Die Beziehungen beider Staaten sollten nicht aufs Spiel gesetzt werden

Rom fordert moderate Töne – Alfano trifft Kurz

Mittwoch, 19. Juli 2017 | 20:20 Uhr

Die jüngsten Äußerungen von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) sorgen weiterhin für Unmut in Italien. Italienische Politiker appellierten an Wien, moderatere Töne anzuschlagen. Italiens Außenminister Angelino Alfano kritisierte am Mittwoch die Tonart Österreichs als Wahlkampfrhetorik. Alfano wird am Donnerstag in Wien erwartet, laut österreichischem Außenministerium gibt es ein Treffen mit Kurz.

“Früher oder später wird auch der österreichische Wahlkampf enden und dadurch wird sich auch die Tonart wieder beruhigen”, sagte Alfano am Mittwoch bei einem Besuch in Bozen. Am Brenner würden die Dinge auch dank der Zusammenarbeit mit Österreich gut funktionieren, betonte der italienische Außenminister, “und wir werden weiterhin ein Maximum an Sicherheit garantieren”.

Zuvor hatte bereits sein Stellvertreter Mario Giro die Regierung in Wien zu moderateren Tönen gegenüber Rom aufgefordert. “Man kann nicht die Beziehungen zwischen Staaten wegen Wahlkampfdebatten aufs Spiel setzen”, betonte der Vize-Außenminister laut Medien vom Mittwoch. Die Debatte rund um die Brenner-Grenze bezeichnete Giro als “surreal”. Es gebe keinen “Anstieg der Migrantenzahl am Brenner, wie auch die österreichischen Behörden bereits mehrmals betont haben”.

Scharfe Worte kamen auch von der italienischen Parlamentspräsidentin Laura Boldrini, die die Äußerungen von Kurz beim EU-Außenministerrat am Montag in Brüssel als “deprimierend” bezeichnete. “Diese Drohungen haben wir schon gehört und sie haben zu nichts geführt. Politik betreibt man nicht mit Drohungen, mit Grenzschließungen oder mit dem Militär”, so Boldrini in einer Rede vor der Abgeordnetenkammer am Dienstag. Drohungen wie jene von Österreich würden lediglich Angst und Unmenschlichkeit nähren.

Kurz hatte beim EU-Außenministerrat am Montag in Brüssel Italien erneut vor einem “Weiterwinken” von Flüchtlingen Richtung Norden gewarnt. Notfalls “werden wir die Brenner-Grenze schützen”, sagte Kurz.

Verständnis für Kurz zeigte in Italien nur die ausländerfeindliche Oppositionspartei Lega Nord. “Österreich ist im Recht, das Problem liegt an Italien, das die Außengrenzen schützen muss”, erklärte Lega-Chef Matteo Salvini.

Der italienische Außenminister Alfano kommt am Donnerstag nach Wien, um bei der OSZE die Prioritäten des italienischen OSZE-Vorsitzes im kommenden Jahr zu präsentieren. Das österreichische Außenministerium bestätigte, dass es bei dieser Gelegenheit ein Treffen mit dem derzeitigen OSZE-Vorsitzenden Kurz geben wird. Zuvor hatte das Außenamt in Rom wissen lassen, Alfano plane bei seinem Besuch in Wien kein Treffen mit Kurz.

Kritik am Auftreten Österreichs gegenüber Italien kam am Mittwoch auch hierzulande aus den Reihen der Opposition. Die Grüne Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek warnte davor, “die langjährigen guten Beziehungen mit Italien aus innenpolitischen Motiven mit Wahlkampfgetöse” zu belasten. “Ich würde mir wünschen, dass Außenminister Kurz mit dem in Jahrzehnten mühsamer Kleinarbeit angefertigtem und sehr wertvollem Porzellan der gut nachbarschaftlichen Beziehungen sorgfältiger umgeht”, so die Grüne Vizepräsidentin des Europaparlaments.

