Pahor spricht sich gegen eine Barriere aus

Slowenien gegen Migrationsbarriere an Grenze zu Italien

Samstag, 13. Juli 2019 | 12:54 Uhr

Der slowenische Präsident Borut Pahor hat am Samstag bei einem Besuch in Triest betont, dass keine Anti-Migrantenbarriere an der italienisch-slowenischen Grenze errichtet werden dürfe. “Italien und Slowenien gehören beide dem Schengen-Raum an. Es dürfen keine weitere Maßnahmen zum Grenzschutz ergriffen werden”, so Pahor nach Medienangaben.

Pahor traf am Samstag den Präsidenten der Region Friaul-Julisch Venetien, Massimiliano Fedriga. Dieser drängt auf eine Verschärfung der Anti-Migrationskontrollen an der Grenze zu Slowenien, um die illegale Einwanderung zu stoppen, die in den letzten Monaten zugenommen hat.

Pahor beteiligte sich am Samstag an einer Gedenkzeremonie anlässlich des 99. Jahrestags des Brands des “Narodni Doms” in Triest. Dabei handelte es sich um das Kulturzentrum der slowenischen Bevölkerung in der damals zu Österreich-Ungarn gehörenden Stadt. Am 13. Juli 1920 wurde der “Narodni Dom” als eines der nationalen Symbole der Slowenen in Triest von italienischen Faschisten niedergebrannt. Der Anschlag wurde vom späteren Sekretär der National-Faschistischen Partei, Francesco Giunta, initiiert und galt als Vergeltungsmaßnahme, nachdem bei Unruhen in Split zwei italienische Soldaten von jugoslawischen Sicherheitskräften erschossen worden waren.

Seit 1. Juli sind vier gemischte italienisch-slowenische Streifen im Einsatz. Polizisten aus den beiden Ländern patrouillieren zusammen an der Grenze nahe Triest und Görz (Gorizia). Auf slowenischer Seite – in Koper und Nova Gorica (Neu-Görz) – sind drei gemischte Polizeistreifen im Einsatz. Die Patrouillen sind bis 30. September geplant und könnten danach verlängert werden, wie es aus Rom hieß.

In Sachen Migration sieht der italienische Innenminister Matteo Salvini die Lage anders als Pahor. “Wenn mehr Polizisten genügen, ist alles in Ordnung. Ansonsten werden wir auch Schutzbarrieren an der slowenischen Grenze installieren”, sagte Salvini bei einer Veranstaltung seiner Regierungspartei Lega in der Provinz Verona am Freitagabend.

Salvini hatte Frankreich zuvor im Dunstkreis der Migrationsthematik der “Heuchelei” bezichtigt, weil die Stadt Paris Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete mit einer Verdienstmedaille ehrt. “Sie zeichnen die deutsche Kapitänin Carola Rackete wie eine Heldin aus, aber es war Paris, das nicht auf ihre Hilferufe reagiert hat”, erklärte Salvini am Samstag.

Dazu veröffentlichte er ein Mail der Kapitänin, in dem sie erklärt, dass Malta und Frankreich ihr einen Hafen verwehrt hätten. Carola sei wie “der Gewalttätigste der Gelbwesten-Bewegung”, weil sie mit der “Sea-Watch 3” ein Boot der italienischen Finanzpolizei gerammt und das Leben der Polizisten riskiert habe, sagte Salvini.

Rackete war mit Dutzenden Migranten an Bord unerlaubt in den Hafen von Lampedusa gefahren. Gegen sie wird in Italien ermittelt. Die 31-Jährige hat Klage gegen Salvini erhoben, weil er aus ihrer Sicht Hassbotschaften gegen sie gesendet und andere Menschen aufgestachelt habe.

Von: APA/dpa

Kommentare

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8 Kommentare auf "Slowenien gegen Migrationsbarriere an Grenze zu Italien"


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Staenkerer
1 Monat 11 Tage

olle druckn sich und wern gelobt dafür, italien will sich s druckn und werd dafür von de olle “verprügelt” …
hoch lebe das VEREINTE europs …. vereint oan stoot zu kritisiern …

denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 10 Tage

@Staenkerer. Ihr Kommentar steht im totalen Widerspruch zum Bericht. Textverständnis???

Staenkerer
1 Monat 10 Tage

@denkbar ach jo? warum? hobn sich nit de restlichen euländer 16 tog long nit geeinigt wer de flüchtlinge aufnehmen will? des wurde jo von salvini verlong um des schiff einlafn zu lossn…oder? qar des passiert war de kapitänin nie zur “heldin” gwortn und fronkreich kannt sich de farce mit der medalie sporn!
jo, es lig an der untätigkeit de oan euländer de lei schimpfend auf italen zoagn ober aie seit beginn der fluchtwelle alloan lossn mit dem “pech” das es holt am mittelmeer lig und als erster erreichbor isch!
darum no amoll: nix isch mit “VEREINTEN” europa!

denkbar
denkbar
Kinig
1 Monat 10 Tage

@Starnkeret . Sie checken den Fehler nicht, kann man nichts machen,
und ist auch egal! Regen Sie sich nicht so auf, schadet der Leber und dem Herzen.

Staenkerer
1 Monat 10 Tage
@denkbar wos denn das sich olle druckn welln de flüchtlinge aufzunehmen und italien sich d druckn will davo? isch sell a widerspruch? des leugnet salvini jo nit, im gegenteil, er isch der oanzige der klor sog das er se nit aufnehmen will, im gegensotz der ondern, de nit zigebn das se a nit welln, sondern ständig auf des gsetz verweißen des aufn ersten sichern hafen verweißt und daruf das des lond des se als erster betretn sie a kolltn muaß, also italien? isch des a widerspruch wenn man salvini troz dem gsetz recht gib das es sich wehrt? wenn man… Weiterlesen »
vfc
vfc
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Aha, alle an Italien angrenzenden Laendern duerfen die Grenzen zumac hen, nur Italien nicht? EU, schaemt euch

sakrihittn
sakrihittn
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

Natürlich will er keine Grenzzäune, denn dann müssten die Slowenen die Drecksarbeit machen.

falschauer
falschauer
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

mittlerweilen wendet sich europa von italien ab bzw isoliert sich italien von selbst….nicht einmal die busenfreunde wie orban ziehen amselben strang, armes italien wenn es so weiter macht, aber ich kann nur wiederholen, dass jedes volk diese regierung hat, welche es sich verdient!

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