Pell weist die Vorwürfe zurück

Vatikan-Finanzchef wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht

Dienstag, 01. Mai 2018 | 17:18 Uhr

Noch nie stand ein so ranghoher katholischer Geistlicher wegen Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs vor Gericht: Vatikan-Finanzchef George Pell wird in Australien der Prozess gemacht, wie Richterin Belinda Wallington am Dienstag in Melbourne entschied. Der 76-jährige Geistliche weist die Vorwürfe zurück und plädierte vor Gericht auf nicht schuldig, während sich der Vatikan zurückhaltend äußerte.

Der ranghohe Kurienkardinal muss sich in mehreren Anklagepunkten vor Gericht verantworten. Wallington hatte am Dienstag zunächst gesagt, Pell werde in mindestens einem Anklagepunkt der Prozess gemacht. Später sagte sie, es gebe genügend Beweise, um den Top-Berater von Papst Franziskus in “mehreren” Anklagepunkten vor Gericht zu stellen.

Einige der schwerwiegendsten Vorwürfe wurden unterdessen angesichts von Widersprüchen in der Beweislage fallengelassen, darunter ein mutmaßliches Vergehen in einem Kino in Ballarat im australischen Bundesstaat Victoria in den 70er-Jahren.

Richterin Wallington sagte vor Gericht, sie sei “zufrieden”, dass es genügend Beweise gebe, um dem früheren Erzbischof von Sydney und Melbourne den Prozess zu machen. Am Mittwoch soll es eine weitere Anhörung geben, bei der es auch um ein Datum für den Prozessbeginn gehen soll.

Pell ließ in einer Stellungnahme der Erzdiözese Sydney verlauten, er habe stets vollumfänglich mit den Behörden kooperiert. Zugleich beteuerte er nochmals seine Unschuld. Die Erzdiözese Melbourne erklärte, Erzbischof Denis Hart vertraue in die australische Justiz.

Der Vatikan erklärte in einer kurzen Stellungnahme, die Entscheidung der australischen Justiz zur Kenntnis genommen zu haben. Pell sei weiterhin von seinen Aufgaben freigestellt, um sich persönlich verteidigen zu können.

Die Anwältin Lisa Flynn, die in Australien bereits hunderte Missbrauchsopfer vertreten hat, sagte am Dienstag, die Gerichtsentscheidung zeige, dass niemand über dem Gesetz stehe. “Das ist ein vielversprechender Schritt nach vorne für die Opfer sexueller Übergriffe”, sagte sie.

Pell ist der bisher ranghöchste katholische Geistliche, der wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht steht. Der Kardinal soll sich vor Jahrzehnten sexueller Misshandlungen schuldig gemacht haben. Details zu den mutmaßlichen Vergehen wurden bisher nicht öffentlich. Es soll aber mehrere Kläger geben.

Der Australier ist die inoffizielle Nummer drei in der Hierarchie des Vatikans. Der ehemalige Erzbischof von Sydney und Melbourne war 2014 von Papst Franziskus zum Finanzchef des Kirchenstaates ernannt worden. Der Papst hat ihn vom Dienst freigestellt, damit er sich in seinem Heimatland den Vorwürfen stellen kann.

Die katholische Kirche wird bereits seit Jahren durch zahlreiche Missbrauchsfälle weltweit erschüttert. In Australien soll eine im Jahr 2012 nach jahrelangem Druck eingesetzte Kommission den Vorwürfen von weitverbreitetem Missbrauch in Kirchen, Waisenhäusern, Schulen und Jugendeinrichtungen auf den Grund gehen. Dafür befragte sie bisher tausende Missbrauchsopfer. Vor der Kommission hatte Pell in der Vergangenheit persönliche Fehler im Umgang mit Vorwürfen gegen katholische Priester in den 70er-Jahren eingeräumt.

Von: APA/dpa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

22 Kommentare auf "Vatikan-Finanzchef wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Marta
Marta
Universalgelehrter
19 Tage 14 h

Geschlechtsverkehr soll nur in der Ehe statt finden !!!

ersterdenkendonnreden
19 Tage 14 h

hahaha^^ i hoff mol des isch a witz Marta 🙂

Marta
Marta
Universalgelehrter
19 Tage 14 h

laut katholischen Glauben ist schon der Gedanke daran—-Sünde !!!!

