Regionen fordern Treffen mit Regierung

Ski-Lockdown: Venetien fordert einheitliche Regeln

Donnerstag, 26. November 2020 | 15:05 Uhr

Venetien, zu dem renommierte Dolomiten-Bergortschaften wie Cortina d Ampezzo gehören, hat am Mittwoch erneut einheitliche EU-Regeln in Sachen Skiurlaub gefordert. “Es muss zu Regeln im Einklang mit den anderen EU-Ländern kommen. Ansonsten stehen wir vor der ganzen Welt als die Dummen da. Es wäre nicht gerecht, die Dolomiten geschlossen zu halten, während man in Österreich, Slowenien, oder in der Schweiz Ski fährt”, so Venetiens Präsident Luca Zaia.

“Unsere Skipisten grenzen an Tirol und Kärnten. Wenn die Skianlagen dort offen sind und bei uns nicht, ist das für uns schwierig und peinlich”, sagte Zaia bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Venedig.

Ein Skiurlaub-Verbot während der Weihnachtszeit würde laut Zaia für die Berggebieten das Ende bedeuten. “Das meine ich nicht nur vom wirtschaftlichen, sondern auch vom sozialen Standpunkt. Viele Saisonarbeiter leben vom Wintertourismus. Wenn sie nicht mit den Einnahmen der Wintersaison rechnen können, müssen sie emigrieren. Dabei sind die Berggemeinden ohnehin schon von Jahr zu Jahr immer leerer”, klagte Zaia.

Italiens einseitiger Beschluss, das Skifahren zu Weihnachten zu verbieten, würde für das Land einen Verlust von 20 Prozent bedeuten, was einem Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) entspricht, geht aus Schätzungen der Beauftragten für den Wintertourismus der sechs norditalienischen Regionen Lombardei, Piemont, Aostatal, Trentino Südtirol, Venetien und Friaul Julisch Venetien hervor. Sie forderten ein Treffen mit der Regierung in Rom, um die Problematik zu besprechen.

Von: apa