Das Schiff ist seit knapp 20 Tagen auf dem Mittelmeer blockiert

“Open-Arms”-Migranten dürfen nach Lampedusa

Dienstag, 20. August 2019 | 20:23 Uhr

Die Odyssee der Migranten an Bord des Rettungsschiffes “Open Arms”, die seit 19 Tagen darauf warten, in einen italienischen Hafen einlaufen zu dürfen, wird nach einem chaotischen Tag überraschend bald zu Ende gehen: Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Agrigent beschloss am Dienstag die Konfiszierung des Schiffes der spanischen NGO sowie die Evakuierung der Migranten an Bord.

Der Beschluss wurde nach einer Inspektion des sizilianischen Staatsanwalts Luigi Patronaggio an Bord des Schiffes vor der süditalienischen Insel Lampedusa gefasst. Patronaggio sprach von einer “explosiven Situation” an Bord des Schiffes. Es sei wichtig, die Sicherheit aller Personen an Bord des Schiffes zu garantieren. Der Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, bezeichnete die “Open Arms” als “schwimmendes Konzentrationslager”.

Die sizilianische Justiz hatte aufgrund einer Anzeige der spanischen Hilfsorganisation “Proactiva Open Arms”, Betreiberin der “Open Arms”, eine Untersuchung eingeleitet. Nach fast drei Wochen auf See waren 17 Migranten am Dienstag ins Meer gesprungen, um bis zu der einige Hundert Meter entfernt liegenden, italienischen Insel Lampedusa zu schwimmen. Noch unklar ist, ob die Migranten nach Eintreffen auf Lampedusa in Europa umverteilt werden sollen. Sechs EU-Länder hatten sich in den vergangenen Tagen zur Aufnahme der “Open Arms”-Migranten bereit erklärt.

Italiens Innenminister Matteo Salvini reagierte empört auf den Gerichtsbeschluss und beklagte eine Strategie, um die Häfen seines Landes wieder zu öffnen. Er erwarte auch eine Klage wegen Amtsmissbrauchs, weil er – wie schon in früheren Fällen von Rettungsschiffen – eine Genehmigung für ein Einlaufen der “Open Arms” verweigerte. Er warf der sizilianischen Justiz vor, gegen den Willen der Regierung zu handeln, die den privaten Rettungsschiffen die italienischen Häfen versperrt habe.

Während Salvini im Streit um die “Open Arms” nicht nachgeben wollte, hatte sich die spanische Regierung eigenen Angaben zufolge bereit erklärt, ein Marineschiff zum Rettungsschiff mit mehr als 80 Migranten an Bord zu schicken. Danach sollten die Asylsuchenden nach Palma de Mallorca gebracht werden. Die Regierung in Madrid halte dies für die “angemessenste Lösung”, hieß es. Die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles hatte bereits in der Früh eine Lösung in den “nächsten Stunden” in Aussicht gestellt. Angesichts der humanitären Notlage an Bord dürfe niemand wegschauen.

Auch die EU-Kommission hatte am Dienstag Druck auf die EU-Mitgliedstaaten für eine Lösung im Fall der “Open Arms” ausgeübt: “Wir rufen alle EU-Mitgliedstaaten und NGOs zur Zusammenarbeit auf, um den Migranten so rasch wie möglich die Landung zu ermöglichen”, so EU-Kommissionssprecherin Natasha Bertaud.

Von: APA/dpa

Kommentare

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19 Kommentare auf "“Open-Arms”-Migranten dürfen nach Lampedusa"


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aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
29 Tage 6 h

spanien wartet, italien liefert

Staenkerer
28 Tage 22 h

spanien hot jo long genua gewortet mit seinem angebot, damit jo nix werd mitn kemmen! war es ihnen ernst gwesn hat des angebit glei gemocht wern müßen!
des isch so wos von lächerlich!

kaiser
kaiser
Tratscher
28 Tage 20 h

Nachdem die Regierung jetzt endgültig gescheitert ist, wird man die schon von Bord lassen. Italien wählt neu!

panzer
panzer
Grünschnabel
28 Tage 18 h

Schiff beschlagnahmen,
verschrotten, Mannschaft verhaften wegen Schlepperei und bewusstes
ansteuern gesperrter Häfen, was zu verlängertem Leid unter den…
Geführt hat und die Geretteten mit Militärschiff zurüc

mykiara
mykiara
Neuling
28 Tage 17 h

Und dich gleich mit 😉

panzer
panzer
Grünschnabel
28 Tage 17 h

ist das alles was du drauf hast, schwach

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
29 Tage 2 h

#iostoconsalvini……👍🏻

lauthals
lauthals
Grünschnabel
28 Tage 20 h

Bemerkenswert, dass es plötzlich Spanien sein darf, obwohl vorher nur
auf Italien bestanden und viele Tage vor der italienischen Küste
gedümpelt wurde.

Ebenso bemerkenswert, dass Spanien plötzlich die Einfahrt erlaubt:

“Madrid droht Seenotrettern mit massiven Geldstrafen”

kaiser
kaiser
Tratscher
28 Tage 18 h

Sind aber alle am Ende, doch Schwimmen geht noch?

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
28 Tage 19 h

Was machen diese Migranten, wenn sie in Europa nicht bekommen was sie möchten bzw. was ihnen versprochen wurde, wenn sie Rückschläge hinnehmen müssen, wenn sie sich unterordnen müssen?

kaiser
kaiser
Tratscher
28 Tage 20 h

Nimmt das spanische Marineschiff dann die 350 Geretteten der Ocean Viking auch gleich mit?

Das Schiff darf doch auch weder nach Italien noch nach Malta

Gigger
Gigger
Neuling
28 Tage 9 h

@panzer @kaiser
I wort drauf das “mir” mol in so a situation kemmen und hilfe brauchn….nor megi segn wo enkre gscheidn sprich bleiben…schamen tat i mi…..

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