Noch immer sind viele vollbesetzte Flüchtlingsboote unterwegs

Tote durch Kollision zwischen Kriegsschiff und Migrantenboot

Montag, 09. Oktober 2017 | 17:11 Uhr

Nach einer Kollision zwischen einem tunesischen Militärschiff und einem Migrantenboot in maltesischen Gewässern am Montag werden 30 Todesopfer befürchtet. Bisher seien acht Leichen geborgen worden. 40 Migranten wurden gerettet, berichtete Flavio Di Giacomo, Sprecher der Internationalen Migrantenorganisation (IOM). An Bord des Schiffes befanden sich circa 70 Menschen.

Das Unglück ereignete sich in der Nacht auf Montag unweit der tunesischen Kerkennah-Inseln. Infolge des Zusammenpralls mit dem tunesischen Militärschiff sei das Boot gekentert und gesunken, hieß es.

Schiffe der italienischen Küstenwache eilten den Flüchtlingen zur Hilfe. Auch ein Schiff der italienischen Marine war am Montag vor Ort im Einsatz. Die Rettungsaktion wurde von den maltesischen Behörden koordiniert, hieß es in Rom. Das tunesische Verteidigungsministerium leitete eine Untersuchung über die Ursachen des Unglücks ein, die zunächst unklar war. Nicht ausgeschlossen wurde, dass die Kollision erfolgt sei, nachdem Schlepper an Bord des Flüchtlingsbootes versucht hatten vor dem Kriegsschiff zu fliehen.

Seit einigen Wochen kommen immer häufiger Tunesier auf Flüchtlingsbooten über das Mittelmeer nach Italien. Laut italienischem Innenministerium sind seit Anfang September 1.400 Personen aus Tunesien in Italien registriert worden. “Wir versuchen zu begreifen, was hinter diesem Anstieg des Migrationsstroms aus Tunesien steckt. Bei den Migranten handelt es sich fast ausschließlich um Tunesier”, sagte Flavio Di Giacomo, Sprecher der Internationalen Migrantenorganisation (IOM).

Von: apa