Biobäuerin treibt europäische Bürgerinitiative voran - Ziel sind eine Million Unterschriften

Papst segnete Südtiroler Bienenschützer bei Generalaudienz

Mittwoch, 08. September 2021 | 14:30 Uhr

Papst Franziskus hat einer in Südtirol initiierten Kampagne zum Schutz von Bienen und kleinen Landwirtschaftsbetrieben seinen Segen erteilt. Franziskus traf bei der Generalaudienz am Mittwoch die Südtiroler Biobäuerin Annemarie Gluderer, die als Initiatorin der Europäische Bürgerinitiative (EBI) “Bienen und Bauern retten”, fungiert.

Die Initiative setzt sich für eine schrittweise Abkehr von synthetischen Pestiziden in der Landwirtschaft mit dem Ziel ein, in der EU innerhalb 2035 vollständig auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Eine Delegation, an der sich auch der grüne Tiroler Landessprecher Christian Altenweisl beteiligte, begleitete Gluderer zum Papst. 750.000 Unterschriften konnte die Initiative bereits sammeln, bis Ende September sollen es eine Million werden. Die Petition läuft noch unter www.savebeesandfarmers.eu. “Gluderer ist eine Pionierin des Biolandbaus in Südtirol. Ihrer Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass diese Initiative in Rom und im Vatikan vorgestellt wird”, sagte die grüne Abgeordnete im Südtiroler Landtag Brigitte Foppa.

Viele Unterschriften sammelte Gluderer im Rahmen einer kleinen “Italien-Tour” in mehreren Städten, die sie dieser Tage mit ihrem Wohnwagen unternahm. Dabei konnte sie Vertreter von Verbänden und Organisationen treffen und für ihr Anliegen werben. “Wenn wir eine Million Unterschriften erreichen, können wir unsere Initiative der EU-Kommission und dem EU-Parlament vorstellen”, berichtete Gluderer im Gespräch mit der APA.

“Ich staune immer noch, was wir auf die Wege gebracht haben. Ich hätte mir nie träumen lassen, von Franziskus empfangen zu werden. Unsere Initiative hat eine große Reichweite errungen, dank des Segens des Papstes werden wir weiter wachsen”, meinte Gluderer, die ihre Initiative am Dienstag auch in der römischen Abgeordnetenkammer vorgestellt hat.

Gluderer überreichte Franziskus bei der Generalaudienz einen eigenhändig umgetexteten “Laudato si”, die Umweltenzyklika aus dem Jahr 2015. Dem Papst unterbreitete sie ein besonderes Anliegen. Sie bat ihn, Pestizide in den Vatikan-Gärten und auf dem Bauernhof in Castel Gandolfo abzuschaffen. “Das wäre wirklich ein schönes Resultat”, meinte die Biobäuerin.

Die Papst-Audienz betrachtet sie als Geschenk nach einem langen Kampf gegen die Folgen der Pestizidabdrift auf ihrem Biobetrieb. Dabei musste sie sich auch mit Strafanzeigen herumschlagen. “Wir sind wegen unserer Kampagne regelrecht diffamiert worden”, berichtete Gluderer. Dabei komme sie in ihrem Biobetrieb seit 30 Jahren komplett ohne Pflanzenschutzmittel aus: “Es stimmt nicht, dass Biobetriebe auf Dauer nicht überlebensfähig sind”.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

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23 Kommentare auf "Papst segnete Südtiroler Bienenschützer bei Generalaudienz"


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sophie
sophie
Universalgelehrter
9 Tage 20 h

Kompliment Frau Gluderer, ist gut dass es solche Menschen gibt die sich dafür einsetzen dass die Natur und deren Tiere erhalten bleibt….

schlauer
schlauer
Tratscher
9 Tage 14 h

Ich frage mich wie kann es sein dass mehr Leser bei diesem sehr positiven Kommentar den Daumen runter drücken? In was für einer Welt leben wir!!

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
9 Tage 7 h

@sophie, eigentlich hat die Honigbiene auf die artenvielfalt einen negativen einfluss denn wenn zu viele sind fressen sie anderen Insekten und Wildbienen das Futter weg ..

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
9 Tage 3 h

@schlauer
Bauern die den Gegenwind spüren
wenn jemand Pestizide in den Mund nimmt

sophie
sophie
Universalgelehrter
9 Tage 20 h

Das sind wir unserer Umwelt schuldig, es darf nicht mehr so weitergehen wie bisher, das sind wir auch unseren Kindern schuldig…..

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
9 Tage 19 h

hmm @sophie, 🤔 du bist dagegen daß ein Landwirt seine Früchte ‘impft’ indem er Pflanzenschutzmittel ausbringt und sie dadurch vor Pilz- und Schädlingsbefall schützt, aber die Menschen sollen sich alle impfen lassen 🙄

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
9 Tage 7 h

@Pyrrhon
es wird immer noch viel zu viel Pestizide ausgebracht

schlauer
schlauer
Tratscher
9 Tage 22 h

Bravo Frau Gluderer👍
Es bräuchte mehr solche hartnäckige Umweltkämpfer/innen wie Sie hier in Südtirol wo leider meist die Lobbysten das Sagen haben!
Unterschreibe sehr gerne😀
PS. Die vielen Bienen auf der schönen Blumenwiese vor dem Brixner Auwald werden es Ihnen danken🙏

inni
inni
Superredner
9 Tage 15 h

… solong de gonzn Giftspritzer in der Londwirtschoft ungehindert und ungestroft ihr Unwesen treiben kennen, werdn holt olleweil wianiger Bienen fliagn.

