Bestzeit für den Ferrari-Piloten

Vettel holte sich mit Rekordrunde in Ungarn Pole Position

Samstag, 29. Juli 2017 | 16:21 Uhr

WM-Leader Sebastian Vettel hat den Angriff seines Rivalen Lewis Hamilton am Samstag auf eindrucksvolle Weise abgewehrt. Der Ferrari-Star holte sich die Pole Position für den Grand Prix von Ungarn mit der schnellsten jemals auf dem Hungaroring gefahrenen Runde. Hamilton musste sich mit Rang vier begnügen. Er verpasste die Chance, mit der 68. Pole seiner Karriere den Allzeit-Rekord einzustellen.

Statt Hamiltons 68. wurde es Vettels 48. Pole Position, die erst zweite in dieser Saison. Zwischen den beiden WM-Favoriten positionierten sich deren finnische Teamkollegen Kimi Räikkönen und Valtteri Bottas. Ferrari brachte erstmals seit Monaco beide Autos in die erste Startreihe. Hinter den beiden Mercedes folgten die Red Bulls von Max Verstappen und Daniel Ricciardo, die auf bessere Ausgangspositionen gehofft hatten.

Ferrari dominierte das Qualifying aber deutlicher als erwartet. Das dürfte nicht nur der besonderen Streckencharakteristik mit den vielen langsamen Kurven, sondern auch der Hitze geschuldet sein. Mit den Reifentemperaturen kamen die Roten deutlich besser zurecht als Mercedes. “Ich mag diesen Kurs und bin glücklich, wo wir als Team stehen”, erklärte Vettel. “Wir haben aber noch nichts gewonnen.”

In Ermangelung guter Überholmöglichkeiten sind die beiden ersten Startplätze für Ferrari aber schon sehr viel wert. “Man muss hier in der ersten Reihe stehen, sonst kann man das Rennen nicht gewinnen”, meinte Mercedes-Aufsichtsrat Niki Lauda noch während des Qualifyings in einem ORF-Interview. Sein Teamchef Toto Wolff gab daher für das Rennen am Sonntag (14.00 Uhr) auch “Schadensbegrenzung” als Ziel aus.

“Hinter beiden Ferraris zu stehen, ist auf jeden Fall ein großer Nachteil”, sagte Wolff. Der Kurs komme Mercedes nicht entgegen. Dazu musste Hamilton im Quali-Finale seinen ersten Versuch abbrechen, nachdem er etwas zu weit abgetragen worden war. Der Engländer brachte sich damit um die Chance, nach Pole Positions mit Rekordmann Michael Schumacher gleichzuziehen.

Viel mehr geht es Hamilton aber um die WM-Führung. Nach seinem Heimsieg zuletzt in Silverstone liegt der Brite vor dem elften von 20 Saisonrennen nur noch einen Zähler hinter Vettel. Auch Stallgefährte Bottas ist mit 23 Zählern Rückstand noch in Schlagdistanz. “Es wurde zu viel geredet nach dem letzten Rennen”, erklärte Vettel nach seinem Ausfall in Großbritannien. “Es war gut, die Antwort auf der Strecke zu geben.”

Für Hamilton kam die Stärke der Ferraris in Ungarn alles andere als unerwartet. “Wir wussten, dass sie hier schnell sein werden. Wir haben noch das Beste herausgeholt. Man kann hier nicht überholen, also wird es wahrscheinlich ein Zug, außer wir können über die Strategie etwas machen.” Hamilton ist auf dem Hungaroring mit fünf Erfolgen Rekordsieger. 2009 triumphierte er vom vierten Startplatz aus.

Für Red Bull geht es von noch weiter hinten los. Dabei hatte der österreichisch-englische Rennstall nach den Bestzeiten von Ricciardo am Freitag gehofft, die Phalanx von Ferrari und Mercedes zu durchbrechen. Das gelang aber auch auf einem Kurs, auf dem die Motorleistung weniger Auswirkung hat als auf anderen Strecken, vorerst nicht. Wie in der WM-Wertung blieben die Bullen die dritte Kraft.

Die Geschichte des Tages schrieb Paul di Resta. Der Schotte sprang wegen einer Viruserkrankung von Felipe Massa kurzfristig im Williams ein. Di Resta hat seit 2013 keinen Grand Prix mehr bestritten. Den Williams-Boliden von 2017 fuhr der 31-Jährige im Qualifying überhaupt zum ersten Mal – und er war nicht einmal der Langsamste. Di Resta, eigentlich in der DTM aktiv, landete auf Platz 19 und ließ damit Sauber-Pilot Marcus Ericsson hinter sich.

Von: APA/sda