Berlusconi soll Zeugen bestochen haben

Prozess gegen Berlusconi auf Mai vertagt

Montag, 29. Januar 2018 | 12:27 Uhr

Ein Verfahren in Sachen Zeugenbestechung gegen Italiens viermaligen Premier Silvio Berlusconi ist am Montag in Mailand eröffnet und gleich wieder auf den 7. Mai vertagt worden. Berlusconi muss sich mit mehr als 20 weiteren Angeklagten vor Gericht verantworten. Mehreren Tänzerinnen und Showgirls werden dabei Falschaussagen gegen Bezahlung vorgeworfen.

Das Verfahren wurde in Hinblick auf eine Vorverhandlung am 12. Februar verschoben, bei der beschlossen werden muss, ob ein weiterer Prozess gegen Berlusconi und weitere vier Angeklagten wegen Bestechung beginnen soll, berichteten italienische Medien am Montag.

Die Vorwürfe der Zeugenbestechung sind nicht neu: Die Mailänder Staatsanwaltschaft hatte schon nach dem Ende des Prozesses, der 2015 mangels Beweisen in letzter Instanz mit einem Freispruch endete, vermutet, dass Berlusconi Zeugen mehr als zehn Millionen Euro gezahlt haben soll, um Aussagen zu seinen Gunsten zu machen.

Dem ehemaligen Regierungschef war damals Amtsmissbrauch vorgeworfen worden. Außerdem war Berlusconi angeklagt, bei den “Bunga Bunga Partys” Sex mit minderjährigen Prostituierten gehabt zu haben, darunter mit der Tänzerin “Ruby”.

Sechs Jahre nach dem Ende seiner skandalgeprägten Amtszeiten nimmt der 81-Jährige derzeit wieder Einfluss auf die italienische Politik. Ginge es nach ihm, würde er für seine konservative Partei Forza Italia wieder für das Amt des Ministerpräsidenten bei den Parlamentswahlen am 4. März antreten. Berlusconi darf bis 2019 allerdings keine politischen Ämter annehmen, wogegen er beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte klagte. Wann die Große Kammer über die Beschwerde entscheidet, ist noch unklar. Berlusconis Mitte-rechts-Allianz gilt als Favoritin im Wahlkampf um die Parlamentswahlen.

Von: apa