Carabinieri ließen sich nicht täuschen

US-Bürger wollten Instrumente nach Österreich schmuggeln

Samstag, 29. Mai 2021 | 10:19 Uhr

Die Carabinieri haben beim Grenzübergang in Tarvis drei Lieferwagen mit 95 antiken Streichinstrumenten von unermesslichem Wert an Bord konfisziert. Sie sind Teil der größten Sammlung dieser Art weltweit, die im Besitz des verstorbenen kubanischen Künstlers José Vazquez stand. Zwei US-Bürger, Vazquez ́ Bruder und dessen Ehefrau, die die Streichinstrumente illegal nach Österreich einführen wollten, wurden angezeigt.

Die Carabinieri in Tarvis berichteten der APA, dass die Beschlagnahme nach Ermittlungen im Einklang mit den Sicherheitskräften aus Bologna erfolgt sei. Die Streichinstrumente befanden sich zusammen mit Gemälden, Partituren und anderen Gegenständen von hohem künstlerischem Wert in drei Lieferwagen eingepfercht. Die US-Bürger hatten keine Genehmigung seitens des Kulturministeriums in Rom zur Ausfuhr der Instrumente.

Die Lieferwagen waren von Bologna abgefahren und wurden auf der Autobahn A23 angehalten. An Bord befanden sich vier Personen. Die beiden US-Bürger wurden von der Staatsanwaltschaft Udine wegen versuchtem illegalem Export von Kulturgütern angezeigt. Konfisziert wurden Bratschen, Geigen, Cellos und andere Streichinstrumente aus der Zeit zwischen 1550 und 1780. An Bord wurden insgesamt 150 Gegenstände entdeckt, darunter eine antike chinesische Vase, vier Partituren und ein Ölgemälde mit Szenen von Musikanten aus dem 17. Jahrhundert.

Die beschlagnahmte Sammlung stand im Besitz des kubanischen Künstlers José Vazquez, der als Virtuose auf dem Gebiet der “Alten Musik” galt. Ab 1982 unterrichtete er als Professor für Viola da Gamba an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. In seiner Karriere hatte er mit Künstlern wie Riccardo Chailly und Franz Welser-Möst zusammengearbeitet.

Vazquez war im Alter von 70 Jahren im März am Coronavirus verstorben. Seit Jänner befand sich die Sammlung im Schloss Orsini-Odescalchi in Bracciano bei Rom, davor war sie im Museum San Colombano in Bologna und im Schloss von Duino in Triest ausgestellt.

Von: apa

Kommentare

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8 Kommentare auf "US-Bürger wollten Instrumente nach Österreich schmuggeln"


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PuggaNagga
14 Tage 2 h

Was hat hier der Staat sich einzumischen?
Die Instrumente waren im Besitz des Verstorbenen Musikers, der Erbe wird wahrscheinlich der Bruder sein. Etwas anderes geht hier nicht hervor, z.B. dass es Diebesgut wäre. Sonst kann ich mir schlecht vorstellen dass des Bruder hier „am Werk“ ist.
Warum darf der neue Besitzer nicht entscheiden wohin sein Eigentum befördert wird?
Andernfalls muss der Staat die Wertgegenstände den Erbe von Vaquez zum fairen Marktpreis abkaufen.
Wohin kommen wir wenn der Staat über Privateigentum entscheiden darf?

Tantemitzi
Tantemitzi
Universalgelehrter
13 Tage 20 h

Allerdings! ich lese in diesem Bericht nichts über die Besitzverhältnisse – wem gehört die Sammlung nach dem Tod von Josè Vazquez? hat sie sein Bruder vielleicht geerbt? dann darf er sie wohl hinbringen wo immer er es für richtig hält.

quilombo
quilombo
Tratscher
13 Tage 9 h

@Tantemitzi, es wird wohl so ähnlich sein, wie ich einen Baum mit über 30 cm Stammdurchmesser auch nicht ohne Genehmigung fällen darf, auch wenn er mir gehört.
Kunstschätze, auch private, gehören zum Kulturgut der Menschheit. Der Staat muß wissen wo sie sind. Wenn der Erbe seine Absicht die Instrumente auszuführen mitgeteilt hätte, wäre es wohl nicht zu diesem Eingriff gekommen.

Zugspitze947
12 Tage 23 h

quilombo: willst wohl eher sagen =Der STAAT willimmer kassieren auch wenn er KEIN RECHT dazu hat 🙁

olter
olter
Tratscher
14 Tage 2 h

Gut so

ahiga
ahiga
Superredner
13 Tage 16 h

wie kann man “gut so” schreiben, wenn soo viele fragen offen sind?
oder weisst du genaueres?
in italien wird alles beschlagnahmt..alles …

olter
olter
Tratscher
13 Tage 4 h

@ahiga solch wertvolle Sachen darf man net ausführen ohne das man es meldet. Erbe hin oder her

heris
heris
Grünschnabel
14 Tage 3 h

Oh du Freies Europa ??? da ist man doch nicht so Frei.Mit 10,000 und einen Euro ohne Deklaration  über die Grenze bist du schon ein Verbrecher.

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