70.000 Tonnen Müll gingen nach Dürnrohr

Rom schickt ab 3. Dezember keinen Müll mehr nach NÖ

Samstag, 25. November 2017 | 10:44 Uhr

Ab nächster Woche wird die Stadt Rom ihren Abfall nicht mehr in der Müllverbrennungsanlage in Dürnrohr bei Zwentendorf (Bezirk Tulln) entsorgen. Der Vertrag, indem vereinbart wurde, dass wöchentlich ein Zug mit Haushaltsabfall von Rom in Richtung Zwentendorf startet, läuft am 3. Dezember ab. 70.000 Tonnen Müll wurden laut den vertraglich festgelegten Bedingungen in Niederösterreich verbrannt.

Aus dieser Müllmenge wurde Strom für 170.000 Haushalte in der Region und Fernwärme für St. Pölten erzeugt. Die ersten Züge mit Haushaltsabfällen aus der italienischen Hauptstadt waren im Dezember 2016 in Dürnrohr eingetroffen. Jetzt will die Stadt Rom aufgrund von Sparmaßnahmen versuchen, den Müll in den angrenzenden Regionen zu entsorgen.

Der Ewigen Stadt droht ein Weihnachten mit einer neuen Müllkrise. Wegen Problemen mit einigen Deponien und Müllverbrennungsanlagen habe sich die Menge des Mülls reduziert, die in Rom entsorgt werden kann. Wegen des Stopps der Züge nach Zwentendorf droht sich die Lage jetzt zuzuspitzen.

Zehn Müllentsorgungsgesellschaften in den Regionen Abruzzen, Toskana, Umbrien, Piemont und Lombardei erklärten sich zur Übernahme des Hausmülls aus der Ewigen Stadt bereit. Das Problem ist, dass Einigungen zwischen den Regionen für den Transport getroffen werden müssen, die aber aufgrund der Bürokratie längere Zeit beanspruchen könnten. Die Stadtregierung um Bürgermeisterin Virginia Raggi sei besorgt, berichtete die römische Tageszeitung “Il Messaggero”.

Pläne für die Errichtung von Müllverbrennungsanlagen scheiterten in Rom immer wieder aufgrund von Anrainerprotesten. Dazu kamen Missmanagement und Korruption beim Entsorgungsunternehmen AMA, bei dem ein Finanzloch von 650 Millionen Euro klafft.

Von: apa