Salvini will "Antworten von Europa"

Salvini lässt gerettete Migranten in Sizilien nicht an Land

Dienstag, 21. August 2018 | 15:56 Uhr

Nach mehreren Tagen im Mittelmeer ist ein Schiff der italienischen Küstenwache mit 177 Migranten an Bord im sizilianischen Catania eingelaufen. Allerdings dürfen die Geretteten das Schiff zunächst nicht verlassen, wie die Nachrichtenagentur ANSA in der Nacht auf Dienstag berichtete. Italiens Innenminister Matteo Salvini von der rechtsgerichteten Lega will die Menschen nicht an Land gehen lassen.

Salvini will “Antworten von Europa”, bevor er die Migranten nach Italien lässt, verlautete aus Kreisen des Ministeriums. Verkehrsminister Danilo Toninelli von der Fünf-Sterne-Bewegung hatte dem Schiff am Montag die Erlaubnis für die Einfahrt in den Hafen gegeben.

“Die Menschen an Bord sind misshandelt (und) gefoltert worden und sind Opfer des Menschenhandels”, erklärte die Sprecherin des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) in Italien, Carlotta Sami, “Sie brauchen dringend Hilfe und das Recht darauf, Asyl zu beantragen. Das ist ein fundamentales Recht, kein Verbrechen”, so Sami.

Die Menschen waren am Donnerstag von einem Boot in der Such- und Rettungszone Maltas aufgenommen und auf das Schiff “Diciotti” gebracht worden. Die Italiener brachten 13 Menschen, die dringend medizinisch versorgt werden mussten, auf die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa. Die “Diciotti” sollte die anderen Migranten nach Malta bringen. Dafür wurde ihr aber von Malta die Erlaubnis verweigert.

Italien hatte die EU-Kommission am Sonntag dazu aufgefordert, andere Mitgliedsstaaten auszumachen, die die im Meer Geretteten aufnehmen. Die Kommission ist einer Sprecherin zufolge daraufhin mit den EU-Staaten in Kontakt getreten.

Von: APA/dpa

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