Rekurse gegen Kürzung bei doppelten Leibrenten

Streit um Leibrenten auch im Latium

Samstag, 18. April 2015 | 11:19 Uhr

Rom – Dass Politiker ihre hohen Bezüge und ihre Leibrenten durchaus für gerechtfertigt halten, weiß man in Südtirol bereits zur Genüge. Nun ist in der Region Latium ein Streit um jene Politiker entbrannt, die zwei Leibrenten beziehen. 78 von insgesamt 272 Ex-Regionalratspolitikern, die betroffen sind, haben Rekurs vor dem Verwaltungsgericht gegen eine geringfügige Kürzung eingereicht. Die Kürzung war vor drei Monaten im Regionalrat einstimmig beschlossen worden, berichtet das Nachrichtenportal blitzquotidiano.it.

Unter den Namen jener, die Rekurs eingereicht haben, tauchen auch die drei ehemaligen Präsidenten der Region, Giulio Santarelli, Sebastiano Montali und Rodolfo Gigli, auf. Auch sie beziehen zwei Leibrenten.

Insgesamt ist bei den Rekursstellern das gesamte politische Spektrum vertreten – von den Grünen bis hin zu Forza Italia.

Die akkumulierten Leibrenten, von denen die Rede ist, machen im Durchschnitt drei bis achtmal so viel aus wie herkömmlichen Pensionen, die vom Rentenfürsorgeinstitut INPS ausgezahlt werden.

Die Kürzung, die im Latium beschlossen wurde, sieht einen höheren Solidaritätsbeitrag für all jene ehemaligen Abgeordneten vor, die zwei Leibrenten oder sogar drei kassieren. Außerdem wurde das Renteneintrittsalter für die Regionalratsabgeordneten von 50 auf 60 Jahre angehoben.

Ein konkretes Beispiel: Santarelli, der auch Parlamentarier war, erhält aus jener Zeit eine Leibrente von 2.856 Euro, von der Region bekommt er 4.144 Euro. Insgesamt macht das 7.000 Euro netto aus. Vor der der beschlossenen Kürzung erhielt er 8.106 Euro im Monat.

Von: ©mk