"Nun kann die Museumsreform umgesetzt werden"

Peter Assmann begrüßt Urteil zu Museumsdirektoren in Italien

Dienstag, 26. Juni 2018 | 10:57 Uhr

Der Leiter des Palazzo Ducale in Mantua, Peter Assmann, begrüßt seine Bestätigung im Amt durch den römischen Staatsrat. “Jetzt kann die Museumsreform in Italien, die gebremst worden war, umgesetzt werden”, sagte der Österreicher am Dienstag. “Ich habe eineinhalb Jahre in der Schwebe gelebt. Ich habe zwar trotzdem weitergearbeitet, mit dem Damoklesschwert des Urteils war dies jedoch schwierig.”

Der Staatsrat in Rom, die höchste Instanz bei administrativen Verfahren, sprach sich am Montag für die Gültigkeit der Ernennung mehrerer nicht-italienischer Museumsdirektoren in Italien im Jahr 2015 aus. Der internationale Wettbewerb des italienischen Kulturministeriums für die Wahl der Museumsdirektoren entspreche den europäischen Gesetzen, urteilte der Staatsrat. Die Bedingungen für die Zulassung ausländischer Staatsbürger zum Wettbewerb seien erfüllt worden.

Ein Verwaltungsgericht in Rom hatte im Mai 2017 die Ernennung mehrerer nicht-italienischer Museumsdirektoren in Italien gekippt. Unter ihnen zählte Peter Assmann (54), seit November 2015 Leiter des Palazzo Ducale in Mantua. Im Rahmen desselben internationalen Wettbewerbs war 2015 der Linzer Kulturmanager Peter Aufreiter mit der Leitung eines Komplexes aus zehn Landesmuseen in der Adria-Region Marken betraut worden.

Das Urteil des Staatsrats betrachtet Assmann als “gute Nachricht für Italien”. “Es wäre komisch gewesen, wenn der Staatsrat anders geurteilt hätte”, meinte der Kulturmanager. Die Museumsreform habe einen wesentlichen Wandel im italienischen Kultursystem ermöglicht.

Assmann äußerte die Hoffnung, dass der seit drei Wochen amtierende neue italienische Kulturminister Alberto Bonisoli die gute Arbeit seines Vorgängers Dario Franceschini fortsetzen werde. Der neue Kulturminister müsse sich vor allem mit Entbürokratisierung und mit einer Neuorganisierung des Personals auseinandersetzen.

Von: apa