Der Tiroler Landeshauptmann erwartet sich von Rom Maßnahmen

Platter ortet “Transit-Lobby-Hörigkeit” Italiens

Samstag, 14. April 2018 | 12:25 Uhr

Mit Unverständnis hat Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) auf die Kritik Italiens an den Lkw-Blockabfertigungen im Bundesland reagiert. “Die Transit-Lobby-Hörigkeit der italienischen Regierung ist unerträglich”, erklärte Platter gegenüber der APA. Statt Kritik erwarte er sich von Rom Maßnahmen, so der Landeshauptmann.

“Es gibt nicht nur den freien Warenverkehr sondern auch ein Recht auf Gesundheit. Wir werden weiterhin diese Notmaßnahmen ergreifen um Mensch Natur und Infrastruktur in Tirol zu schützen und die Verkehrs- und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Das ewige Poltern der Frächterlobby gegen die Blockabfertigung wird keinen Erfolg haben”, erklärte Platter. Dass die Blockabfertigung mit dem europäischen Gesetz vereinbar ist, “sollte mittlerweile nach der deutschen auch die italienische Regierung erkannt haben”, fügte der Landeschef hinzu.

“Einen harten Kampf und die Konfrontationen scheuen wir nicht – im Gegenteil: Nur der Konsequenz mit der wir unsere Ziele verfolgen ist es zu verdanken, dass auf internationaler Ebene erkannt wurde, dass die Situation in Tirol so nicht mehr tragbar ist”, sagte der Tiroler Landeshauptmann. Einer gemeinsamen Lösung könne er natürlich etwas abgewinnen, jedoch: “Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht”. Seit Jahren reden wir mit Deutschland und Italien über gemeinsame Lösungen und unterfertigen Absichtserklärungen. Es brauche die Verlagerung des Güterschwerverkehrs auf die Schiene, eine Lkw-Obergrenze und eine Anhebung der Lkw-Mauttarife auf den belasteten Korridoren”, so Platte rund mahnte beim Brenner-Transit-Gipfel am 12. Juni in Bozen von der italienischen Regierung “Ergebnisse und keine weiteren Absichtserklärungen” ein.

Indes übte am Samstag Transitforum Austria-Tirol-Chef Fritz Gurgiser scharfe Kritik am italienische Frächterverband ANITA und namentlich an Präsident Thomas Baumgartner, der die Regierung in Rom zu Schritten gegen die Tiroler Blockabfertigungen aufgefordert hatte. “Aufruf zum Amtsmissbrauch” in Bezug auf die Transit-Blockabfertigung in Kufstein sei ein schlechter Ratgeber für den “völlig außer Rand und Band geratenen Thomas Baumgartner”, meinte Gurgiser und fuhr fort: “Die internationale Transitflotte ist besser beraten, sich rasch darauf einzustellen, dass das Land Tirol erstmals nach Jahrzehnten mit aller Konsequenz die Transitbelastungen zum Schutz dieses alpinen Raumes reduzieren und dazu alle Maßnahmen setzen wird, welche national und international vorgegeben sind”. “The Times They Are a-Changin'” – die Zeiten ändern sich – auch für die rücksichtslosen Transitlobbyisten”, griff Gurgiser zudem auf Bob Dylan zurück.

Von: apa