Die Freude bei den Migranten ist groß

Rettungsschiff “Sea-Watch 3” in Catania eingetroffen

Donnerstag, 31. Januar 2019 | 17:39 Uhr

Fast zwei Wochen nach ihrer Rettung im Mittelmeer konnten 47 Migranten am Donnerstag im Hafen von Catania an Land gehen. Nach tagelangem Tauziehen erlaubte die italienische Regierung dem Rettungsschiff “Sea-Watch 3” die Landung in dem sizilianischen Hafen. Unter dem Applaus der Schiffscrew gingen die Migranten an Land, wo sie von Mitarbeitern des Roten Kreuzes versorgt wurden.

Die minderjährigen Migranten sollen in Jugendeinrichtungen auf Sizilien untergebracht werden. Für jeden von ihnen wurde bereits ein Vormund ernannt. Die erwachsenen Migranten sollen in einem Hot Spot in Messina identifiziert werden. “Der Leidensweg unserer Gäste ist zu Ende. Wir wünschen ihnen das Beste. Wir hoffen, dass sie Europa aufnimmt und ihnen erlaubt, so zu leben, wie sie es verdienen”, twitterte die deutsche Hilfsorganisation Sea-Watch. Das Personal der deutschen NGO soll nun befragt werden. Die Polizei ging nach der Landung der Migranten an Bord des Schiffes.

Nach der Landung der Migranten will der italienische Innenminister Matteo Salvini indes NGO-Schiffen den Zugang zu italienischen Gewässern komplett versperren. “Wir arbeiten, um das Problem definitiv zu lösen, indem wir Italiens nationale Gewässer unerwünschten Schiffen wie jenen der NGOs dicht machen”, so Salvini auf Twitter.

Neben den sieben europäische Staaten – Italien, Deutschland, Malta, Frankreich, Portugal, Rumänien und Luxemburg – werden sich auch andere EU-Staaten an der Aufnahme der Migranten beteiligen. Zu ihnen soll sich jetzt auch Litauen anschließen. “Wir haben zugestimmt, dass wir bis zu fünf Personen aufnehmen können, die unsere Anforderungen erfüllen”, so Innenminister Eimutis Misiunas.

Sea-Watch hatte die 47 Migranten am 19. Jänner vor der libyschen Küste von einem Schlauchboot an Bord genommen. Die populistische Regierung in Rom hatte dem Schiff jedoch einmal mehr die Einfahrt in italienische Häfen verweigert.

Das Schiff wartete seit Freitag in Gewässern vor der sizilianischen Stadt Siracusa auf die Landung. Italien beharrte auf eine Einigung mit anderen europäischen Ländern auf einen Umverteilungsplan. Erst nach der Zusage der EU-Länder gab Rom dann am Mittwoch Grünes Licht für die Landung der Migranten in Catania.

Kurz darauf kündigte der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli, der für die italienischen Häfen zuständig ist, einen “Bann” für NGO-Schiffe aus Gründen der öffentlichen Sicherheit an. Sea-Watch habe das internationale Seerecht nicht respektiert, kritisierte der Spitzenpolitiker der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung am Donnerstag in einem Radio-Interview. “Ist es normal, dass ein NGO-Schiff frei vor Libyen verkehrt und allein entscheidet, wohin die Migranten gebracht werden sollen?”, so Toninelli. Die Crew der “Sea-Watch 3” hätte die Migranten nach Tunesien und nicht nach Sizilien führen sollen, sagte der Minister.

Innenminister Matteo Salvini urgierte unterdessen Ermittlungen gegen die deutsche NGO. “Italien ist nicht mehr bereit, Zufluchtsort aller Illegalen in Europa zu sein”, erklärte Salvini am Mittwoch und begrüßte zugleich die Einigung mit den anderen sechs EU-Ländern zur Umverteilung der Migranten. “Endlich hat sich etwas bewegt”, so der Innenminister.

Die römische Staatsanwaltschaft hat indes eine Untersuchung im Zusammenhang mit einem Schiffsunglück im Mittelmeer am 19. Jänner aufgenommen, bei dem 117 Migranten ums Leben gekommen sein sollen. Die Ermittlungen basieren auf Aussagen von drei Überlebenden des Unglücks. Die Staatsanwälte ermitteln wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung, wie italienische Medien berichteten. Sie wollen die italienische Küstenwache zum Vorfall befragen.

Nach Angaben der drei geborgenen Überlebenden befanden sich insgesamt 120 Menschen auf dem in Seenot geratenen Schlauchboot, wie der Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Flavio Di Giacomo, erklärte. Seit die populistische Regierung in Italien die Häfen des Landes für Migranten weitgehend geschlossen hat, kommen immer weniger Migranten an, die zumeist in Libyen ablegen. Italien und die EU unterstützen die libysche Küstenwache dabei, Flüchtlinge wieder in das Bürgerkriegsland zurück zu bringen.

