Ronaldos Wechsel hat das Interesse an Juve-Spielern wie Dybala geweckt

Ronaldo-Wechsel zu Juve sorgt für Euphorie – aber auch Unmut

Mittwoch, 11. Juli 2018 | 15:33 Uhr

Die schwarz-weiße Cristiano-Ronaldo-Show kann starten: Nach wochenlangen Spekulationen ist der Transfer des Fußball-Superstars von Real Madrid zu Juventus Turin seit Dienstagabend perfekt. Italien jubelte – obwohl der Mega-Deal finanzielle Bedenken aufwirft. Derweil suchen die Königlichen aus Madrid bereits ihren neuen König.

“Unglaublich, aber wahr: Er kommt!”, schrieb die “Gazzetta dello Sport” am Mittwoch geradezu euphorisch. Der “Corriere della Sera” berichtete gar von einem “Geschäft des Jahrhunderts”. Das Ronaldo-Dress mit der Nummer sieben, das schon wenige Minuten nach der Bekanntgabe des Wechsels in Juve-Onlineshop erhältlich war, dürfte zum Verkaufsschlager werden.

Gleichzeitig geistert bei aller Freude die Frage durch die Fußballwelt, wie Juventus den Transfer finanzieren will. Nach Medienberechnungen werden der Club und sein Eigentümer, Fiat-Chef Andrea Agnelli, für das gesamte Ronaldo-“Paket” zwischen 340 und 400 Millionen Euro hinblättern müssen. Der Transfer kostet der “Alten Dame” laut eigenen Angaben insgesamt 112 Millionen. Dazu komme das Netto-Salär des Portugiesen von insgesamt 120 Mio. für die kommenden vier Spielzeiten samt Steuern und Abgaben.

In Italien verdichten sich daher die Gerüchte über einen möglichen Verkauf anderer Juve-Stars. So sollen unter anderem die argentinischen Offensivspieler Paulo Dybala und Gonzalo Higuain zu haben sein. Für Dybala soll Liverpool 90 Mio. Euro bieten, berichtete die Zeitung “Tuttosport” am Mittwoch online. 30 Mio. für den Ronaldo-Transfer sollen laut Medienberichten aus den Kassen der Firma Fiat kommen, der Portugiese im Gegenzug dafür zur Werbefigur der Automarke werden.

Viele Fiat-Mitarbeiter, die seit Jahren mit eingefrorenen Gehältern auskommen müssen, sind damit alles andere als glücklich. In einer Mitteilung der Vertreter der Arbeiter des Werks in Melfi wird ein Proteststreik zwischen dem 15. Juli am Abend und 17. Juli in der Früh angekündigt. Das Geschäft mit Ronaldo sei “nicht hinnehmbar”, hieß es. “Ist es normal, dass eine einzelne Person Millionen verdient und Tausende von Familien mit ihrem Geld nicht bis Mitte des Monats auskommen?”, fragte die zuständige Gewerkschaft.

Die Aktien von Juventus gaben am Mittwochvormittag wegen Gewinnmitnahmen jedenfalls um sechs Prozent nach. Von 28. Juni, als die ersten Gerüchte über eine mögliche Ronaldo-Verpflichtung aufgetaucht waren, bis zur offiziellen Bekanntgabe am Dienstagabend hatten die an der Mailänder Börse gehandelten Titel um 37,7 Prozent an Wert zugelegt.

Die Madrider Zeitungen nahmen unterdessen Abschied von ihrem großen Star. “Es wird nie wieder so einen geben. Cristiano, die Legende mit den 451 Toren, geht weg. Das Ende einer Ära”, titelte die Sportzeitung “Marca”. Wirklich getrauert wurde in der spanischen Hauptstadt aber nicht, sondern nach der französischen Heroldsformel “Der König ist tot, es lebe der König!” in die Zukunft geblickt.

Laut übereinstimmenden Medienberichten soll Real-Clubchef zwei Kandidaten als Ronaldo-Nachfolger im Blick haben: Der milliardenschwere Baulöwe wolle entweder den Brasilianer Neymar (26) oder den französischen Jungstar Kylian Mbappe (19) zum Champions-League-Seriensieger holen. Ob Paris Saint-Germain einen der beiden Angreifer ziehen lässt, darf aber bezweifelt werden, wollen die katarischen Clubbosse dort doch endlich die lange ersehnte Champions League gewinnen.

Als Alternativen sollen bereits Kontakte mit dem Belgier Eden Hazard (Chelsea) und Englands WM-Goalgetter Harry Kane (Tottenham) aufgenommen worden sein. “Florentino muss nun das Scheckbuch herausholen”, meinte die Zeitung “Sport”.

