Tom Dumoulin ist das Rosa Trikot vorerst los

Quintana übernahm Giro-Führung von Dumoulin

Freitag, 26. Mai 2017 | 18:03 Uhr

Das Finale des Giro d’Italia verspricht enorme Spannung. Der Kolumbianer Nairo Quintana eroberte am Freitag auf der drittletzten Etappe der 100. Auflage das Rosa Trikot, er übernahm vom Niederländer Tom Dumoulin mit 38 Sekunden Vorsprung die Gesamtführung. Den Tagessieg auf dem 19. Abschnitt von Innichen zur letzten Bergankunft in Piancavallo (191 km) sicherte sich der Spanier Mikel Landa.

Dumoulin verbrauchte schon früh viel Energie, als er mit seinem Sunweb-Team mit dem Steirer Georg Preidler den verlorenen Anschluss an seine Rivalen wiederherstellen musste. Im 15,4 Kilometer langen Schlussanstieg (maximal 14 Prozent) fiel der 26-Jährige etwa zur Hälfte hinter die Gruppe mit Quintana und Vorjahressieger Vincenzo Nibali zurück. “Ich habe versucht, den Zeitverlust in Grenzen zu halten, zum Glück war mein Team sehr stark, sonst wäre es noch schlimmer geworden”, sagte Dumoulin.

Er büßte als 22. 1:09 Minuten auf Quintana und 1:07 auf Nibali ein, die beide nicht mehr zu attackieren vermochten. Das tat dafür der Franzose Thibaut Pinot. Der Gesamt-Vierte setzte sich auf den letzten Kilometern um zwölf Sekunden von den übrigen Assen ab. Damit liegen nun die ersten vier Fahrer in der Gesamtwertung innerhalb von einer Minute.

Am Samstag folgen auf der Fahrt von Pordenone nach Asiago die letzten Berge, der Monte Grappa und eine weitere Bergwertung der ersten Kategorie 15 Kilometer vor dem Ziel. Der letzte Abschnitt, ein Einzelzeitfahren von Monza nach Mailand (29,3 km), kommt am Sonntag Dumoulin entgegen, der die erste Prüfung gegen die Uhr souverän gewonnen hatte.

Patrick Konrad erwies sich einmal mehr als bestplatzierter Kletterer des Österreicher-Quintetts. Der Niederösterreicher hielt sich bis sechs Kilometer vor dem Ziel in der Gruppe der Topfavoriten und musste dann abreißen lassen. Nach dem 28. Platz (+10:41 Min.) verbesserte sich der Bora-Profi um eine Position auf den 18. Gesamtrang (+32:39).

Keiner der ÖRV-Profis hatte es in die große Ausreißergruppe geschafft, aus der Landa schließlich einen Solosieg feierte. Nach zwei zweiten Plätzen auf den schwierigsten Bergetappen feierte der Führende der Bergwertung seinen insgesamt dritten Etappensieg im Giro. Der Sky-Profi gewann 1:49 Minuten vor Ex-Weltmeister Rui Costa (POR) und 1:54 vor Pierre Rolland (FRA).

Von: apa