Chaos in Südfrankreich nach Überflutungen und Unwettern

Schwere Unwetter in Norditalien und Südfrankreich

Samstag, 03. Oktober 2020 | 20:26 Uhr

Unwetter und Überschwemmungen haben am Samstag Norditalien und Südfrankreich heimgesucht. Im Hinterland der französischen Stadt Nizza wurden weiterhin acht Menschen vermisst. Unter ihnen seien zwei Angehörige der Feuerwehr, die im Einsatz waren, wie der Nachrichtensender Franceinfo unter Berufung auf die Behörden berichtete. Dramatisch war auch die Lage im benachbarten Norditalien, wo zwei Todesopfer, zwei Vermisste und Schäden in Millionenhöhe vermeldet wurden.

Ein freiwilliger Feuerwehrmann aus der Gemeinde Arnad im Aostatal starb bei einer Rettungsaktion durch einen umgestürzten Baum, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Auch in anderen Regionen wie in Ligurien und im Piemont richteten überschwemmte Flüsse und umgekippte Bäume starke Schäden an. Zahlreiche Haushalte waren ohne Strom.

Sechs deutsche Touristen, die zuvor vermisst worden waren, sind in Sicherheit gebracht worden. Dies berichtete die lokale Alpinrettung. Die Urlauber wurden in guter Verfassung in einer Berghütte lokalisiert, wegen der schlechten Wetterlage konnten sie nicht absteigen. Die fünf Männer und eine Frau wurden mithilfe von Rettungseinheiten sicher ins Tal gebracht. Damit sinkt die Zahl der Vermissten in Norditalien auf zwei.

Der französische Regierungschef Jean Castex und Innenminister Gerald Darmanin eilten nach Nizza, um sich ein Bild in dem betroffenen Departement Alpes-Maritimes zu machen. Der im ganzen Land bekannte Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi, war sichtlich betroffen: “Wir sind mit einem Unglück konfrontiert, wie ich es im (Departement) Alpes-Maritimes noch nicht erlebt habe.” Der konservative Politiker kündigte laut Medien an, dass die Armee in der Region eingesetzt werden solle. Etwa 100 Häuser seien in der Region zerstört oder beschädigt worden, so Estrosi.

Der Abgeordnete Eric Ciotti sprach von “Horrorszenen”. Sein Heimatdorf Saint-Martin-Vesubie in den Bergen nördlich von Nizza sei teilweise zerstört worden. Laut Medien wurde der Friedhof des Ortes fortgerissen.

Viele Straßen der Region mit tief eingeschnittenen Gebirgstälern waren nicht mehr passierbar. Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten. Tausende Haushalte waren ohne Strom. Am dem Flughafen Nizza laufe der Flugbetrieb wieder normal, teilte der Airport via Twitter mit.

In der norditalienischen Region Piemont meldeten die Behörden elf Vermisste. Auch eine deutsche Trekkinggruppe habe sich zunächst nicht bei einem Hotelier gemeldet, der sie nach einer mehrtägigen Tour bei Terme di Valdieri abholen sollte, hieß es in Berichten. Im Aostatal waren einige Orte nach Erdrutschen und Brückenschäden zeitweise vom Verkehr abgeschnitten.

Es gab Hunderte von Noteinsätzen in den italienischen Unwettergebieten seit Freitagabend. Tunnel wurden durch Wassermassen überflutet und Straßen mussten gesperrt werden. Besonders heftig traf es dabei die piemontesische Provinz Cuneo. Am Samstagmorgen hatte sich die Wetterlage in vielen Teilen im Nordwesten an der französischen Grenze wieder etwas beruhigt, hieß es im Fernsehen.

