Viele Passagiere blieben am Boden

Streiks bei Alitalia und Eurowings führten zu Flugausfällen

Donnerstag, 22. September 2016 | 17:48 Uhr

Unzählige Flüge von und nach Italien sind am Donnerstag wegen eines Streiks der Piloten der Alitalia gestrichen worden. Am Flughafen Rom-Fiumicino fielen nach Angaben der italienischen Airline mehr als 150 Flüge aus. Die Piloten streikten gegen das Management, das mehrere Benefits für das Flugpersonal gestrichen hat. Einen Streik gab es auch bei der Lufthansa-Billigtochter Eurowings.

Alitalia-CEO Cramer Ball entschuldigte sich in einem Brief an die Passagiere für die Unannehmlichkeiten. “Als CEO dieser Airline habe ich mit allen Mitteln versucht, diesen Streik abzuwenden, der angesichts der Lage unserer Gesellschaft ein reiner Wahnsinn ist”, schrieb der Manager aus Australien. Die Gesellschaft sei bemüht, die Unannehmlichkeiten für die Passagiere zu reduzieren.

Bei Alitalia ist aufgrund hoher Verluste noch kein Land in Sicht. Nun muss Ball den Entwicklungsplan revidieren, der ein Erreichen der Gewinnschwelle bis 2017 vorsieht. Der CEO will die Personalkosten um 30 Prozent reduzieren. Die italienische Airline, an der Etihad – Groß-Aktionär der Niki-Mutter Air Berlin – eine 49-prozentige Beteiligung hält, hatte 2015 noch Verluste in Höhe von 1,5 Mio. Euro pro Tag gemeldet. Um in die Gewinnzone zu gelangen und sich im Kampf gegen Billigcarriers wie Ryanair zu profilieren, will Alitalia ihre Flotte ausbauen und auf Langstrecken-Flüge setzen.

Der Verdi-Streik des Eurowings-Kabinenpersonals in Düsseldorf hat unterdessen den Flugplan der Lufthansa-Billigtochter beeinträchtigt. Von 184 am Donnerstag in der Rheinmetropole geplanten Flügen hätten 16 gestrichen werden müssen, sagte ein Eurowings-Sprecher. Davon seien etwa 1.100 Passagiere betroffen gewesen.

Größere Auswirkungen habe der Ausstand nicht, da nur etwa 20 Flugbegleiter die Arbeit niedergelegt hätten, sagte der Firmensprecher. Verdi rief ursprünglich 250 bis 300 Stewards und Stewardessen der Frühschicht ab 5 Uhr zum Warnstreik auf. Verdi-Streikleiterin Hülya Grünefeld nennt den Ausstand dennoch einen Erfolg. “Viele Kollegen haben zum ersten Mal an einem Arbeitskampf teilgenommen.” Zur Zahl der Teilnehmer könne sie nichts Genaues sagen, aber zu einer Kundgebung in Düsseldorf seien 30 bis 40 Leute erschienen.

Verdi fordert in dem Tarifclinch für die 460 Kabinenmitarbeiter von Eurowings unter anderem eine Anhebung der Gehälter und eine Erhöhung der Funktionszulagen um jeweils sieben Prozent sowie 500 Euro Zulage für die Kabinenleitung. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. “Die Flugbegleiter bei Eurowings haben seit acht Jahren keine Lohnerhöhung mehr erhalten”, sagte Grünefeld.

Von: apa

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