Appell an die Justizbehörden

Tierschützer setzen sich für flüchtigen Bären im Trentino ein

Mittwoch, 17. Juli 2019 | 12:09 Uhr

Italienische Tierschützer haben eine Kampagne zur Rettung eines Braunbären mit der Kennzeichnung M49 gestartet, dem am Montag die Flucht aus einem elektronischen Gehege des Tierpflegezentrums Casteller im Trentino gelungen ist. Die Tierschützer riefen die Justiz auf, eine Untersuchung einzuleiten und dem entkommenen Raubtier das Leben zu retten.

Zuletzt tappte der Bär M49 am Dienstag in eine Fotofalle, er wurde in den Wäldern oberhalb von Pergine im Trentino fotografiert. Nach ihm wird weiterhin gesucht.

Das etwa drei Jahre alte Exemplar, das Landwirten und Viehzüchtern beträchtlichen Schaden zugefügt und mehrere Tiere gerissen hatte, war am Sonntag eingefangen und nach Casteller gebracht worden. Der Tierschutzverband AIDAA appellierte nun an die Justizbehörden, die Prozeduren zu klären, nach denen der Bär eingefangen, transportiert und gehalten worden sei. Bei der Gefangennahme war M49 sein mit einem GPS-Sender versehenes Halsband abgenommen worden, was die Suche nach ihm nun erschwert.

Der Initiative zur Rettung des Braunbären schloss sich auch die Regierungspartei “Fünf Sterne” an. Sie unterstützt den italienischen Umweltminister Sergio Costa, der sich gegen die Tötung des Tieres einsetzt.

Das italienische Verfassungsgericht bestätigte indes, dass der Bereich des Wolf- und Bärenmanagements vollständig in die gesetzgeberische Zuständigkeit des Trentino fällt. Die autonomen Provinzen Südtirol und Trentino können laut dem Urteil, nach Einholung eines positiven Gutachtens des Institutes für Umweltschutz und -forschung (ISPRA), eigenständig Maßnahmen zum Schutz der Berg- und Almwirtschaft erlassen und auch die Entnahme von problematischen Tieren vornehmen, wenn es keine anderen wirksamen Alternativen gibt.

Der Bär M49 ist einer von etwa 50 Bären, die sich derzeit im Trentino aufhalten. Er ist Teil des Wiederansiedlungsprojektes Life Ursus, das im Jahr 1999 mit Unterstützung der Europäischen Union zehn Bären aus Slowenien in die Region Trentino einführte. Die Braunbären im Trentino vermehren sich und haben in den vergangenen Monaten mehrere Tiere gerissen. Die autonome Provinz Trient forderte mehr Freiheit bei Fang und Tötung gefährlicher Exemplare.

Von: apa

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