Panik in Macerata

Rassist schoss in Italien aus Auto auf Afrikaner

Samstag, 03. Februar 2018 | 18:06 Uhr

Macerata – In der italienischen Stadt Macerata hat ein 28-jähriger Italiener am Samstag aus dem Autofenster heraus auf Menschen geschossen und dabei sechs afrikanische Migranten verletzt. Diese wurden ins Spital eingeliefert. Der Mann feuerte an mehreren Orten der Stadt auf Afrikaner, bevor er nach einer Verfolgungsjagd von der Polizei festgenommen wurde. Vermutet wird ein rassistischer Hintergrund.

Der Mann, der eine italienische Flagge auf den Schultern trug, zeigte einen faschistischen Gruß mit dem ausgestreckten rechten Arm, als er sich widerstandslos von der Polizei festnehmen ließ, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA. Die Beamten stellten eine Pistole sicher. Der Mann wurde in eine Polizeikaserne gebracht, wo er seine Tat gestand.

Der 28-Jährige hatte am Vormittag für Panik auf den Straßen Maceratas gesorgt. Die Polizei leitete eine Großfahndung nach dem Wagen ein. Die öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt in der Adria-Region Marken wurden gestoppt. Der Bürgermeister, Romano Carancini, appellierte per Facebook an die Bürger, nicht außer Haus zu gehen.

Die Tat ereignete sich nur wenige Tage, nachdem die zerstückelte Leiche einer 18-jährigen Italienerin in zwei Koffern entdeckt worden war. Ein aus Nigeria stammender Migrant und Drogendealer sitzt deshalb in Untersuchungshaft. Eine Racheaktion wird vermutet.

Die Römerin Pamela Mastropietro war am Montag aus einer Drogenentzugsanstalt bei Macerata verschwunden, in der sie sich seit wenigen Tagen wegen ihrer Rauschgiftprobleme aufhielt. Die Trolleys mit ihrer Leiche waren am Mittwoch auf einer Landstraße in Pollenza nahe Macerata von einem Mann bemerkt worden, der die Polizei informierte. In der Wohnung des Nigerianers wurden die blutbeschmierten Kleider der jungen Frau und ein Beil gefunden, mit dem der Täter die Leiche zerstückelt haben soll. Der Nigerianer bestritt die Vorwürfe.

Von: apa