Schweiz im Strombereich der "Mülleimer" Europas?

Schweiz warnt EU: Könnten Stromtransit nach Italien stoppen

Sonntag, 29. April 2018 | 15:20 Uhr

Die Schweizer Netzgesellschaft Swissgrid warnt vor weiteren Verzögerungen in den Verhandlungen zwischen der EU und der Schweiz beim Stromabkommen. Kommt es zu keiner Einigung, könnte die Schweiz den Stromtransit nach Italien stoppen, sagte Swissgrid-CEO Yves Zumwald am Freitag vor einer österreichischen Delegation in Laufenburg.

Die Integration des europäischen Strommarkts schreitet mit großen Schritten voran. Weil die Schweiz aber von dieser Entwicklung ausgeschlossen ist, kann sie bei der Planung nicht mitreden. Durch den steigenden Anteil an Erneuerbaren vor allem in Deutschland werden die Stromflüsse zudem unberechenbarer.

Die ungeplanten Lastflüsse aus den Nachbarländern erreichen seit 2015 Ausmaße, die laut Swissgrid die nationale Versorgungssicherheit gefährden. Kurzfristige Korrekturmaßnahmen, um das Netz zu stabilisieren und ein Blackout zu verhindern, gehören mittlerweile zum Alltag. Die Schweiz sei im Strombereich der “Mülleimer” Europas, bringt es Market-Leiter Jörg Spicker mit drastischen Worten auf den Punkt.

Die Verhandlungen zwischen der Schweiz und der EU stocken seit 2014. Damals war das Stromabkommen beinahe fertig ausverhandelt. Dass seither kein Weiterkommen möglich war, habe wenig mit der Sache an sich zu tun, sagte Spicker. Die EU wolle beim institutionellen Rahmenabkommen, das die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der EU und der Schweiz auf neue Beine stellen soll, Druck ausüben. Deswegen “nimmt man uns in Geiselhaft”, so Spicker. “Wir fühlen uns missbraucht.”

Dabei spiele die EU aber “mit dem Feuer”. Denn die Nicht-Einbindung der Schweiz bei der Integration des Strommarkts gefährde nicht nur die Schweizer Versorgung, sondern auch jene Italiens, denn viele Importe des Mittelmeerstaats fließen über die Schweiz. “Wenn wir Last abwerfen müssen, um unser Netz zu retten, werden wir das tun”, warnte Swissgrid-CEO Zumwald. “Und wenn es meine letzte Entscheidung als CEO ist.”

Von: apa

Kommentare

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19 Kommentare auf "Schweiz warnt EU: Könnten Stromtransit nach Italien stoppen"


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Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
27 Tage 7 h

Kaum zu glauben dass es in dieser EU nix mehr als lauter Probleme gibt .

bern
bern
Superredner
27 Tage 3 h

@Mikeman
etwas einseitige Sichtweise deinerseits auf die EU. Vielleicht solltest du auswandern? Nach Russland?

Antivirus
Antivirus
Superredner
27 Tage 1 h

@bern die EU ist wie sie ist einfach nur Lächerlich…”der größte Niezenverein ” so Beckenbauer 😂😂😂

MickyMouse
MickyMouse
Universalgelehrter
26 Tage 16 h

@Antivirus Beckenbauer und die FIFA,was sagt ihr dazu? 😡

Orschgeige
Orschgeige
Tratscher
27 Tage 4 h

Die armen Schweizer! Mühlhaufen Europas, in Geiselshaft, von Europa mißbraucht! Ich dachte die Schweiz lebt von Geldwäsche und Steuerhinterziehung?

Waltraud
Waltraud
Superredner
26 Tage 15 h

Orschgeige

Darum sollten einige in der EU vorsichtig sein. Wie schnell man erfahren kann, wer da sein Geld bunkert, hat die Vergangenheit gezeigt.

m69
m69
Grünschnabel
27 Tage 7 h

…. die Schweiz, dein Freund und Helfer… ❤

Waltraud
Waltraud
Superredner
27 Tage 6 h

m69

Wenn du einen Freund und Helfer brauchst, behandle ihn auch gut.

Orschgeige
Orschgeige
Tratscher
25 Tage 28 Min

Wor se net die Polizei?

raunzer
raunzer
Tratscher
27 Tage 5 h

Wenn man die Produktivität der EU in diesem Fall Brüssel benoten müsste wäre eine Doppelnull (00) mit Sicherheit angemessen.
Vielleicht sollte die Schweiz das Experiment wagen und den Stecker ziehen.

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
27 Tage 2 h

@ bern
Solches Geschwätze kann nur von einem Sesselkleber kommen,ist ja klar ,in Russland funktioniert es zehnmal besser als hier nur 
lassen die keine Europäer rein ,die sind nicht so doof 😀.

Leonor
Leonor
Tratscher
26 Tage 15 h

Mikeman

Du hast fa Atomkraftwerk in Russland geredet. Ist auch nicht weit weg fa Tschernobyl, ein sauberes Stromlösung?

Peter B.
Peter B.
Grünschnabel
27 Tage 2 h

die EU  erpresst nicht nur die Schweiz!

moler
moler
Tratscher
27 Tage 4 h

de hobn wenigstens no eier in der hose

Tabernakel
27 Tage 7 h

Noch genügend Kerzen im Stadl?

Paul
Paul
Superredner
27 Tage 7 h

Mailand im Kerzenlicht

Waltraud
Waltraud
Superredner
26 Tage 15 h

Paul

Hätte mal was.

VES
VES
Grünschnabel
26 Tage 14 h

Die Stromtransitregeln mit CH umd anderen nicht Eu Ländern stammen noch aus einer Zeit vor der Zunahme des hohen Anteils der erneuerbaren v.a aus Deutschland. Dieser Zappelstrom ist ausserordentlich schwierig zu managen, dh. das muss dringend neu geregelt werden auch um den Preis der Verklappung zu Negativerlösen. Der Verantwortliche aus Ch hat vollkommen recht!

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
26 Tage 12 h

@ Leonor
Ich muß Ihnen zu gestehen dass Tschernobyl ein Beispiel endloser Schlamperei war aber ich glaube auch dass man daran in aller Welt dazu gelernt hat!
Was der EU nicht zu verzeihen ist sind der “Nietenverein” in Brüssel
welcher der ganzen Gemeinschaft sehr viel Geld kostet und de facto
gar nix zu Stande bringt aber ist ja sowieso egal denn in nicht mal paar Jahrzehnten ist Europa sowieso nicht mehr zu erkennen.

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