Finanzspritze von der italienischen Mutter nach Ostgeschäft-Abspaltung

UniCredit schießt Bank Austria eine Milliarde Euro zu

Montag, 08. August 2016 | 15:44 Uhr

Mit Beschluss vom Freitag hat die Bank-Austria-Hauptversammlung eine neue Struktur per 1. Oktober fixiert. Eine Bedingung der Aufsicht war eine ausreichende Kapitalisierung der Wiener Bank, denn mit dem Abzug des Ostgeschäfts von Wien zur Kernmutter UniCredit nach Mailand geht auch viel Kapital mit. Ende letzter Woche hat UniCredit eine Milliarde Euro nach Wien überwiesen.

Außerdem sagte UniCredit weitere Investitionen zu. Bank-Austria-Betriebsratschef Adolf Lehner äußerte sich heute zuversichtlich, dass sich bei der Bank Austria in Österreich auch im neuen Aufbau Geld verdienen lässt. Wichtig sei, dass sie Universalbank bleibt. “Ich glaube, dass die eine Milliarde Gesellschafterzuschuss eine gute Ausgangsbasis ist”, sagte Lehner am Montag im ORF-Mittagsjournal. Er schätzt, dass die Bank die am besten kapitalisierte Großbank Österreichs sei.

In der zu nahezu hundert Prozent der UniCredit gehörenden Bank Austria hat der mit Namensaktien ausgestattete Betriebsratsfonds um Absicherungen für die Bank und ihr Geschäftsmodell in Österreich gerungen.

Wie die Bank Austria am Wochenende bekannt gab, wurde der Zuschuss von der UniCredit am 4. August geleistet. Die Hauptversammlung der Bank Austria habe “einstimmig” die Abspaltung des CEE-Geschäfts der Bank Austria in die UCG BeteiligungsverwaltungGmbH (“NewCo”), eine österreichische Gesellschaft zur Gänze im Besitz der UniCredit SpA beschlossen. NewCo genehmigte ebenfalls die Abspaltung sowie die nachfolgende Übertragung in die UniCredit SpA.

Der Abschluss der Abspaltung des CEE-Geschäfts der Bank Austria in die NewCo und sein Übertrag in die UniCredit seien Gegenstand der relevanten aufsichtsrechtlichen Genehmigungen. Es werde erwartet, dass diese Schritte gleichzeitig mit Wirkung vom 1. Oktober 2016 durchgeführt werden.

Das Reorganisationsprojekt verlaufe “plangemäß” und werde der Bank Austria erlauben, sich voll auf die Entwicklung des österreichischen Geschäfts zu fokussieren, basierend auf einer gestärkten Kapitalstruktur aufgrund der zugeschossenen Milliarde, hieß es in der Aussendung.

Die Bank Austria ist ohne das gewinnbringende Ost-Geschäft künftig auf ihr (im ersten Halbjahr verlustbringendes) Österreich-Geschäft zurückgeworfen. Sie verliert – ohne die frische Milliarde aus Italien – 8,2 Milliarden Euro anrechenbarer Eigenmittel und behält selbst 6,1 Milliarden. Das ergibt laut Spaltungsbilanz eine harte Kernkapitalquote von 11,63 Prozent, schrieb der “Standard” (Wochenendausgabe).

Von: apa

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