"Glaube nicht an Muttergottes als Chefin eines telegrafischen Büros"

Papst äußert Zweifel über Marienerscheinungen in Medjugorje

Sonntag, 14. Mai 2017 | 14:16 Uhr

Der Papst bezweifelt die Marienerscheinungen im Dorf Medjugorje bei Mostar in Bosnien-Herzegowina. “Ich glaube an die Muttergottes, unsere gute Mutter, nicht aber an eine Muttergottes als Chefin eines telegrafischen Büros, die täglich zu einer bestimmten Stunde Botschaften verschickt. Das ist nicht die Mutter Jesu”, so der Heilige Vater im Gespräch mit Journalisten.

“Diese kolportierten Erscheinungen haben meiner Ansicht nach keinen Wert. Das ist meine persönliche Meinung”, so der Papst im Gespräch mit Journalisten auf seiner Heimreise nach seinem Besuch im Marien-Wallfahrtsort Fatima. Franziskus hatte vor drei Jahren den Bischof von Praga (Warschau-Ost), Henryk Hoser, zum Sonderdelegaten für die Causa Medjugorje ernannt. Hoser habe viel Erfahrung und werde sich zu den Erscheinungen äußern. Er persönlich habe Bedenken hinsichtlich der Marienerscheinungen.

“Einige Menschen denken, dass die Muttergottes sagt: Kommt an diesem Tag, und ich werde diesem Seher eine Botschaft geben”, sagte der Papst. Man könne jedoch nicht den pastoralen Aspekt Medjugorjes ignorieren. Viele Menschen hätten sich nach den Marienerscheinungen bekehrt und ihr Leben geändert, sagte Franziskus.

In Medjugorje soll es seit dem 24. Juni 1981 zu Marienerscheinungen gekommen sein. Sechs Kinder berichteten damals, die Gottesmutter habe sich ihnen gezeigt, während sie Schafe hüteten. Die Erscheinungen dauern nach Angaben der inzwischen erwachsenen Seherinnen und Seher mit großer Häufigkeit weiter an. Sie sollen mit präzisen Aussagen der “Gospa” (Herrin) zu kirchlichen und sonstigen Themen verbunden sein. Der ursprüngliche Provinzort hatte sich zu einem der meist besuchten katholischen Wallfahrtsorte weltweit entwickelt.

Von: apa