Zum Abschied von Ronaldo gab es zwar von beiden Seiten nette Worte. Diese kämen aber nicht wirklich von Herzen, sondern seien von Anwälten ausgehandelt worden, meinten spanische Medien. Ronaldo soll seit Jahren mit Perez im Clinch gelegen sein, weil er sich bei einem Netto-Jahresgehalt von zuletzt 23 Millionen Euro unterbezahlt gefühlt habe. Der 33-Jährige, der derzeit noch in Griechenland urlaubt, verlasse Real “durch die Hintertür”, kritisierten Kommentatoren.

Von: APA/dpa/Ag.

Kommentare

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18 Kommentare auf "Ronaldo-Wechsel zu Juve sorgt für Euphorie – aber auch Unmut"


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Ninni
Ninni
Universalgelehrter
9 Tage 2 h

Diese Millionen ..ups

Da sieht man, wie es den Italienern schlecht geht..oh graus
es ist ja “nur” Fussball

Na dann, Ronaldo, fürs Geld kann man ja auch aufn Spielfeld den “Kasper” spielen ..noch gr…..er

Jedem seines..

Nico
Nico
Tratscher
8 Tage 21 h

wos tatn noar die Engländer Spanier und de fa Paris?? sem werdn selche Transfers jedes Johr gimocht, und sem reg sich niemand au! und das de Investition gut für die Wirtschaft sein wird siegt wiedermal niamand oder??

aristoteles
aristoteles
Tratscher
9 Tage 1 h

isch der “olte” no so viel wert?

oli.
oli.
Universalgelehrter
9 Tage 38 Min

Besser wie die Südtiroler 1.Mannschaft alle zusammen.

kleinerMann
kleinerMann
Tratscher
8 Tage 7 h

hon i mi a schun gfrogg . . hobm de eigentlich koane eigenen guaten aus dr Berretti oder Primavera Monnschoft ??

Don Giovanni
Don Giovanni
Grünschnabel
8 Tage 23 h

Nimmr normal… mir als fussbollfans solletn ols bold boykotieren… 😡😡😡😡😡

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
8 Tage 12 h

I boykottiere den gonzn Profi Zirkus, schaug net, zohl koane Tickets und kaf a koane Fanartikel.
Des isch nimmer Fussball, des isch Milliardnshow von Hohlköpfe.
Wer echten, ehrlichn Fussball sechn will soll insre südtiroler Amateureliga schaugn und unterstützen. De trainiern noch der Orbeit und in der knoppn Freizeit und leischtn Gewaltiges!

kleinerMann
kleinerMann
Tratscher
8 Tage 7 h

@PuggaNagga: Wahre Worte, obr solong es Leit gib, de fr a Ticket ibr 100€, und fr “Fanartikel” no amol etliche 100€ ausgebm konn man des mochn. Hon des sowieso nia vrstondn. Ebm, wia du richtig schreibsch, in die Amateurligen isch no dr guate, olte Fuassboll zi sechn u. drnoch konn man a no amol mitnondr a Bierchen zischen – des isch dr Sinn vin Sport. . . Profifuassboll isch lei mehr pervers u. mit dr Wrestlingshow in Amerika vergleichbor = Brot u. Spiele um das Volk bei Laune zu halten !

Freiheit
Freiheit
Grünschnabel
6 Tage 5 h

kleinerMann

hage
hage
Grünschnabel
8 Tage 21 h

Nun verkauft Juve Leibilan mit Ronaldoaufschrift: 120€ x 1.000.000 Stück und schon haben sie das Geld wieder zurück! 👍

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
8 Tage 12 h

I kaf net oan oanzigis. De kriagn koan Cent va mir!

Storch24
Storch24
Tratscher
8 Tage 20 h

Mit 23 Millionen Euro unterbezahlt. Eigentlich eine Schwei……… aber bitte, hat ja auch viele Frauen und Kinder zu ernähren.

oli.
oli.
Universalgelehrter
8 Tage 18 h

neidisch ???
An seiner Stelle würde Du das gleiche machen.

Forza Juve 🏆🥇

kleinerMann
kleinerMann
Tratscher
8 Tage 7 h

und die Leihmütter nicht vergessen . . müssen ja auch bezahlt werden 🙂 . .

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
7 Tage 11 h

Das ist nicht mehr Fussball,das ist ungerechtfertigter Millionenwucher. Seid ihr eigentlich noch bei “Sinnen”😡😡😡

andr
andr
Superredner
7 Tage 11 h

Das Argument der Arbeiter regt zum Denken an was da abgeht

mewa
mewa
Grünschnabel
7 Tage 19 h

Komisch, ober wenn der Vettel und der Raikkonen zusommen über 80 Mio im Johr von Ferrari / Fiat kriagn regt sich koaner au.

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
6 Tage 21 h

Nunja, die Rennfahrer riskieren ihr Leben. Ein Fussballer hat im schlimmsten Fall (es gibt Ausnahmen) eine Verletzung die nach Wochen oder Monaten wieder verheilt ist.
Aber richtig finde ich keine Millionen Gehälter, von keinem Sportler ist das gerechtfertigt!

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