Der libysche Regierungschef Fayez al-Sarraj

Premier lehnt EU-Flüchtlingszentren in Libyen ab

Freitag, 20. Juli 2018 | 05:42 Uhr

Der libysche Regierungschef Fayez al-Sarraj hat sich entschieden gegen Aufnahmezentren der EU für Flüchtlinge in seinem Land ausgesprochen. “Nein, das wird es bei uns nicht geben”, sagte Sarraj der deutschen “Bild”-Zeitung vom Freitag. “Wir sind absolut dagegen, dass Europa ganz offiziell bei uns illegale Migranten unterbringen will, die man in der EU nicht haben möchte”, fügte er hinzu.

Libyen lehne auch Geldzahlungen für ein solches Vorgehen ab. “Wir werden auch keine Deals mit Geld mit der EU machen, um illegale Migranten aufzunehmen”, sagte der Chef der international unterstützten Regierung der nationalen Einheit in Libyen weiter. Die EU solle vielmehr “mit den Ländern reden, aus denen die Menschen kommen und dort auch Druck ausüben”.

Sarraj sagte, er wundere sich “schon sehr darüber, dass in Europa mittlerweile niemand mehr Migranten aufnehmen will, aber uns bittet, hier weitere Hunderttausende aufzunehmen”.

Der libysche Regierungschef wünscht sich überdies mehr Besuche von EU-Politikern in seinem Land: Um Menschenschmuggler stärker bekämpfen zu können, seien globale Anstrengungen notwendig, weil das Schmugglernetzwerk international sei. Wichtig dafür sei auch, “dass europäische Politiker ein besseres Verständnis dafür bekommen, wie es in Libyen aussieht”. Er hoffe in diesem Zusammenhang auch auf einen baldigen Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die EU hatte sich bei ihrem Gipfel Ende Juni auf eine Verschärfung ihrer Einwanderungspolitik verständigt. Sie will unter anderem Migranten in Aufnahmezentren außerhalb der EU unterbringen.

Sarraj verteidigte zudem die Küstenwache seines Landes gegen Kritik. Zu Vorwürfen, die Küstenwache habe Menschen zurückgelassen, sagte er: “Das sind ungeheure Vorwürfe, die nicht stimmen und von unserer Küstenwache bereits klargestellt wurden. Wir retten jeden Tag Hunderte Menschen vor der Küste Libyens.” Das Land brauche aber mehr technische und finanzielle Unterstützung, sagte der Premier. Eine spanische Organisation hatte der libyschen Küstenwache vorgeworfen, bei einem Einsatz zwei Frauen und ein Kind auf hoher See zurückgelassen zu haben.

Der libysche Premier forderte einen globalen Plan, um die Flüchtlingskrise zu lösen. Libyen sei nur das Transitland, das die Menschen für ihre Flucht nutzten. “Wir haben Flüchtlingsunterkünfte für mehrere zehntausend Menschen geschaffen, aber in unserem Land halten sich mehrere hunderttausend illegale Migranten auf, was die Sicherheitslage massiv verschlechtert. Darunter sind Terroristen, Kriminelle und Menschenschmuggler.”

Von: APA/ag.

Kommentare

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10 Kommentare auf "Premier lehnt EU-Flüchtlingszentren in Libyen ab"


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Schnueffler
Schnueffler
Grünschnabel
28 Tage 9 h

Gut wenn er seine Grenzen nicht sichern kann würde ich es die Nato machen lassen.

Rechner
Rechner
Superredner
28 Tage 9 h

was sollte er für Interesse haben für Europa das hunderte mal so Reich ist wie Libyen die Probleme zu lösen. Er ist zu nichts verpflichtet. Er hat keinen Dublin Vertrag unterschrieben wie es 2003 die Lega! und Fi gemacht haben.

m69
m69
Universalgelehrter
28 Tage 43 Min

Die Nato?
Den Nord Atlantischen Angriffspackt?
Selten so einen Unsinn gehört.

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
27 Tage 5 h

Schnueffler – die Nato ist nicht einmal imstande einen Vogel vom Zaun zu jagen. Die hat nur Zehntausende von Bürokraten die nicht einmal wissen wozu sie auf der Welt sind.

Rechner
Rechner
Superredner
28 Tage 12 h

Das ist jetzt blöd. Was wir denn da? Wir waren uns doch alle so sicher dass Libyen all unsere Probleme löst. Wir könnten richtig Druck aufbauen und sagen sie sollen ihr Öl den Chinesen verkaufen. Oder noch schlimmer sie sollen auch ihre Waffen bei denen Kaufen.
Aber ich habe die Lösung gefunden. Anbei eine Liste der skrupellosesten und gierigsten Diktatoren Afrikas. Einer von denen wird uns führ Geld und Waffen doch ein bisschen unterstützen. Sie sind zwar eine der Hauptursachen der Fluchtbewegung aber wer versteht hier schon Zusammenhänge.

http://www.3sat.de/page/?source=/boerse/hintergrund/183397/index.html

m69
m69
Universalgelehrter
28 Tage 40 Min

Oder so machen wie es die Australierin machen….
Alle aufgegriffen Illegalen auf eine Insel ferfrachten, dort bekommen Sie essen Kleidung, das wars. Kein Recht irgendwohin zu gehen, geschweige denn zu fahren.
Es soll einige geben die schon seit über 10 Jahren “Interniert” sind, das in einem ach so demokratischen Land! 😎

m69
m69
Universalgelehrter
28 Tage 39 Min

…Wie die Australier… Sollte es heißen…
😄

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
28 Tage 10 h

Das Angebot ist noch nicht hoch genug! Deutschland hat mit der Türkei eine sehr hohe Latte vorgesetzt.

Rechner
Rechner
Superredner
28 Tage 12 h

…machen

traktor
traktor
Universalgelehrter
28 Tage 59 Min

zwei schlachtschiffe vor der küste das der strand gesichert ist, dann sollte es kein problem sein ein par zelte aufzuschlagen!
auch gegen den willen dieses staates!!

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