Die Liga-Titelchancen sind dahin, der Fokus liegt nun auf der EL

Napolis Mertens will gegen Salzburg Einsatz wie gegen Juve

Montag, 04. März 2019 | 14:49 Uhr

Die italienische Fußballmeisterschaft muss Salzburg-Gegner SSC Napoli nach dem 1:2 gegen Juve am Sonntag abschreiben. Keine unbedingt gute Nachricht für die “Bullen”, die sich nunmehr einem Großclub gegenübersehen, der seine letzte Titelchance in der Europa League suchen muss. “Wir haben uns in der Kabine gesagt, am Donnerstag mit derselben Giftigkeit zu spielen”, betonte Napolis Dries Mertens.

Sein Coach Carlo Ancelotti versuchte, die Positiva herauszustreichen und ärgerte sich nicht zuletzt über den frühen Ausschluss seines Tormanns Alex Meret wegen einer angeblichen Notbremse gegen Cristiano Ronaldo in der 25. Minute. “Meret hat Ronaldo nicht berührt und nicht versucht, ihn zu foulen”, sagte Ancelotti. “Man muss auch die Richtung des Balles berücksichtigen und sehen, dass (Napoli-Spieler) Allan noch eingreifen hätte können.” Auch Ancelotti fragte sich vor allem eines: Warum kam der Videobeweis nicht zum Einsatz?

So oder so rollt im ersten Europacup-Duell eines österreichischen Clubs mit Napoli auf Österreichs Champion der “bisher stärkste Gegner” zu, wie Salzburgs Mittelfeldmann Xaver Schlager betonte. In der laufenden Champions League mussten sich die Süditaliener in einer “Todesgruppe” nur Paris Saint-Germain und dem punktegleichen Liverpool beugen.

Die zwei Meistertitel Napolis sind allerdings bereits rund 30 Jahre her (1987, 1990). Und auch der einzige internationale Triumph, der Gewinn des UEFA-Cups 1989, datiert aus dieser “goldenen Ära”, die Argentiniens Superstar Diego Maradona prägte. In den jüngsten acht Saisonen landete Napoli aber immerhin sechs Mal unter den Top drei, war 2013, 2016 und 2018 Vizemeister – stets hinter Juventus. Die Jahre 2015 bis 2018 brachten unter Coach Maurizio Sarri zudem attraktiven Fußball und führten letztlich zu Sarris Abgang Richtung Chelsea.

Seit Winter ist auch Marek Hamsik am Fuße des Vesuv Geschichte. Nach über elf Jahren wechselte der Slowake nach China, leichter wird die Aufgabe für Salzburg deswegen nicht. “Da Rennen noch ein paar andere Kaliber rum”, meinte Coach Marco Rose bei der Auslosung lapidar. Namen wie Lorenzo Insigne, Arkadiusz Milik oder Mertens sprechen für sich. Abwehrchef Kalidou Koulibaly gilt als einer der besten Verteidiger der Welt und soll unter anderem bei Real Madrid auf der Wunschliste stehen.

Im Sommer hätten die Neapolitaner ihrerseits gerne Salzburgs Außenverteidiger Stefan Lainer verpflichtet. Österreichs Meister legte sich quer, der 26-Jährige wird in und um die beiden anstehenden Duelle der beiden Clubs daher besonders im Mittelpunkt stehen. Zuletzt wurde gerüchteweise auch ein weiterer ÖFB-Teamspieler für die Rechtsverteidiger-Position mit Napoli in Verbindung gebracht: Der Ex-Salzburger Valentino Lazaro von Hertha BSC Berlin.

Treibende finanzielle Kraft hinter Napolis Renaissance ist nach einem Konkurs und der Neugründung seit 2004 Eigentümer Aurelio De Laurentiis. Mit seiner Familie hat der 69-jährige Filmproduzent, Exzentriker und Geschäftsmann Napoli im Griff wie die Agnellis Juventus. Einzig das in die Jahre gekommene 60.000er-Stadion San Paolo ist ihm ein Ärgernis. Mehrmals hat er mit einem Umzug gedroht. Die Arena sei nicht nur hässlich, sondern falle auch auseinander, ärgerte sich der Präsident und drohte: “Ich könnte in zwei Sekunden Land kaufen und in 18 Monaten ein neues Stadion gebaut haben. Aber das San Paolo ist Teil der Geschichte von Napoli – hier hat Maradona gespielt.”

Von: APA/ag.

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