“Verwundert” über die jüngsten Spannungen mit Italien zeigten sich auch die NEOS. “Gerade bei einer für Europa so entscheidenden Frage, wie der sinnvollen Bewältigung der Migrationsströme, sollten die EU-Mitgliedsstaaten an gemeinsamen, gesamteuropäischen Lösungen arbeiten. Das Ausrichten von Statements über die Medien ist hier definitiv fehl am Platz”, so der stellvertretende NEOS-Klubobmann Niki Scherak.

Von: apa

Kommentare

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31 Kommentare auf "Rom fordert moderate Töne – Alfano trifft Kurz"


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Lingustar
Lingustar
Tratscher
30 Tage 23 h

Wenn “Rom Wien zu moderateren Tönen auffordert”, dann sollte stattdessen endlich einmal jemand mit denen in Rom “Tacheles reden”, damit DORT endlich mal was passiert. Österreich macht den Brenner Richtung Norden dicht. Italien macht seine Häfen dicht. NGO Schiffe werden beschlagnahmt und die anderen können ihr Strandgut in Häfen der Länder abladen, unter deren Flagge sie fahren – oder dorthin zurückbringen, wo sie es aufgeladen haben. Und schon ist Ruh – mit Sicherheit !!

nikolaus
nikolaus
Grünschnabel
30 Tage 22 h

Du nennst Menschen Strandgut? Du bist ein armer Mensch !

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
30 Tage 20 h

@nikolaus, @Languste hat heute seinen moderaten Tag. Rassismus-Light.

kaisernero
kaisernero
Grünschnabel
30 Tage 20 h

@nikolaus 
mir sein bold  ols orme menschen… wenn do gach holb afrika  auekimmp..

nikolaus
nikolaus
Grünschnabel
30 Tage 17 h

@kaisernero und deswegen berechtigt es jemanden diese Menschen Strandgut zu nennen?

Tabernakel
30 Tage 15 h

@ivo815
Die Deutschen versuchen halt alles um Stimmung zu machen!

Tabernakel
30 Tage 15 h

@nikolaus
Wann wird jemand hier ausgeschlossen?

unter
unter
Tratscher
30 Tage 7 h

@nikolaus nicht solche Fragen stellen, die überfordern…

One
One
Grünschnabel
1 Monat 4 h

Fernab jeglicher Realität schreit ein Abgeordneter aus Rom nach Wien und behauptet dass am Brenner keine Emigranten sind. Ich traue mich zu wetten dass dieser Römer nicht weiss wo der Brenner ist geschweige denn in letzter Zeit einmal dort war um die Flüchtlinge links und rechts auf der Autobahn zu zählen.

Tabernakel
30 Tage 15 h

Ich war gestern noch am Brenner. Ich war erschrocken. Migranten wohin man schaut. Niederländer, Schweizer, Briten, Dänen, Schotten, Finnen und sogar Deutsche! Am schlimmsten die Italiener. Alles voll Migranten die uns ihr Geld freiwillig bringen. Abschaffen, Brenner schließen!

Staenkerer
30 Tage 5 h
de römischen schreibtischtieger warn jo froh wenn lei frei viele illegal noch östereich pilgratn! je mehr nach norden verschwiendn, je wieniger brauchn se sich über den bewusst gepflegten u. gewinnbringenden zustrom im süden zu rechtfertigen! solong im namen der “flüchtlingsproblematik” so viele gelder kreuz u. wuer durch europa gschobn wern u. damit so viele dunkle kanäle schön aufgfüllt bleibn werd jeder der klortext red zrugggepfiffn u. jeder der a ende verlong als menschenrechtsgegner u. unruhestiffter deklarier! was schlußentlich in zukunft aus de menschen, ansäßige wie neuankömmlinge, werd, interessiert in de olle nit, weder den “menschenrechtlern” u. schun gor nit den… Weiterlesen »
Staenkerer
30 Tage 5 h
@Tabernakel es ischbtraurig wenn a olter monn wie du de heutige problematik schienred de in zukunft insre kinder, enkel, urenkel belosten! solln mir olte bez. erwochsene wieder teilnamslos zuaschaugn, od. gor guathoaßn wie du, wie a problem aus de ruder laft u. de naher u. ferner zukunft überschattet,des mir heit no (mit mühe) zu lösn kanntn? damit in 70 johr wieder erben gib mit an der schuld der ahnen konfrontiert sein wie mir heint? damit de erben, sem zurecht, auf insre gräber deutn u. sogn kennen das insre tatenlosigkeit u. de ermutigung vontypn wie dir, schuld sein das es soweit… Weiterlesen »
MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
29 Tage 7 h

@Tabernakel …………..selten dumme Bemerkung!!!!!

