Antonio Tajani fordert Milliarden-Investitionen

Tajani: EU muss Mittelmeerroute schließen

Montag, 25. Juni 2018 | 05:48 Uhr

Um die Mittelmeerroute für Flüchtlinge zu schließen, fordert EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani Milliarden-Investitionen. “Nach dem Vorbild der Vereinbarung mit der Türkei, durch die die Balkanroute geschlossen werden konnte, muss die EU mindestens sechs Milliarden Euro investieren, um die Mittelmeerroute zu schließen”, schreibt Tajani in einem Beitrag für die deutsche Zeitung “Welt”.

Außerdem müssten die Europäer mit Transitländern wie Marokko, Tunesien und Algerien enger zusammenarbeiten. Es sei eine “glaubwürdige europäische Strategie” notwendig. “Wenn die Mitgliedstaaten keinen gemeinsamen Weg finden, die Ströme von Einwanderern und Asylbewerbern einzudämmen und zu regulieren, droht dem gesamten Projekt der Europäischen Union der Todesstoß versetzt zu werden”, schrieb Tajani weiter.

Die EU-Bürger seien nicht länger bereit, ein wehrloses Europa zu akzeptieren. Der EU-Gipfel Ende der Woche sei “die letzte Chance, die Erwartungen einer halben Milliarde Europäer nicht zu enttäuschen”.

Zugleich kritisierte der italienische Politiker die ungerechte Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU: “Von den 650.000 Asylanträgen in 2017 wurden 416.000 in nur drei Ländern gestellt: Deutschland, Frankreich und Italien.” Diese “offenkundige Ungerechtigkeit” hänge mit der Dublin-Verordnung zusammen, an der sich immer häufiger “Streitigkeiten und Spannungen zwischen unseren Mitgliedstaaten entzünden”.

Tajani forderte die EU-Staaten vor ihrem Gipfeltreffen am Donnerstag und Freitag in Brüssel auf, die Verteilung von Flüchtlingen gerechter zu gestalten. “Wir benötigen ein automatisches und verpflichtendes Verfahren, nach dem die Asylbewerber auf die Mitgliedstaaten verteilt werden”, schrieb der EU-Parlamentspräsident. Damit stellte er sich gegen Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), die Visegrad-Staaten und weitere Mitgliedsländer, die eine Verteilung nach Quoten in der EU vehement ablehnen.

Von: APA/ag.

Kommentare

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7 Kommentare auf "Tajani: EU muss Mittelmeerroute schließen"


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nobody
nobody
Tratscher
21 Tage 19 h

Tajani . Endlich einer der Klartext spricht. Höchste Zeit, wenn nicht schon zu spät.
Die Eu hat Italien mit der geamten Einwandererproblematik alleine gelassen.

Orschgeige
Orschgeige
Superredner
21 Tage 16 h

Asylanträge sollten online an eine Europäische Stelle gerichtet werden können. Das möglichst noch bevor die Flüchtlinge ihre Heimat verlassen. Sollten die Voraussetzungen für einen Asylantrag gegeben sein, sollten diese Flüchtlinge eine Art Vorzugs-Code erhalten, mit dem sie sich bei Hotspots noch in Afrika oder Asien melden können. Damit könnten sie sich die gefähtliche und teure Reise durch Afrika und das Mittelmeer ersparen und sicher nach Europa gelangen. Alle anderen Migranten wären so automatisch Wirtschaftsflüchtlinge und könnten an der afrikanischen Küste zurückgewiesen werden. Wenn niemand mehr durchkommt, hätten  die Schleusser ausverdient.       
 

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Tratscher
21 Tage 15 h

Wieder mal …müsste sollte könnte…blabla….jetzt mal die ärmel hochkrempeln und auf gehts. Fúr was werdet ihr denn so gut bezahlt???nur fürs blabla??? Wenn unsereiner mit soeinen arbeitswillen zur arbeit erscheinen würde….na servus

Paul
Paul
Universalgelehrter
21 Tage 13 h

Salvini der einzige. der was gegen das hinterlassene Chaos unternimmt

Paul
Paul
Universalgelehrter
21 Tage 13 h

in Strassbourg und Brüssel alle Damen und Herren nach Hause schicken

Paul
Paul
Universalgelehrter
21 Tage 15 h

errwachet

a sou
a sou
Tratscher
21 Tage 11 h

Hahaha, ein Wendehals?! 😂🤦‍♂️

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