24-Jähriger gesteht Mord an Norma Megardi [75] – VIDEO

Unfassbar: Wegen ausstehender Pacht umgebracht und verbrannt

Montag, 27. Juni 2022 | 08:06 Uhr

Sale – Die Gemeinde Sale in der Provinz Alessandria im Piemont war Schauplatz einer schrecklichen Bluttat.

Vermutlich, weil sie die ausstehende Zahlung der Pacht – es war um 2.600 Euro gegangen – verlangt hatte, wurde die 75-jährige Pensionistin Norma Megardi vom 24-jährigen Luca Orlandi ermordet. Fünf Tage nach dem Fund der Leiche gestand der 24-Jährige, die Frau, von der seine Familie ein Grundstück mit einer Scheune gepachtet hatte, getötet und verbrannt zu haben.

Am Montagabend vergangener Woche wurde in einer unzugänglichen Gegend in der Nähe des Po-Damms bei Sale das ausgebrannte Wrack eines Kleinwagens der Marke Opel entdeckt. Auf dem Rücksitz befand sich eine verbrannte Leiche. Die mit den Ermittlungen betrauten Carabinieri fanden schnell heraus, dass es sich bei der Leiche um die sterblichen Überreste der 75-jährigen Norma Megardi handelte. Die pensionierte Englischlehrerin, die am Montagnachmittag für einen Einkauf die Wohnung verlassen hatte und nicht mehr heimgekehrt war, war von ihrem Mann als vermisst gemeldet worden.

Facebook/Norma Megardi

Den hinzugezogenen Carabinieri der Sondereinheit für wissenschaftliche Untersuchungen RIS von Parma gelang es, eine Vielzahl von Spuren zu sichern und einen möglichen Suizid des Opfers mit hoher Wahrscheinlichkeit auszuschließen. Auch die Angehörigen und Freundinnen des Opfers, die die 75-Jährige als glückliche und im sozialen Bereich engagierte Frau beschrieben, sagten gegenüber den Ermittlern aus, dass sich Norma Megardi niemals selbst das Leben genommen hätte. Schnell wurde klar, dass die Frau Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war.

Sehr bald geriet die Familie Orlandi, die von der 75-Jährigen ein Grundstück mit einer Scheune gepachtet hatte, ins Visier der Ermittler. In der ganzen Umgebung war bekannt, dass es wegen ausstehender Pachtzahlungen zwischen Norma Megardi und den Orlandi immer wieder zu schweren Auseinandersetzungen gekommen war. Nachbarn berichteten, dass im Zuge dieser Streitigkeiten Norma Megardi mit dem Tod bedroht worden wäre. Beispielsweise wären am Eingangstor tote Hühner aufgehängt worden. Daneben hätte ein Schild gehangen, das ungebetenen Besuchern damit gedroht hätte, „das Schicksal dieser Hühner zu teilen“.

Facebook/Norma Megardi

Die Orlandis waren in der Tat in großen Schwierigkeiten gewesen. Nach dem Konkurs des bäuerlichen Betriebs seiner Eltern hatte der 24-jährige Luca Orlandi den Hof übernommen. In der Folgezeit hatte sich die wirtschaftliche Lage des Betriebs aber kaum verbessert. Da ihnen die Pacht nicht überwiesen worden war, hatten immer mehr Besitzer der Grundstücke beschlossen, die Pachtverträge zu kündigen. Nachdem auch die Kurie die bestehenden Verträge nicht erneuert hatte, waren jene Grundstücke, die Luca Orlandi von Norma Megardi gepachtet hatte, die letzten gewesen, die die Familie bewirtschaftet hatte.

Da Norma Megardi zum Leidwesen der Orlandis fast täglich vorbeigekommen war, um die Hunde ihrer verstorbenen Cousine zu füttern und zu pflegen, hatte sie bei dieser Gelegenheit Luca Orlandi immer auf die ausstehende Pacht – es war um 2.600 Euro gegangen – aufmerksam gemacht. Aufgrund der ständigen Streitigkeiten war die 75-Jährige zum Entschluss gelangt, es den anderen Besitzern gleichzutun und den Pachtvertrag mit dem 24-Jährigen zu kündigen.

Eine Überwachungskamera trug dazu bei, den letzten Tag im Leben von Norma Megardi zu rekonstruieren. Auch am Montag vergangener Woche war sie zum Hof gefahren, um die beiden Hunde zu füttern und nach dem Rechten zu sehen. Beim Zusammentreffen mit Luca Orlandi wäre es zu einem wilden Streit gekommen, in dessen Verlauf der 24-Jährige die Frau angefahren und schwer verletzt hätte. Der Rekonstruktion und dem Geständnis des mutmaßlichen Täters zufolge hätte er den Opel des Opfers samt der Leiche zum Po-Damm gefahren, das Auto mit 20 Litern Benzin übergossen und es angezündet. Dem Inhaber der Karosseriewerkstatt, dem er seinen beschädigten Panda zur Reparatur gebracht hatte, hatte er mitgeteilt, dass er ein Reh überfahren hätte.

Facebook/Norma Megardi

Aber die schreckliche Bluttat lastete schwer auf dem Gewissen des jungen Mannes. Am späten Freitagabend sprach Luca Orlandi zuerst mit seinen Eltern und begab sich dann in deren Begleitung zu den Carabinieri. In der Nacht auf den Samstag legte der 24-Jährige ein umfangreiches Geständnis ab. „Ja, ich habe sie getötet“, so Luca Orlandi. Der 24-Jährige wurde wegen vorsätzlichen Totschlags, Brandstiftung und Zerstörung einer Leiche festgenommen und in eine Haftanstalt überstellt.

Seit dem Bekanntwerden der schrecklichen Tat ist weit über Sale hinaus das Entsetzen groß. Zugleich wirft dieses unfassbare Verbrechen aber auch ein Schlaglicht auf die schwierige Lage, in der sich viele landwirtschaftlichen Betriebe Italiens befinden.

Von: ka

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