Franziskus zog sich eine kleine Platzwunde zu

Papst verletzt sich bei Papamobilfahrt in Cartagena leicht

Montag, 11. September 2017 | 04:37 Uhr

Während einer Fahrt mit dem Papamobil hat sich Papst Franziskus am Sonntag im kolumbianischen Cartagena an der linken Augenbraue verletzt. Er blutete leicht und setzte mit Blutflecken auf dem weißen Schulterumhang, der Mozzetta, seinen Besuch in der Karibik-Metropole fort. Der 80-Jährige stieß sich an einer Scheibe, als er ein kleines Kind grüßen wollte und das Papamobil offensichtlich bremste.

Ein Begleiter im Papamobil tupfte danach immer wieder die blutende Augenbraue ab, während das Oberhaupt der katholischen Kirche weiter den Menschen zuwinkte. In Cartagena empfingen ihn Hunderttausende Menschen begeistert, für das Papamobil gab es zeitweise kaum ein Durchkommen, immer wieder gerieten die Leibwächter ins Schwitzen.

Nach Ende der Fahrt durch die Menschenmassen bekam er einen neuen weißen Schulterumhang und die Braue zierte ein kleines Pflaster. Das Auge war leicht geschwollen. Cartagena ist die letzte Station der fünftägigen Kolumbienreise von Papst Franziskus. Im Mittelpunkt seiner 20. Auslandsreise stand sein Werben für Aussöhnung und einen Erfolg des Friedensprozesses nach über 50 Jahren Konflikt mit rund 220.000 Toten und schätzungsweise 7,5 Millionen Vertriebenen.

In Cartagena betete der Papst auch für eine friedliche Lösung der Krise in Venezuela, mit einer indirekten Mahnung an Präsident Nicolas Maduro. “Aus dieser Stadt, dem Sitz der Menschenrechte, mache ich einen Aufruf, dass auf jede Art von Gewalt im politischen Leben verzichtet und eine Lösung der schweren Krise gefunden wird”, sagte Franziskus.

“Ich bekunde meine Nähe jedem einzelnen der Söhne und Töchter dieses geliebten Landes wie auch denen, die hier in Kolumbien Aufnahme gefunden haben”, sagte Franziskus mit Blick auf die von Venezuela nach Kolumbien geflüchteten Menschen. Vergeblich hatte Franziskus Maduro zum Verzicht auf die Einsetzung einer Verfassungsgebenden Versammlung aufgerufen. Diese hat als übergeordnetes Staatsorgan das von der Opposition dominierte Parlament entmachtet und trifft alle Entscheidungen. Oppositionspolitikern drohen lange Haftstrafen.

Anfang August hatte der Papst in einer ungewöhnlich politischen Stellungnahme mitteilen lassen, dass der Heilige Stuhl bitte, diese Initiative zu stoppen oder auszusetzen, Menschenrechte und fundamentale Freiheitsrechte zu achten. Angesichts der steigenden Zahl von Toten, Verletzten und Festgenommenen beobachte man die “Radikalisierung und Verschärfung der Krise” in dem südamerikanischen Land mit “großer Sorge”. Rund 95 Prozent der Venezolaner sind katholisch. Noch 2016 hatte der Papst Maduro im Vatikan empfangen. Franziskus traf sich in Kolumbien auch mit Bischöfen aus Venezuela.

“Er ist bestürzt über den verbreiteten Hunger, das Fehlen von Medikamenten und die Flucht Zehntausender Venezolaner”, berichtete der Venezuela-Referent des Hilfswerks Adveniat, Reiner Wilhelm unter Berufung auf Teilnehmer des nicht-öffentlichen Treffens.

Von: APA/dpa