Obelix
Obelix
Superredner
19 Tage 13 h

@Marta, dann sollen auch Priester endlich heiraten dürfen. Aber die katholische Kirche will anscheinend den Zölibat nicht abschaffen. Warum wohl? Priesterehen wären sicher nicht das Allheilmittel für alle Probleme der katholischen Kirche, aber ein Teil könnte gelöst werden.

KASPERLE
KASPERLE
Grünschnabel
19 Tage 13 h

Bittesehr, dann kannst gerne nach Saudi Arabien umziehen….
P.s. Burka nicht vergessen…

Marta
Marta
Universalgelehrter
19 Tage 12 h

@KASPERLE —-das hat man uns im Religionsunterricht beigebracht !!!

nachgedacht
nachgedacht
Grünschnabel
19 Tage 12 h

@Obelix
glab i wianiger… de gian jo meist af buam lous 🤔 also homoehe war bessr…😀

enkedu
enkedu
Kinig
19 Tage 8 h

@Marta Gonz ruhig Marta. Denk noamol noch. Willsch net drüber schlofn oder an Nochborn befragen? Telefonjocker?

Obelix
Obelix
Superredner
19 Tage 7 h

@nachgedacht, da würde ich sie jetzt nicht alle in einen Topf werfen.  

Waltraud
Waltraud
Superredner
19 Tage 13 h

Immer, wenn ich mich frage, ob es richtig war, der Kirche den Rücken zu kehren, lese ich von der nächsten Hiobsbotschaft und ich weiß, ja, es war richtig. Und ich muss immer wieder sagen, ja, ich glaube an Gott, aber nicht an die Kirche. Was machen diese Vertreter Gottes auf Erden, wenn sie mal vor ihrem Schöpfer stehen?

bergeistod
bergeistod
Tratscher
19 Tage 11 h

Bevorzugst du auch der Schule auch das homeschooling oder die Autodidaktik?

Tabernakel
19 Tage 7 h

@bergeistod

??

Obelix
Obelix
Superredner
19 Tage 7 h

@Waltraud, ein sehr weiser Mann, übrigens nicht einmal ein Katholik, sagte einmal: vertraue deinem Gott, aber hüte dich vor seinen Priestern.

bergeistod
bergeistod
Tratscher
19 Tage 12 h

Schwammige Beweislage, voreingenommene Richter, hochgepauschte Medien Augmerksamkeit… ob hier wohl nicht eher Image Krieg gegen die Kirche gemacht wird?

thomas
thomas
Universalgelehrter
19 Tage 17 h

peinlich peinlich peinlicher geht’s nicht

lenzibus
lenzibus
Grünschnabel
19 Tage 12 h

Jesus sagte liebet und vermehret euch!

Waltraud
Waltraud
Superredner
19 Tage 7 h

lenzibus

Und in der Bibel steht auch nichts davon, dass Priester nicht heiraten dürfen. Petrus hatte eine Schwiegermutter.

Marta
Marta
Universalgelehrter
19 Tage 7 h

@Waltraud und die hat er gehasst !!!

Marta
Marta
Universalgelehrter
19 Tage 15 h

du sollst nichts Unkeusches tun !!

Amadeus
Amadeus
Grünschnabel
18 Tage 7 h

Genau Marta, nur in der Ehe. Und schon vergessen? Vor nicht langer Zeit durfte man laut Katholischer Kirche nur zum Kinder machen Verkehr haben.
Ich lese viele Bücher und in jedem Buch finde ich den Autor. Doch bei der Bibel handelt es sich um zusammengetragene, durcheinander gewürfelte und hundert mal übersetzte und veränderte Texte. Deshalb finde ich die Bibel als ein schönes Märchenbuch. Aber auch in vielen Märchenbüchern  stecken Wahrheiten drin, so wohl auch in der Bibel.

honakoanonung
honakoanonung
Tratscher
19 Tage 4 h

Mal schauen ob sich der Papst noch dezidiert äußert.

wpDiscuz