Die beim Absturz komplett zerstörte Gondel

Überlebendem Buben geht es nach Seilbahnunglück besser

Montag, 31. Mai 2021 | 07:35 Uhr

Der Zustand des bei dem Gondelabsturz in Norditalien schwer verletzten Buben bessert sich weiter. Der Fünfjährige habe zum ersten Mal leichte Nahrung zu sich genommen, teilte das Kinderkrankenhaus in Turin am Sonntagabend mit. Der israelische Bub bleibe vorsichtshalber weiter auf der Intensivstation. Seine Tante und seine Großmutter seien bei ihm. Er hatte bei dem Unglück mit 14 Toten seine Eltern, seine Urgroßeltern und seinen Bruder verloren.

Indes zogen die Ermittlungen um die Ursachen der Katastrophe weitere Kreise. Laut der Staatsanwaltschaft könnten auch weitere Mitarbeiter der Seilbahngesellschaft “Ferrovie del Mottarone” angezeigt werden. “Wir prüfen, inwiefern sie von der Manipulation der Notbremse wussten”, teilte die ermittelnde Staatsanwältin Olimpia Bossi mit.

“Wir wollen nachgehen, ob die Mitarbeiter aktiv an der Aussetzung des Sicherheitssystems teilgenommen, oder ob sie Befehle von Vorgesetzten befolgt haben”, so die Staatsanwältin. Laut den Ermittlern hatte die Seilbahn bereits seit eineinhalb Monaten technische Probleme, von denen mehrere Mitarbeiter der Gesellschaft informiert waren.

Laut einer Untersuchungsrichterin in der norditalienischen Stadt Verbania bestehen keine Schuldbeweise gegen den Besitzer der Seilbahnanlage “Ferrovie del Mottarone” und gegen den Direktor, die am Mittwoch zusammen mit dem Einsatzleiter festgenommen worden waren. Laut der Untersuchungsrichterin würde es an soliden Beweisen gegen den Seilbahn-Besitzer und den Direktor fehlen, wie die Vernehmung der beiden Männer am Samstag bewiesen hätte. Die beiden kamen in der Nacht auf Sonntag wieder frei. Der Einsatzleiter wurde unter Hausarrest gestellt.

Das tödliche Seilbahnunglück am Lago Maggiore ist offenbar durch die absichtliche Abschaltung eines Sicherheitssystems verursacht worden. Die Bremsvorrichtung war Medienberichten zufolge bereits seit dem 26. April, dem Tag der Wiederaufnahme des Seilbahnbetriebs, wegen eines technischen Problems außer Betrieb. Bei dem Unglück starben Familien, junge Paare und zwei Kinder.

“Ich bin froh, zu meiner Familie zurückzukehren, aber ich bin verzweifelt wegen der 14 Todesopfer”, sagte der Betriebsdirektor beim Verlassen des Gefängnisses von Verbania. Er habe über die Aussetzung der Notbremse nichts gewusst. “Ich hätte diesen Beschluss nie genehmigt”, versicherte er.

Der Seilbahn-Einsatzleiter gestand seine Verantwortung ein. Er habe nie gedacht, dass es zu einem Kabelriss kommen würde. “Ich bin kein Krimineller. Ich hätte keine Menschen in die Kabine einsteigen lassen, wenn ich gedacht hätte, dass das Seil reißen würde”, sagte der Mann, der seit 38 Jahren für die Seilbahngesellschaft “Ferrovie del Mottarone” arbeitet.

In den kommenden Tagen wird die Inspektion durch einen Berater der Staatsanwaltschaft von Verbania am Unfallort beginnen. Die Arbeit des Beraters konzentriert sich auf das gerissene Zugseil, um die Ursachen des Bruchs zu prüfen. Der Anwalt des angeklagten Einsatzleiters ist bereit, seine eigenen technischen Berater zu ernennen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Überlebendem Buben geht es nach Seilbahnunglück besser"


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Trina1
Trina1
Universalgelehrter
19 Tage 9 h

Ormes Kind muss schon soviel Leid erleben! Gott schütze es 🙏

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
19 Tage 21 h

Hallo zum Abend,

hat der Herrgott den Rettungskräften wenigstens diesen kleinen Sieg gelassen.
14 Tote bergen müssen aber dieses kleine Häuflein Mensch wurde gerettet.

KASPERLE
KASPERLE
Tratscher
18 Tage 11 h
Wenn der Herrgott einen Menschen gerettet hat, dann hat er auch 14 umgebracht. Der kleine Bub kann “froh” sein (abgesehen vom Verlust der ganzen Familie), aber was ist mit den 2jährigen, den 9jährigen usw? Halt nicht mehr diese Logik aus, dass alles Schlechte auf der Welt vom Menschen kommt und alles Gute von Gott (inklusive Viren natürlich). Schuld ist der Mensch, aber anzudeuten dass Gott den Buben gerettet und auf die anderen gepfiffen hat, klingt nicht begeisternd…. Nehmen wir uns die Verantwortung für alles Gute und Schlechte auf der Welt und lassen wir Gott lieber aus den Spiel, der mit… Weiterlesen »
nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
19 Tage 4 h

Ich wünsche dem Kleinen alles erdenklich Gute und liebende Menschen, die sich um ihn kümmern!

mithirnundherz1
mithirnundherz1
Grünschnabel
18 Tage 12 h
isch jo klor dass de mitn meistn gelt dofun kem… 🤦🏼‍♀️ isch olm aso und wert olm aso san dass do kloane orbata die gonze schuld trog und a olm trogn werd se sig mann a ba odra derortiga tragödien dass de nio ka schuld insechn weil de fozui dozochn san is immeg aufrecht zu erholt und oanfoch ols lezze weit weck stoasn …orma kindo san iz ohne elton wegn so an egoismuss ers get olm la ums geld schnell viel geld vodion “ORMA GSELSCHOFT” heinte und olba merar lossn sich mietreisn ” HOBN HOBN HOBN” isch die neue richtlinie… Weiterlesen »
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