Oracle
Oracle
Superredner
9 Tage 18 h

@Sophie, mal nachdenken. Wünsche sind nicht immer so leicht umzusetzen. Es genügt das Öffnen des Kühlschrankes oder der Speisekammer, Ketchup, Mehl, Soja, Kartoffeln, Reis, Popcorn, alles ohne Pestizideinsatz? Da bin ich gespannt, wo sie einkaufen. Auch Bio verwendet Pestizide. Wird dem Biorind kein Medikament verabreicht, wenn es krank ist? Tragen sie kein Baumwoll-t-shirt? Das Verhalten muss beim Konsumenten starten, nicht auf die Bauern zeigen. Dann bin ich gespannt, wo sie sich versorgen….

Oracle
Oracle
Superredner
9 Tage 18 h

… ich habe jetzt nicht verstanden, wie sich diese Dame das mit dem Pestizidverbot vorstellt und gleichzeitig ausreichende sichere Lebensmittel gewährleistet.. Klar, es geht auch ohne Pestizide, das hat z.B. das Mittelalter gezeigt. Hungersnöte noch und nöcher, Lebenserwartung um die 40 Jahre, mit Toxine verseuchte belastete Getreide, die Erntemenge kaum abzuschätzen, denn jede Pilzkrankheit könnte jede Ernte vernichten. Pestizide werden ja auch im Bioanbau verwendet. Wenn wir nachdenken, dann werden wir merken, dass die paar unbehandelten Salatköpfe, Kartoffeln oder Marillen aus dem eigenen Garten sehr wahrscheinlich das Überleben ein ganzes Jahr lang nicht garantieren….

Oracle
Oracle
Superredner
9 Tage 18 h

… spielen wir mal das Szenario durch: kompletter Verzicht auf Pestizide kann bei vielen Kulturen zu großen Ernteeinbussen führen, schätzunhweise auch mal 50-70%. Das heisst dann, um dieselbe Erntemenge zu garantieren (es geht um Essen=Überleben!), müssen wir die Anbauflächen verdreifachen. Wie soll das gehen?

lalala
lalala
Tratscher
9 Tage 8 h

Nicht nur das, man muss auch mit der landverbauung aufhören

lalala
lalala
Tratscher
9 Tage 18 h

Find i guat, meine bienen in meine obstwiesn hobns sicher leichter noch dor segnung. Hoffentlich hilft der segen a gegen dor varroamilbe und dor amerikanischen faulbrut…

Herrbert
Herrbert
Grünschnabel
9 Tage 18 h

Wos soll der Stabauholter fa a Imkerei verstian, ih muass lochn.

Zeckiblaeckie
9 Tage 7 h

Der Heilige Vater muss es nicht verstehen um zu Segnen, er muss das Segnen verstehen.
Oh Herr öffne diesem verlorenem Tölpel die Augen so dass er Gottes Großartigkeit sehen kann

lalala
lalala
Tratscher
9 Tage 18 h

Achja und wie schon erwähnt stehen meine bienen das ganze jahr über in integrierten obstwiesen und sie fühlen sich pudelwohl

wiakimpdir4
wiakimpdir4
Superredner
9 Tage 14 h

So kimp man a zum Papst 😂

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
9 Tage 20 h

Jetzt werden wir uns vor lauter Honig nicht mehr erwehren.

Moidile
Moidile
Grünschnabel
9 Tage 6 h

Gratuliere Frau Gluderer, solche Frauen braucht das Land. super

Storch24
Storch24
Kinig
9 Tage 14 h

Mit Karl Bär vom Umweltinstitut München war sie ja in bester Gesellschaft, den sie mitgenommen hat.

Oracle
Oracle
Superredner
8 Tage 16 h

… ich habe nicht ganz verstanden, für was diese Dame steht. Man hätte ihr glauben können, Aber nachdem sie mit diesem Herren vom Münchner Verein, der in Bozen 2 Gerichtsverfahren anhängig hat,  zu sehen war, versteht man, was dahinter steht …..

Oracle
Oracle
Superredner
8 Tage 16 h

…. haben die Obervinschger soviel Probleme mit den Bienen? Das kann nicht an den Pestiziden des integrierten Anbaues liegen, denn zwischen Meran und Salurn werden Planzenschutzmittel seit gut 70 Jahren verwendet, Bienen gibt es dort noch. In der Gegend von Mals gibt es vielleicht seit 20 Jahren Erwerbsobstbau. Die Gründe müssen also andere sein, wie Beton, Asphalt, Gewerbezonen, Parks, gepflasterte Radwege… Elektrosmog, das Klima oder sind gerade die Pestizide, die im Bioanbau eingesetzt werden vielleicht das Problem?

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