzureißen, da es ohne Genehmigungen zu nahe an dem Bach gebaut worden war. Die Anordnung war jedoch nie ausgeführt worden. Das Bachbett hätte zudem längst gereinigt gehört.

Inzwischen tobt in Italien eine hitzige Diskussion über Bausünden. Nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat wird etwa jedes fünfte neue Gebäude ohne Baugenehmigung errichtet. Die regionalen Unterschiede sind groß: In Norditalien entstehen nur 6,7 Prozent der neuen Gebäude illegal, in Mittelitalien sind es 19 Prozent und in Süditalien 47 Prozent. Spitzenreiter ist die Region Kampanien, wo 64 Prozent aller neuen Bauten illegal errichtet werden.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

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3 Kommentare auf "Italien: Elf Regionen fordern Regierungshilfen"


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perigord
perigord
Grünschnabel
10 Tage 3 h

Es kann doch nicht sein dass nur der Norden die Gesetze befolgt !! Hätten die im Süden unsere Kontrollen , dann würden diese armen Seelen noch leben ! Und so ein land gehört zu den grössten Industrieländern , nur zum Kopf schütteln

Staenkerer
10 Tage 46 Min

wenn man des gezeter und gemaul unheart des momentan über insre regierung herziecht nor steat des haus und oll de onderwn illegaln erst seitn letzten juni, … davor wor jo olles, laut einiger do, der merkel und der eu, olles perfekt, korrekt, unter kontrolle ….. ba de war des nie passiert …

Storch24
Storch24
Superredner
10 Tage 2 h

Nix tun gegen Natur Katastrophen, Gelder verfließen was weis ich wo und sobald was passiert, wird gejammert und verlangt. Erdbeben, Überschwemmungen, unsere Leute „puggeln“ rag und Nacht und der Süden ? …….

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