Bauernverband klagt über Schäden von 150 Mio. Euro

Unwetter in Italien – zwölf Tote und Schäden in Milliardenhöhe

Mittwoch, 31. Oktober 2018 | 15:05 Uhr

Nach den schweren Unwettern mit Starkregen und Sturmböen, die weite Teile Italiens betroffen haben, hat die Aufnahme der Schäden begonnen. Zwölf Todesopfer, Dutzende Verletzte und Sachschäden in Milliardenhöhe lautete am Mittwoch die vorläufige Bilanz der Schlechtwetterfront, die laut Experten am Wochenende das Land wieder schwer treffen könnte.

Kritisch war die Lage weiterhin im Norden. In Venetien und Trient galt vielerorts die höchste Unwetterwarnstufe. Mehrere Haushalte in der Dolomiten-Provinz Belluno waren auch am Mittwoch ohne Strom. 193 Personen, die seit Samstag am Stilfserjoch festsaßen, wurden vom Zivilschutz evakuiert. An Bord von drei Armee-Hubschraubern und mit Fahrzeugen der Feuerwehr konnten die Menschen den Pass in den Ortler-Alpen zwischen der Lombardei und Südtirol verlassen, berichteten italienische Medien. Unter den in Sicherheit gebrachten Personen waren Touristen und Hotelpersonal.

Wegen heftigen Schneefalls waren alle drei Zugangsstraßen zum Pass mit einer Höhe von 2.757 Meter tagelang unterbrochen. Das Stilfserjoch ist der höchste Gebirgspass in Italien und der zweithöchste asphaltierte Gebirgspass der Alpen. Es verbindet Bormio im Veltlin (Lombardei) mit Prad im Vinschgau (Südtirol). Im Raum von Sondrio kam es auch am Mittwoch zu einem Erdrutsch, fünf Häuser waren isoliert.

Der Präsident der Region Venetien, Luca Zaia, schätzte die Schäden in seiner Region auf eine Milliarde Euro. Besonders betroffen war der Raum von Belluno. Nach den Unwettern der vergangenen Tage, bei denen das Hochwasser in Venedig mit einer Höhe von 1,56 Meter über Normal einen der bisher höchsten Pegelstände erreicht hat, war die Markusbasilika am Mittwoch Besuchern wieder zugänglich. Im Eiltempo wurde der Dom gesäubert und wiedergeöffnet, nachdem der komplette Fußboden am Montag von Hochwasser überflutet worden war, berichteten lokale Medien.

Sämtliche Mosaike im Boden der berühmten Kirche waren unter Wasser gestanden, auch die Bronzetore der Kathedrale waren betroffen ebenso wie die Sockel der Marmorsäulen. “Das Klima hat sich geändert, Unwetter kommen immer häufiger vor. Wir müssen alles tun, um die Basilika zu schützen”, betonte der Prokurator des Doms, Carlo Alberto Tesserin, der für den baulichen Erhalt der Kirche verantwortlich ist.

Besonders schwierig war auch die Lage in Ligurien. Bis zu zehn Meter hohe Wellen brachen am Dienstag an der Küste der Riviera. Im renommierten Badeort, rund 30 Kilometer südöstlich von Genua, riss der Sturm Luxusjachten aus ihren Vertäuungen und ließ sie aufs Ufer krachen. Fast 200 Jachten wurden durch die bis zu zehn Meter hohen Wellen zerstört, darunter auch die “Suegno” im Besitz des Sohnes von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Der TV-Unternehmer Pier Silvio Berlusconi und seine Familie konnten die Badeortschaft Portofino am Mittwoch nur per Boot verlassen, da eine Zufahrtstraße zur Ortschaft schwerbeschädigt und nicht befahrbar war.

Der Bauernverband Coldiretti beklagte Schäden in der Landwirtschaft in Höhe von 150 Millionen Euro wegen der Unwetter der vergangenen Tage. Umweltschutzverbände riefen die Regierung in Rom zu entschiedenen Maßnahmen auf, um die Auswirkungen des Klimawandels auf Italien zu verringern.

Von: apa

Kommentare

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6 Kommentare auf "Unwetter in Italien – zwölf Tote und Schäden in Milliardenhöhe"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Brixbrix
Brixbrix
Tratscher
14 Tage 21 h

die Bauern wieder amol die erschtn wos jammern

So sig holt is
So sig holt is
Superredner
14 Tage 5 h

wirklich? der artikel isch so long und es bleib lei 1 sotz hängen, wo es wieder mol um die bauern geat?? als ob lei den einen sotz gsuacht hasch und in rescht gor nit glesen🙈🙈

Tabernakel
11 Tage 13 h

Ein Yachtbauer?

Bella Bionda
Bella Bionda
Grünschnabel
14 Tage 16 h

Bitte klärt mich auf: Der Mosaikboden (aus Stein), das Bronzetor und die Marmorsäule sowie ein Wandteppich sind nass geworden – ok – salzhaltiges Wasser – aber das Zeug trocknet wieder und die Luft alleine ist schon so salzhaltig, dass bei jedem Regen immer mal salzhaltiges Wasser irgendwohin kommt, oder? Drama? Ist ja nicht das erste mal, oder?
Mein Beileid an Fam. Berlusconi das sie nur mit dem Boot Portofino verlassen konnten und Papis Boot kaputt ging…

anonymous
anonymous
Superredner
13 Tage 21 h

Welch solch ein Boot hat ,kann es verkraften

Tabernakel
11 Tage 13 h

Schön für Dich.

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