Zirkuswelt erhebt schwere Vorwürfe - auch Chiku lebt dort

Schlechte Tierhaltung in Semproniano?

Donnerstag, 30. April 2015 | 10:15 Uhr

Semproniano – Die Zirkuswelt in Italien wehrt sich gegen die Beschlagnahme von Tieren aus ihrem Besitz und bläst gegen Tierschützer und Auffangzentren zum Angriff.

Dazu hat eine Delegation des sogenannten „Nationalen Zirkusamtes“ Mitte April das Auffangzentrum für Wildtiere in Semproniano in der Toskana spontan besucht, um den Zustand der Tiere und deren Haltung unter die Lupe zu nehmen.

Wie die Tageszeitung „Il Tirreno“ berichtet, bestand die Delegation aus dem Präsidenten des Zirkusamtes, Antonio Buccioni, dem Präsidenten der Siac, Gaetano Montico, der Tierärztin, Barbara Cavedo, und Aldo Martini.

Im Auffangzentrum befinden sich auch Tiere, die dem Zirkus „Martini“ im Oktober beschlagnahmt wurden, darunter ein Tiger und ein Löwe.

Der Zutritt wurde der Gruppe jedoch zunächst verwehrt. Erst am Tag darauf konnte die Delegation gemeinsam mit den eingeschalteten Carabinieri ins Zentrum gelangen. Ihnen wurde aber nur die Besichtigung der besagten Zirkustiere erlaubt.

Nach dem Besuch sprachen die Vertreter des Zirkusamtes von schlechter Tierhaltung. Die Tiere im Auffangzentrum seien in bedenklicher gesundheitlicher Verfassung, abgemagert und apathisch. Der Löwe sei unterernährt gewesen und der Tiger habe gehumpelt.

Direktor bestreitet die Vorwürfe

Dies streitet der Direktor des Aufnahmezentrums in Semproniano, Marco Aloisi, vehement ab. Der Löwe sei bereits in schlechter Verfassung in seiner Einrichtung eingetroffen. Nach den erforderlichen Therapien gehe es ihm jetzt wieder etwas besser. Der Tiger leide hingegen an einer Arthrose.

Die Vertreter der Zirkusse wollen jedoch der Einschätzung ihrer Tierärztin folgen, die sich seit Jahren um Zirkustiere kümmert.

Auch Chiku lebt im Auffangzentrum

Bekanntlich lebt der Serval-Hybrid Chiku aus St. Pankraz seit Februar ebenfalls im besagten Zentrum – zumindest vorerst. Noch bis 4. Juni muss er warten, bis die Entscheidung fällt, ob er wieder nach Hause zu Herrchen Herbert Raich nach St. Pankraz darf.

Wie berichtet, wurde der Kater beschlagnahmt, nachdem er ausgebüchst war und als „gefährliches Tier“ eingestuft wurde.

Von: ©lu

Bezirk: Bozen