47 Migranten an Bord der Sea-Watch 3

Sea-Watch: Fünf Länder zur Migrantenaufnahme bereit

Dienstag, 29. Januar 2019 | 21:09 Uhr

Fünf Länder sind bereit, die insgesamt 47 Migranten an Bord des Rettungsschiffes “Sea-Watch 3” aufzunehmen. Dabei handelt es sich um Deutschland, Frankreich, Portugal, Rumänien und Malta, teilte der italienische Premier Giuseppe Conte bei dem Gipfeltreffen der Mittelmeerländer “Med 7” am Montagabend auf Zypern mit.

“Italien erlebt jetzt eine neue Notstandsphase, die die Unfähigkeit Europas bezeugt, mit dem Migrationsproblem umzugehen. Ich danke den befreundeten Ländern, die sich zur Aufnahme der Migranten bereit erklärt haben”, so Conte. Der französische Präsident Emmanuel Macron bestätigte die Bereitschaft seines Landes, einen Teil der Migranten aufzunehmen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte ordnete am Dienstagabend indes an, dass Italien den Migranten auf dem blockierten Rettungsschiff so schnell wie möglich medizinische Unterstützung, Essen und Getränke zukommen lassen muss. Das Schiff harrt derzeit vor der sizilianischen Küste aus, weil es in Italien nicht anlegen darf.

Der Kapitän des Schiffes und Migranten an Bord haben Anträge auf eine sogenannte einstweilige Maßnahme gestellt. Nach diesem Verfahren kann der Gerichtshof in Fällen drohender Menschenrechtsverletzungen einschreiten und Staaten anweisen, Abhilfe zu schaffen.

Das Rettungsschiff “Sea-Watch 3” hatte die Asylsuchenden am 19. Jänner vor der libyschen Küste aufgenommen. Wegen eines Sturmtiefs ankert es derzeit vor der Küste der sizilianischen Stadt Syracus. Das Schiff darf aber keinen italienischen Hafen anlaufen.

Von: apa