Das NGO-Schiff Open Arms sucht einen Anlegehafen

Rettungsschiff “Open Arms” will in Lampedusa anlegen

Montag, 19. August 2019 | 16:03 Uhr

Das Tauziehen um das von Italien abgewiesene Flüchtlingsrettungsschiff “Open Arms”dauert an. Zwar bot Spanien der Hilfsorganisation “Proactiva Open Arms” zuletzt an, das Schiff dürfe in den Hafen der Balearen-Insel Menorca einlaufen, die NGO lehnt diesen Vorschlag jedoch ab. Die Lage an Bord sei zu prekär, um weitere fünf Tage auf See zu verbringen.

Das Schiff befindet sich derzeit vor der süditalienischen Insel Lampedusa. Die spanische Regierung hat der “Open Arms” angeboten, den nächstgelegenen spanischen Hafen anzufahren”, teilte die Regierung in Madrid am Montag mit. In Frage kommt neben der Insel Menorca das etwas weiter entfernt liegende Mallorca. Ein Angebot, den andalusischen Hafen Algeciras anzusteuern, hatte die spanische NGO am Sonntag abgewiesen.

“Unser Schiff befindet sich 800 Meter von der Küste Lampedusas entfernt und die EU-Staaten fordern von einer kleinen NGO wie uns, weitere Tage mit schwieriger Wetterlage auf See zu verbringen”, kommentierte die Hilfsorganisation auf Twitter. Die 107 Migranten sowie die 19-köpfige Crew seien nach den vielen Tagen an Bord erschöpft. Menorca liegt rund 900 Kilometer westlich von Lampedusa.

“Proactiva Open Arms”, fordert, dass die Menschen auf Lampedusa an Land gehen dürfen und per Flugzeug nach Spanien gebracht werden. Der Flug von Catania nach Madrid würde nicht mehr als 240 Euro pro Passagier kosten, so der Missionschef der “Open Arms”, Riccardo Gatti, laut Medienangaben.

Italien hatte am Samstag lediglich die Landung von 27 minderjährigen Migranten erlaubt. Die anderen Migranten mussten an Bord bleiben. Die Regierung in Madrid kritisierte den italienischen Innenminister Matteo Salvini wegen dessen unerbittlicher Haltung scharf und sprach in einer Mitteilung von einer “unfassbaren Reaktion” des rechten Politikers. Salvini entgegnete auf Twitter: “Wer hart bleibt, gewinnt.”

Die EU-Kommission richtete indes einen Appell an die EU-Mitgliedsstaaten und an die NGO, eine rasche Lösung zu finden. EU-Flüchtlingskommissar Dimitris Avramopoulos bemühe sich auch darum, dass die 356 Migranten an Bord der “Ocean Viking” rasch an Land gehen können, so EU-Kommissionssprecherin Natasha Bertaud am Montag. Dies sei eine “humanitäre Pflicht”.

Die Lage auf der “Open Arms” war am Sonntag nach zweieinhalb Wochen auf See kurzzeitig eskaliert. Migranten sprangen ins Meer – offenbar um nach Lampedusa zu schwimmen. Helfer brachten sie zurück an Bord. Das spanische Fernsehen zeigte am Montag Bilder der resignierten Menschen. Einige hatten Weinkrämpfe und wurden von Psychologen betreut. Der Arzt der italienischen Insel, Francesco Cascio, forderte die sofortig Landung der Migranten. “Die Menschen an Bord der ‘Open Arms’ sind erschöpft. Ich hoffe, dass sie so bald wie möglich das Schiff verlassen dürfen”, sagte der Arzt.

Von: apa

Kommentare

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20 Kommentare auf "Rettungsschiff “Open Arms” will in Lampedusa anlegen"


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ex-Moechteg.Lhptm.
ex-Moechteg.Lhptm.
Superredner
1 Monat 2 Tage

open arms haben das angebot spaniens abgelehnt… man will hier mit aller gewalt den salvini an den kragen…. wenn das mal nicht ein schuss nach hinten wird….

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

auf jeden fall

raunzer
raunzer
Superredner
1 Monat 2 Tage

Wahrscheinlich bekommt man das Schleppergeld nicht wenn man andernorts anlegt. Schließlich wird mit den Wirtschaftsflüchtlingen in Italien auch noch verdient wenn sie bereits an Land sind.

