Raue Maßnahmen

Seenotretter beklagen Behinderungen bei Flüchtlingssuche

Freitag, 24. November 2017 | 18:25 Uhr

Hilfsorganisationen haben eine zunehmende Behinderung bei der Suche nach schiffbrüchigen Flüchtlingen auf dem Mittelmeer beklagt. Die deutsche Organisation Mission Lifeline erklärte am Freitag, dass ein EU-Marineschiff sie von einer Suchaktion abgehalten habe.

Man habe die Aufforderung von einem Schiff der EU-Operation Eunavfor Med erhalten, aus dem Suchgebiet abzufahren, sagte ein Sprecher der sächsischen Organisation. Als Grund sei eine militärische Übung angegeben worden. Der Vorfall sei ein weiteres Zeichen, wie Hilfsorganisationen abgedrängt würden, um Migranten zu suchen.

Die deutsch-französisch-italienische Organisation SOS Mediterranee erklärte, von der italienischen Küstenwache zum “Stand-by” angewiesen worden zu sein, damit die libysche Küstenwache mit der Marine eine Rettungsaktion von drei Schlauchbooten durchführen könne.

Am Vortag habe man vom Einsatzzentrum in Rom die Anweisung bekommen, eine Rettung nicht durchzuführen, sondern auf die libysche Küstenwache zu warten. Da diese jedoch nach langer Wartezeit nicht gekommen sei, habe das Einsatzzentrum doch SOS Mediterranee das Okay zur Rettung gegeben. Auf dem Schlauchboot sei auch eine tote Frau gewesen. Sie habe nach Berichten von Überlebenden einige Tage vor der Abfahrt eine Totgeburt erlitten.

Von: APA/dpa