Thiem setzte sich gegen Simone Bolelli mit 7:5,6:1,6:3 durch

Thiem zog gegen Bolelli in dritte French-Open-Runde ein

Mittwoch, 31. Mai 2017 | 16:07 Uhr

Mit einer wenig überzeugenden Leistung, aber dennoch sicher ist Dominic Thiem am Mittwoch in die dritte Runde der French Open eingezogen. Der 23-jährige Niederösterreicher besiegte den italienischen Qualifikanten Simone Bolelli mit 7:5,6:1,6:3. In der nächsten Runde trifft er am Freitag auf den US-Amerikaner Steve Johnson, der den Kroaten Borna Coric 6:2,7:6(8),3:6,7:6(6) besiegte.

Thiem steht in seinem 14. Major zum siebenten Mal unter den letzten 32. Er ist damit auch erstmals bei einem Grand-Slam-Tennisturnier in den ersten zwei Matches mit gesamt 6:0-Sätzen weitergekommen.

“Der erste Satz war sehr knapp. Das war ein Schlüssel dafür, dass ich heute gewonnen habe”, meinte Thiem noch auf dem Platz. Das Match begann zunächst gar nicht nach dem Geschmack Thiems oder seiner Fans, die übrigens auch im zweitgrößten Stadion von Roland Garros klar in der Überzahl waren. Der Weltranglisten-Siebente musste gegen die Nummer 470 gleich den Aufschlag zum 0:2 abgeben und geriet mit 0:3 in Rückstand. Nach einem Rebreak zum 2:3 ging es bis zum 4:4 mit dem Aufschlag. Im neunten Game ließ Thiem drei Breakbälle zum 5:4 aus.

Vergebene Breakchancen sollten sich auch in der Folge noch als ein Schwachpunkt im Spiel des Vorjahres-Halbfinalisten herauskristallisieren. Zum 6:5 gelang Thiem aber das Break und nach 48 Minuten servierte er zum 7:5 aus.

Als er Satz zwei mit einer 2:0-Führung begonnen hatte und bei 15:40 zwei Bälle zum Doppelbreak vorfand, sah es nach einer ganz glatten Angelegenheit aus. Doch erst zum 4:1 gelang es ihm mit dem fünften Breakball, Bolelli zum zweiten Mal in diesem Satz das Service abzunehmen. Nach 88 Minuten führte Thiem mit 2:0 in Sätzen. So richtig frei gespielt hatte sich der achtfache Turniersieger und Madrid-Finalist aber auch danach noch nicht. So vergab er im dritten Durchgang bei 3:2 nicht weniger als acht (!) Breakbälle und ließ Bolelli noch einmal auf 3:3 ausgleichen.

Danach war der Zug für den Italiener, der nach einer Verletzung im Ranking weit zurückgefallen ist (sein “personal best” war ATP-36.), aber abgefahren. Bei 5:3 begann Thiem zwar mit seinem siebenten Doppelfehler, dann ließ er bei 15 beide aber drei Asse en suite zu seinem 31. Sieg in dieser Saison folgen. Am Ende standen zwar 42 Winnern 32 unerzwungene Fehler gegenüber, doch an den vielen nicht verwerteten Breakchancen (nur sechs von 30) und der ersten Aufschlagquote (47 Prozent) sieht man doch auch Mängel im Spiel des Lichtenwörthers.

“Es ist natürlich immer ein Gewürge. Man hat am Ende gesehen, wie gut er spielt eigentlich. Man sieht auch, wie gut er spielt, wenn es notwendig ist”, sagte Thiem-Coach Günter Bresnik gegenüber der APA – Austria Presse Agentur. “Aber es ist halt störend, dass er so lange braucht, bis er sich freispielt. Er ist ein Spieler, der halt oft nur das macht, was notwendig ist, warum auch immer.”

Thiem selbst war letztlich mit seiner Leistung zufrieden. “Es war eine solide Performance, ein bisschen ein schlechter Start mit 0:3, aber dann ist es immer besser geworden. Ich bin glücklich, dass ich in drei Sätzen durch bin”, sagte der 23-jährige Lichtenwörther erfreut.

Bald danach kannte er seinen Gegner am Freitag, es ist der US-Amerikaner Steve Johnson. Der als Nummer 25 gesetzte US-Amerikaner vergoss nach dem in 3:53 Stunden hart erkämpften 6:2,7:6(8),3:6,7:6(6)-Erfolg über Borna Coric (CRO) bittere Tränen: Der Wien-Finalist 2015 hat erst vor knapp drei Wochen seinen Vater Steve senior verloren, der im Alter von 58 Jahren überraschend im Schlaf verstorben war.

Thiem hat bisher erst einmal gegen den Weltranglisten-26. gespielt, als er ihn 2014 in der ersten Runde von Nizza mit 3:6,7:6(5),7:5 geschlagen hat. Der Niederösterreicher wird sich gegen Johnson steigern müssen, denn das Gelbe vom Ei war die Leistung gegen Bolelli am Mittwoch noch nicht.

Angesprochen auf seine schwache Chancenverwertung (nur sechs von 30 Breakbällen) und auch seine lange Zeit für seine Verhältnisse schlechte Aufschlagleistung war Thiem nicht beunruhigt. “Das war natürlich jetzt nicht meine beste Leistung, aber ich habe trotzdem in drei Sätzen gewonnen. Das ist sehr positiv”, sagte Thiem, der gerne auch noch Reserven für die späteren Runden hat. “Ich mag es auch nicht, wenn ich in den ersten Runden unfassbar spiele. Es ist mir lieber, ich hebe mir meine wirklich guten Leistungen für ein bisserl später auf.”

Erstmals in seiner Karriere hat Thiem die ersten beiden Major-Runden jeweils mit 3:0-Sätzen gewonnen. “Ja, zweimal drei Sätze, da kann ich mich nicht beschweren.” Den Ärger über viele vergebene Breakbälle (allein acht bei 3:2 im dritten Satz: “das ist unfassbar”) konnte Thiem neuerlich gut schlucken. “Ich bin trotzdem ruhig geblieben und habe ihn dann im nächsten Game gebreakt.” Fakt ist natürlich auch für den Vorjahres-Halbfinalisten von Roland Garros: “Ich muss mich nächste Runde wieder steigern.”

Johnson kennt Thiem ganz gut. Er weiß, was ihn erwartet: “Er ist ein sehr gefährlicher Spieler: super Aufschlag, super Kick vor allem, eine der besten Vorhände. Bei ihm muss man schauen, dass man so viel wie möglich auf die Rückhand kommt”, hat er schon ein Rezept.

Sollte er neuerlich ein erstes Match spielen, dann möchte er sich etwas früher vorbereiten. “Vielleicht habe ich ein bisserl zu eng zum Match eingeschlagen, vielleicht ist das der Grund für den schlechten Start”, mutmaßte Thiem.

Zweifel an seiner Form oder auch nur an seinen Schlägen hat Thiem jedenfalls keine. “Eigentlich nicht. Ein paar Sachen gibt es immer. Seit Monte Carlo, wo das letzte Mal einiges nicht zusammengepasst hat, habe ich mein Spiel ganz gut zusammengepflückt. Seitdem läuft es ganz gut, fühle mich mit jedem Schlag wohl.”

Von: apa

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