Von: apa

Kommentare

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23 Kommentare auf "Rettungsschiff “Sea-Watch 3” in Catania eingetroffen"


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Anton
Anton
Grünschnabel
18 Tage 2 h

Wos isch alles zu tian damit Menschen net mehr flüchten miassen.
Wos isch in Lybien zu tian, damit des aufheart?
Wia konn mon Menschenrechtsverletzungen in de Länder verhindern? Wia konn mon Arbeitsplätze in de Länder schoffen?
Wia konn mon Diktaturen stürzen?
Ertrinken lossen isch keine Option!

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
18 Tage 1 h

anton, niemand lässt sie ertrinken

Sag mal
Sag mal
Kinig
18 Tage 1 h

ein Weiteres Mal.Das ist gewollt.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
18 Tage 1 h

Diktatoren stürzen ? Der in Lybien wurde gestürzt, man hat gesehen was es gebracht hat. Im Irak ebenso. Bei dem in Syrien hat mans versucht, hat eben nicht funktioniert…Hoppala!

typisch
typisch
Universalgelehrter
18 Tage 47 Min

@6079_Smith_W
Aber alte bomben konnten dabei entsorgt werden in namen der demokratie findet man dort jetzt unzählige ruinen

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
18 Tage 42 Min

Wie du siehst, das interessiert nur den wenigsten. Im Allgemeinen gilt: Hauptsache mir geht’s gut!

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
18 Tage 42 Min

@aristoteles
naiver geht’s wohl nicht mehr!

Tabernakel
18 Tage 24 Min

Was passiert wenn Salvini gestürzt wird?

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
17 Tage 21 h

Ehm… den Monti hat keiner gewählt, den Letta auch nicht, den Renzi auch nicht und den Gentiloni auch keiner. Gestürzt hat sie niemand…naja der Letta ist vom Renzi von hinten erdolcht worden

Sag mal
Sag mal
Kinig
17 Tage 21 h

@iuhui wenn mal Selbst nicht weisst wies weitergehn soll und Es interessiert Keinem…davon kommt a u c h “die weg schau Gesellschaft”

m69
m69
Kinig
17 Tage 19 h

https://www.suedtirolnews.it/user/6079_smith_w/

ich muss dich leider korrigieren Renzi 2 hat sehr wohl jemand gewählt, leider!

Anton
Anton
Grünschnabel
17 Tage 18 h

@aristoteles . Oh do bosch ober super schlecht informiert!

Lorin
Lorin
Tratscher
17 Tage 18 h

6079 Smith
Und den Conte hast du gewählt?

Anton
Anton
Grünschnabel
17 Tage 5 h

@typischer Bledsinn, denn du olm wieder verzopfsch – sorry ober der Zynismus muas dir decht selber oft weah tian

Anton
Anton
Grünschnabel
17 Tage 5 h

@6079 jedes volk hot die politiker de es sich verdient und wenn die Leit lei auf ihr Ego schauen und suscht blind sein, nor werden sie holt a Psychopathen zu Politikern hoben

Anton
Anton
Grünschnabel
17 Tage 5 h

@6079 – der Mehrheitsstimmen sein Gott seiDonk recht gering, des hoast fost die Hälfte hot ondere gewählt und de hoben eben a a stimm

josef.t
josef.t
Tratscher
17 Tage 53 Min

Die Minusdrücker haben die Option wohl 
vergessen, oder nie davon gehört und das 
waren ihre Eltern oder Großeltern ?
Der Wohlstand in Südtirol macht viele ” BLIND ” ?

Daktari
Daktari
Grünschnabel
16 Tage 6 h

Tabernakel@Dann haben wir noch einen Messias ..dich ?

m69
m69
Kinig
7 Tage 16 h

@Daktari 

der Tabi ist alles nur kein “Messias”! 🙂 LOL

Tabernakel
18 Tage 16 Min
Zeus
Zeus
Neuling
17 Tage 19 h

So wie ich es verstanden habe hat Italien der Besatzung und deren Gäste Verpflegung angeboten, das müsste reichen bis sie wieder in Afrika sind. Und wenn das Schiff noch nich voll sein sollte könnte Italien sicher auf einige Gäste verzichten

lupo990
lupo990
Superredner
17 Tage 15 h

Sea-Watch ist ein deutscher Verein mit Sitz in Berlin.Ich frage mich,wieso bringen sie sie nicht direkt nach Deutschland.??

m69
m69
Kinig
7 Tage 16 h

lupo990@

gute Frage! das könnte man eigentlich die (F)M-erkl fragen… 🙂

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