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

so ist es, wenn sie statt diskutieren weitergefahren wären und das Angebot Spaniens angenommen hätten wären alle schon längst an Land. Mehr braucht man nicht dazu sagen.

peterle
peterle
Superredner
1 Monat 2 Tage

Sie fahren unter spanischer Flagge somit fließen Steuern dorthin. Gute oder Schlechte Werbung für das Land?

Staenkerer
1 Monat 2 Tage

jo, jo, noch 16 tog kimmt des angebot, jetz sein de spanier de heiligen, de man ollerdings verschmäht, do man italien weichkochn will (oder muaß ???), des angebot kimmt nit lei spot, des isch a weitere augenauswischerei in den mochtkompftheater!!
de eu isch a schonde!!

ToroRosso
ToroRosso
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Menorca ist eine wunderschöne Insel. Ich war letztes Jahr selbst dort.
Auf Menorca wird es Ihnen sicher gut gehen….und vor allem weit weg vom bösen Salvini.

inni
inni
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Hoffentlich bleibt uns der Salvini erhalten 😜

donner
donner
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Die italienische Marine muss die open arms entern, die Migranten an Bord nehmen, nach Mallorca bringen, die Crew bzw den Kapitän verhaften und das Schiff der libyschen Küstenwache übergeben. Punkt.

Storch24
Storch24
Superredner
1 Monat 2 Tage

👍👍👍👍👍ganz ihrer Meinung

Bella Bionda
Bella Bionda
Superredner
1 Monat 1 Tag

@donner

dann gib mal bei Googel Spiegel TV libysche Küstenwache ein und schau dir den Trailer von 2:45 Min. an. Da seht ihr mal schön, wie gewaltbereit die ach so hilfsbereiten Schiffe sind. Ausserdem ladet euch mal eine App runter, die die Schiffe vor der libyschen Küste zeigen (gibt es einige Apps analog zum Flugverkehr) seeeehr interessant, in welcher Regelmäßigkeit und Häufigkeit Schiffe Richtung Italien ablegen

kaiser
kaiser
Tratscher
1 Monat 2 Tage

da schippern sie wochenlang vor der
italienischen küste herum anstatt einen spanischen hafen anzulaufen.
solche aktionen sind nicht mehr nachvollziehbar. jetzt ist es zeit dem
ganzen treiben einen riegel vorzuschieben. hier geht es längst nicht
mehr um die flüchtlinge sondern um reine machtdemonstration und
schlepperei mit der sich unter umständen milliarden verdienen lässt.
irgend wann ist genug, zumal das verständniss der bevölkerung durch
solche aktionen immer mehr abnimmt.

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

kaiser
👏🏽👏🏽👏🏽👏🏽👌🏼Genauso ist es.

Leitwolf
Leitwolf
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Aha nur 240 € mal 100 will heissen das zahlt der Steuerzahler oder?

Brixbrix
Brixbrix
Superredner
1 Monat 2 Tage

zrug fa wo sein gstartn sain.
nur isch ah ruah

BAS
BAS
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

“Seenotrettung” wäre es, die Aufgenommen sofort in den nächsten Hafen zu verbringen und nicht in das europäische Sozialsystem.

barbara
barbara
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Open Arms: „Kranke Gerettete“ plötzlich kerngesund, acht „Minderjährige“ spontan volljährig

Anderrrr
Anderrrr
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Echt alles ein Witz , endlich mal den Schleppern an den kragen gehen. Und nicht immer mehr und mehr nach Italien bringen😕

lupo990
lupo990
Superredner
1 Monat 2 Tage

Das ist die Realität…😡

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Die Bevölkerung Afrikas wächst jede Woche um etwa eine Million Menschen. Es ist schlicht unmöglich, diese Massen alle in Europa aufzunehmen und mit Sozialhilfe zu alimentieren. Das ist eigentlich nicht so schwer zu begreifen. 
Jedes “Rettungsschiff” weckt neue Begehrlichkeiten und verursacht damit neue Tote. Matteo Salvinis Weg ist deshalb der einzig Richtige.

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