Scott dreht das Entführungsdrama derzeit in Rom

Ridley Scott dreht in Rom Film über Getty-Entführung

Donnerstag, 13. Juli 2017 | 10:11 Uhr

Im heißen Rom dreht der britische Regisseur Ridley Scott (“Blade Runner”) derzeit das Entführungsdrama “All the Money in the World” über die spektakuläre Entführung des reichen Erben John Paul Getty III. Der 18-jährige US-Schauspieler Charlie Plummer spielt den 17-jährigen Enkel des Öl-Milliardärs John Paul Getty, der 1973 fünf Monate in der Hand skrupelloser Entführer war.

Die Rolle des reichen Ölmagnaten Getty übernimmt Kevin Spacey, Michelle Williams spielt die Rolle der Mutter des jungen Entführten. “Dieser Film ist kein Biopic, sondern ein Einblick in fünf dramatische Monate im Leben des jungen Getty”, berichtete Scott, der im November 80 Jahre alt wird. Szenen des Films wurden dieser Tage auf der zentralen Piazza Navona im Herzen der Ewigen Stadt gedreht. Scott hatte in Rom vor 17 Jahren bereits “Gladiator” gedreht.

Gettys Großvater hatte sich zunächst geweigert, Mitgliedern der kalabrischen Mafia ‘Ndrangheta das Lösegeld zu bezahlen. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, schnitten die Mafia-Kidnapper dem jungen Getty sogar das rechte Ohr ab. Getty lebte damals bei seiner Mutter und seinen Geschwistern in Rom und führte dort ein extravagantes Leben. Sein für seine Sparsamkeit bekannter Großvater vermutete, sein Enkel habe die Entführung nur inszeniert, um an sein Geld zu kommen. Laut Medienberichten argumentierte er, wenn er zahle, hätte er bald 14 entführte Enkel.

Erst als Gettys Großvater einlenkte und schließlich rund 2,8 Millionen Dollar zahlte, wurde der Entführte auf einer Autobahn zwischen Rom und Neapel freigelassen. Neun mutmaßliche Kidnapper wurden festgenommen, jedoch nur zwei von ihnen verurteilt. Von dem Lösegeld fehlte jede Spur. Die Zeit in der Gefangenschaft hatte den Teenager geprägt. Seine Versuche, wieder in ein normales Leben zurückzufinden, scheiterten. Von Panikattacken geplagt, flüchtete sich Getty in Drogen.

1981, im Alter von nur 25 Jahren, erlitt er nach einer Überdosis einen Hirnschlag und lag sechs Wochen im Koma. Als Getty wieder aufwachte, war er teilweise gelähmt, fast blind und konnte nicht mehr sprechen. Der US-Amerikaner saß danach im Rollstuhl und lebte zurückgezogen, bis er im Februar 2011 im Alter von 54 Jahren starb.

Von: apa

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