Pedro Sanchez ist erst seit kurzem im Amt

Spaniens Premier beklagt “nationale Egoismen” bei Migration

Freitag, 15. Juni 2018 | 13:35 Uhr

Im Streit um die EU-Asylpolitik hat Spaniens neuer Regierungschef Pedro Sanchez “nationale Egoismen” beklagt. “Wir sind dazu bereit, gemeinsam für ein neues Europa zu arbeiten, in dem keine nationale Egoismen vorherrschen”, schrieb Sanchez am Freitag im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Seinen Tweet richtete der Sozialist Sanchez an den Interimschef von Italiens Demokratischer Partei (PD), Maurizio Martina. Martina hatte den spanischen Ministerpräsidenten dafür gelobt, dass Madrid sich nach der Weigerung von Italien und Malta bereit erklärte, hunderte Flüchtlingen aus dem Mittelmeer an Land zu lassen.

Unterdessen herrscht auch drei Tage nach der Rettung von rund 40 Überlebenden eines Flüchtlingsunglücks im Mittelmeer Unklarheit über deren Schicksal und den Verbleib des US-Marineschiffes, das sie aufgenommen hatte. Die “Trenton” hatte die Schutzsuchenden am Dienstag vor Libyen gerettet und zwölf Tote im Meer zurückgelassen.

Allerdings war auch am Freitagvormittag noch unklar, wo das Schiff mit den Überlebenden ist und ob sie in Italien anlanden dürfen, wie eine Sprecherin des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) in Deutschland sagte. Auch ein Sprecher der Internationalen Organisation für Migration (IOM), erklärte: “Man weiß immer noch nichts.” Die italienische Küstenwache ist an der Koordination offenbar nicht beteiligt, denn es gibt keine öffentliche Kommunikation über den Fall. Es hatte zunächst geheißen, dass die “Trenton” vor Augusta in Sizilien sei, aber auch das war nicht gesichert.

Italiens Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega will vor allem privaten Seenotrettern die Einfahrt nach Italien verbieten. So ist es bereits mit der “Aquarius” geschehen. Das Schiff der Hilfsorganisation SOS Mediterranee ist deshalb auf dem Weg nach Spanien.

Salvini sagte am Donnerstagabend auf die Frage nach der “Trenton” lediglich: “Wir arbeiten daran.” Das Problem seien nicht die 40 Migranten an Bord des US-Schiffes, sondern die 650.000 Migranten, die in Italien die vergangenen Jahre angekommen seien.

Von: APA/dpa