Shiffrin feierte ihren 54. Weltcup-Sieg

Shiffrin-Sieg im Cortina-Super-G

Sonntag, 20. Januar 2019 | 13:36 Uhr

Mikaela Shiffrin kam, sah und siegte. Ohne Abfahrtstrainings in den Beinen gewann die US-Amerikanerin am Sonntag den Super-G von Cortina. Es war der 54. Sieg im Ski-Weltcup für die 23-Jährige. Hinter der Liechtensteinerin Tina Weirather wurde die Steirerin Tamara Tippler Dritte. Schwer gezeichnet war hingegen Lindsey Vonn, die nach einem Ausfall tränenreich ihr Karriereende ankündigte.

Abfahrt-Double-Siegerin Ramona Siebenhofer schied in einem Bewerb mit insgesamt 22 Ausfällen aus. Nach wenigen Sekunden brachte sie in einer der ersten Linkskurven keinen Druck auf den Außenski und erwischte das nächste Tor nicht. Auch Lara Gut-Behrami, Ilka Stuhec, Ricarda Haaser oder Nadine Fest sahen das Ziel nicht. So wie Vonn, die im ORF-Interview in Tränen ausbrach. “Ich wollte nicht aufhören, aber ich kann nicht weiter”, stammelte die US-Amerikanerin, die offenbar mit großen Knieschmerzen während der Rennen kämpft.

“Die Schmerzen sind zu viel”, meinte die 34-Jährige, die nun überlegen wolle, ob sie die Saison noch zu Ende fährt. “Ich kann nicht gehen mit 50 oder 40. Ich muss wirklich alles überlegen und schauen.” Ursprünglich hatte Vonn angekündigt, die laufende Saison noch zu Ende fahren zu wollen. In Cortina hatte sie an diesem Freitag ihr jüngstes Comeback nach einer weiteren Knieverletzung gegeben.

Vonn hat in ihrer Karriere 82 Weltcup-Rennen gewonnen – weit mehr als jede andere Skiläuferin. Ihre Nachfolgerin steht allerdings schon parat, schließlich hat Shiffrin mit nicht einmal 24 Jahren bereits 54 Siege auf der Habenseite. Mit ihrem jüngsten Erfolg schloss sie am Sonntag in der ewigen Bestenliste zu dem Salzburger Hermann Maier auf.

“Ich hatte einen Tag mit sehr gutem Super-G-Training”, sagte Shiffrin. “Ich hatte das Gefühl auf meinen Skiern wieder finden müssen, und ich habe wirklich Vertrauen in meine Ausrüstung im Moment.” Die beiden Abfahrten am Freitag und Samstag hatte Shiffrin ausgelassen, im Vorjahr war sie aber hier schon unterwegs.

“Ich habe mir gedacht, dass ich oben nicht die Schnellste sein werde, weil ich den Speed noch nicht so gewohnt bin. Aber ich bin diese Strecke schon gefahren, also weiß ich, was hier passiert”, erklärte die überlegende Weltcup-Führende, die 0,16 Sekunden Vorsprung auf Weirather hatte. “Ich habe dann Zeit gewonnen, weil ich einfach wirklich aggressiv war. Es ist sich ausgegangen.”

Tippler freute sich über den ersten Podestplatz seit dem Super-G in Lenzerheide im März 2016. Rang drei dürfte ihr wohl auch endgültig das Ticket für die Ski-WM in Aare gesichert haben. “Das taugt mir voll. Ich habe mir vorgenommen, schon ein bisschen mit Hirn zu fahren. Ich habe gesehen, dass viele ausgefallen sind. Ich wollte es besser machen”, meinte die 27-Jährige. “Wenn eine WM ist, ein Großereignis, will man immer, dass es passt, dass man dabei ist. Aber es ist natürlich kein Wunschkonzert.”

Als Neunte war die Tirolerin Stephanie Venier zweitbeste Österreicherin, Cornelia Hütter (12.) und Nicole Schmidhofer (13.) verpassten nach nicht fehlerfreien Fahrten die Top Ten. Mirjam Puchner wurde 18., dahinter klassierte sich Christina Ager als 20. Auch die Vorarlbergerinnen Ariane Rädler (24.) und Nina Ortlieb (30.) machten noch Weltcup-Punkte.

Von: apa