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
1 Monat 1 h

Man erkläre Herrn Giro, dass Österreich mitten im Wahlkampf steckt. Da ist es wirklich zu viel verlangt, von Politikern noch rationale Aussagen zu erwarten. Bitte einfach reagieren, als ob Ihr Dreijähriger halluziniert. Lächeln, trösten, Recht geben, loben… nicht ernst nehmen.

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
30 Tage 21 h

..mochen Politiker ausserhalb des Wahlkampf was anderes 😂

..lächeln, nicht reagieren….

Eppendorf
Eppendorf
Superredner
1 Monat 2 h

Reine Panikmache der Össis.

maria zwei
maria zwei
Superredner
30 Tage 18 h

Rom fordert…….. dass i nit loch…….. de solln endlich wos tian gegn de illegale Einwanderung!!!!

Tabernakel
30 Tage 15 h

Welche illegale Einwanderung? Ich sehe nur Flüchtlinge.

maria zwei
maria zwei
Superredner
30 Tage 6 h

@Tabernakel dann mach die Augen auf und schalte wenn möglich das Hirn ein…….

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
29 Tage 7 h

@maria zwei ……………..gut bemerkt,Bravo!

Dublin
Dublin
Universalgelehrter
1 Monat 1 h

…es bräuchte weder harte noch moderate Töne (= “bla bla”), wenn endlich mal gehandelt würde…da tut sich nichts… 😆

zombie1969
Mistermah
Mistermah
Superredner
1 Monat 10 Min

Richtig so. Warum soll jetzt die Allgemeinheit dafür zahlen? Sich als Samariter profilieren und dann nichts mehr wissen wollen, wenns um den eigenen Geldbeutel geht.

Tabernakel
30 Tage 15 h

@Mistermah
Gib doch einfach aus Deinem Geldbeutel.

witschi
witschi
Universalgelehrter
1 Monat 4 h

nana, die sagen nur die wahrheit

gruessgott
gruessgott
Neuling
30 Tage 20 h

jo liebe boldrina – politik betreibt man nicht mit drohungen, sondern mit obwortn und teetrinken.
in italien sind bald dermassen viele flüchtlinge, dass der stiefel bald im wasser versinken wird (nebeneffekt: die feuerwehr italiens hätte unterstützung)

Kropfli
Kropfli
Grünschnabel
30 Tage 16 h

Na mal schauen was kommt wenn in Italien wieder Wahlkampf herrscht. Also sogar Politiker bestätigen, dass das alle Aussage im Wahlkampf immer heisse Luft ist. Applaus!!!

oli.
oli.
Universalgelehrter
30 Tage 14 h

Das hat nicht nur mit dem Wahlkampf zu tun , AT reagiert auf die Massen was ins Land kommt.
Die in ROM bekommen wie immer nix in die Reihe , würden Sie im Hafen durchgreifen oder in Brüssel , aber es passiert nix.

DAS LAND /EU IST VOLL , SOVIEL ARBEIT GIBT ES IN DER EU FÜR ALLE AUCH NICHT.
SONST HÄTTEN EINIGE LÄNDER WENIGER ARBEITSLOSE.

unter
unter
Tratscher
28 Tage 23 h

Die Massen die in AT ins Land kommmen hahah das ich nicht lache. Wenn du das mit den Ankömmligen in Italien vergleichst ist es so gut wie gar nichts! Und das sich Italien schwer tut ist verständlich. Da schon kommen Massen an! Und als EU sollte man so solidarisch sein, dass Hilfe automatisch kommt und nicht Italien erst darum betteln muss!

andr
andr
Tratscher
29 Tage 21 h

das maximum an Sicherheit kann den Bürger nicht mehr schützen

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
29 Tage 19 h

Nichts kann den Bürger vor der eigenen Idiotie schützen

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