Die Schlechtwetterfront zog auch in Richtung Venetien. In Venedig wurde die neue Hochwasserschutzanlage MOSE hochgefahren. Die Tore der Flutschleusen an den Öffnungen der Lagune seien in Betrieb genommen worden. Die neu gebaute Anlage war in den vergangenen Monaten ausgiebig getestet worden. Sie soll schlimme Hochwasser in der Lagunenstadt verhindern.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sprach Menschen, die vom Herbststurms “Alex” getroffen wurden, via Twitter sein Mitgefühl aus. Der Sturm hatte in der Bretagne im Nordwesten des Landes erhebliche Schäden verursacht. “Gemeinsam werden wir diese Bewährungsprobe bestehen”, schrieb der 42-Jährige.

Unwetter mit schweren Folgen sind in Südfrankreich keine Seltenheit. Im Herbst vergangenen Jahres kamen 14 Menschen ums Leben. Die dicht bebaute Cote d’Azur wurde genau vor fünf Jahren von schweren Unwettern getroffen, 20 Menschen starben damals.

Von: APA/ag.

Kommentare

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11 Kommentare auf "Schwere Unwetter in Norditalien und Südfrankreich"


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falschauer
20 Tage 16 h

ach wozu die ganze aufregung, das war schon immer so, gebt weiterhin vollgas uns ganz nichts in die knie zwingen

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
20 Tage 13 h

ja genau, interessant: wenn man “Klimawandel” schreibt, dann bekommt man 👎, wenn man “es war schon immer so” schreibt, dann bekommt man 👎…. ich sehe der Durchschnittsbürger hat keine klare Idee…

Neumi
Neumi
Kinig
20 Tage 5 h

@ Jiminy vor allem haben die eine Idee, die gegen etwas sind, sei es das eine oder das andere.

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Tratscher
20 Tage 8 h

Schwere Unwetter hat es immer schon gegeben und wird es immer geben, so lange die Erde besteht. Berichteten die Medien nicht darüber, gehörten sie zum Alltag.

Neumi
Neumi
Kinig
20 Tage 5 h

Es geht nicht darum, OB es Unwetter gibt, sondern wie viele.
Damit diese Mengen an Wasser auf uns runter kommen können, müssen sie zuerst mal hoch und das geht nur durch Wärme.

Klima ist keine Temperaturschwankung an einem Punkt, Klima ist die Durchschnittstemperatur des gesamtn Planeten über 30 Jahre gemessen und die steigt seit Beginn der Messungen immer schneller an.


Ich hab hier natürlich die Kurve verwendet, die am dramatischsten ausschaut. Hier ist der komplette Artikel:
https://sonnentaler.net/aktivitaeten/meteorologie/klima/klima-planet-ich/wiss-hintergruende/temperaturentwicklung-weltweit.html

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
20 Tage 4 h

mit dem kleinen Unterschied, dass sie in letzter Zeit jede paar Wochen kommen und der homo sapiens sich immer mehr ausgebreitet hat und somit immer mehr Schäden entstehen!!

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
20 Tage 3 h

@Neumi
vergiss es, der Durchschnittsbürger will das Evidente gar nicht wahrnehmen da er sonst auf irgendetwas verzichten müsste, oh Schreck! 😱

Neumi
Neumi
Kinig
19 Tage 15 h

@Jiminy Der eine oder andere sollte sich mal Prof. Walter Leschs Videos zu dem Thema anschauen. Der geht in einigen auch auf die Argumente der Gegner ein und analysiert selbige oder besser: lässt analysieren von Leuten, die sich seit Jahrzehnten damit beschäftigen.

Das hier ist ein guter EInstieg
https://www.youtube.com/watch?v=QWfzim9Ttyc

sophie
sophie
Superredner
20 Tage 13 h

Der Klimawandel immer öfter im Anmarsch

george
george
Superredner
20 Tage 10 h

und immer fleißig Masken tragen, dann kann uns nicht passieren!

sophie
sophie
Superredner
20 Tage 8 h

Schrecklich für die Menschen die den Schaden erleiden, hoffentlich wird es nicht zu schlimm

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