69-Jähriger erschießt Ehefrau und deren Tochter – VIDEO

Vor dem Trennungsurteil ermordet: „Ich überlasse ihr nicht die Villa“

Mittwoch, 15. Juni 2022 | 07:03 Uhr

Castelfranco Emilia – Nur wenige Tage nachdem in Vicenza zwei Frauen ermordet worden waren, sind in Italien erneut zwei Frauen, eine Mutter und ihre Tochter, Opfer eines brutalen Gewaltverbrechens geworden.

Einen Tag vor dem Trennungsurteil erschoss in Castelfranco Emilia bei Modena der 69-jährige Salvatore Montefusco seine 47-jährige Frau Gabriela Trandafir und deren 22-jährige Tochter Renata. Der 69-jährige Bauunternehmer fürchtete seiner Aussage nach, von der Frau und deren Tochter aus dem Haus geworfen zu werden. Renata hingegen hatte einer Freundin anvertraut, dass sie vor ihrem Stiefvater, der als herrschsüchtig und gewalttätig gilt, Angst gehabt habe. „Sie hat gesagt, dass er zu allem fähig sei“, so eine Freundin unter Tränen.

Es war am Montag kurz vor Mittag, als die Nachbarn einer großen Mehrfamilienvilla in Castelfranco Emilia bei Modena zuerst einige schrille Schreie und dann mehrere Schüsse hörten. Bei den Carabinieri von Castelfranco gingen sofort mehrere Anrufe ein. Kurz darauf erreichte sie auch ein Anruf aus einer Bar des Ortes. Der Mann am Telefon, der 69-jährige Salvatore Montefusco, gestand, dass er etwas Fürchterliches getan habe und er sich den Carabinieri stellen wolle. Salvatore Montefusco wurde von den Carabinieri sofort zur Kaserne gebracht. Dort gestand er die Ermordung seiner Ehefrau – die 47-jährige, ursprünglich aus Rumänien stammende Gabriela Trandafir – und deren 22-jähriger Tochter Renata. Während des langen Verhörs gab Montefusco zu, wiederholt zuerst auf Renata und dann auf Gabriela geschossen und dabei beide getötet zu haben.

Facebook/Gabriela Trandafir

Als die Carabinieri in die Villa eindrangen, fanden sie die Leichen der beiden Frauen. Von den Schüssen aus einer Schrotflinte mit abgesägtem Lauf getroffen waren die 47-Jährige und die 22-Jährige sofort tot gewesen.

Das Paar befand sich in Trennung. Für den Dienstag war der Termin der Verkündigung des gerichtlichen Trennungsurteils angesetzt. Gabriela und Renata sahen diesem Tag mit großer Furcht entgegen. Renata hatte einer Freundin anvertraut, dass sie vor dem Stiefvater, der von ihr als „böser Mann“ beschrieben worden war, große Angst gehabt habe. Der Gedanke, dass er am Tag des entscheidenden Gerichtstermins ihrer Mutter etwas Schlimmes antun könnte, habe sie sehr beunruhigt. „Sie hat gesagt, dass er zu allem fähig sei“, so die Freundin unter Tränen.

Laut ihrer Aussage hätte der 69-Jährige Gabriela im Haus festgehalten und ihr verboten, es ohne seine Begleitung zu verlassen. Salvatore Montefusco hingegen fürchtete laut seiner während des Verhörs gemachten Aussage nach, von der Frau und deren Tochter aus dem Haus geworfen zu werden. Der 69-Jährige wurde nach dem Verhör wegen Mordes festgenommen und in eine Haftanstalt überstellt.

Der Bauunternehmer Salvatore Montefusco ist für das Gesetz kein Unbekannter. Als in den 1990-er Jahren Mitglieder der Camorra versuchten, von den Bauunternehmern von Modena Schutzgeld zu erpressen, beugte er sich nicht und griff lieber zum Gewehr. Seine spätere Zusammenarbeit mit der Justiz brachte im Rahmen einer groß angelegten Polizeioperation nicht weniger als 16 Mitglieder des Organisierten Verbrechens hinter Gitter. Jahrzehntelang führte Salvatore Montefusco ein erfolgreiches Bauunternehmen. Auf die vielen Reihenhäuser, die seine Firma in der Umgebung von Modena gebaut hatte, war er sehr stolz.

Duplice femminicidio di Castelfranco, archiviate le denunce contro l'autore

Duplice femminicidio di Castelfranco, archiviate le denunce contro l'autoreGabriela Trandafir, la donna uccisa a Castelfranco Emilia assieme alla figlia ventiduenne Renata, aveva presentato diverse denunce per maltrattamenti nei confronti del marito Salvatore Montefusco. L'uomo ha confessato di essere l'autore del duplice femminicidio.L'inviata Maria Teresa Palamà per il Tg3 delle 14:20 del 14 giugno 2022

Posted by Tg3 on Tuesday, June 14, 2022

Das Privatleben des heute 69-Jährigen, der als sehr fleißig und tüchtig, aber auch als herrschsüchtig und barsch beschrieben wurde, war nicht minder turbulent. Gabriela Trandafir lernte er vor etwa zwei Jahrzehnten kennen. Noch während seiner ersten Ehe, aus der drei Söhne hervorgegangen waren, ging er mit Gabriela Trandafir ein Verhältnis ein. Als Gabriela Trandafir ihm einige Jahre später einen Sohn gebar, beschloss er, die Beziehung offiziell zu machen. Gabrielas Tochter aus einer vergangenen Beziehung, Renata, nahm er praktisch als eigene Tochter an.

Zugleich baute er in Castelfranco Emilia eine große Villa, die er seinen Kindern überschrieb. Er selbst behielt für sich nur den Fruchtgenuss auf das Anwesen. Allerdings fuhr er jahrelang fort, zwischen dem Haus, wo seine alte Familie wohnte, und der Villa in Castelfranco, hin und her zu pendeln. Erst vor zwei Jahren trennte sich Salvatore Montefusco von seiner ersten Frau und heiratete Gabriela Trandafir.

Facebook/Gabriela Trandafir

Das Glück hielt aber nicht lange. Nachbarn berichteten von heftigen Streitigkeiten, die mehrere Male die Ordnungskräfte zum Einschreiten zwangen. Die 47-Jährige zeigte ihren Mann wegen wiederholter Misshandlungen, Verfolgungen und Drohungen bei den Carabinieri an. Schließlich verlangte sie die Trennung, die aber von Salvatore Montefusco abgelehnt wurde. Salvatore Montefusco fürchtete, von der Frau und deren Tochter aus dem Haus geworfen zu werden. „Ich überlasse ihr nicht die Villa“, beklagte sich der 69-Jährige in der Bar über seine Frau.

Ohne das Urteil des Gerichts abwarten zu wollen, dürfte in Salvatore Montefusco der fürchterliche Entschluss gereift sein, genauso wie damals zum Gewehr zu greifen. „Sie haben zu mir ‚Hau jetzt ab‘, gesagt und ich habe das Gewehr genommen und geschossen“, so der 69-Jährige während des Verhörs gegenüber den Carabinieri. Renata, die erst vor Kurzem ihren Geburtstag gefeiert hatte, durfte nur 22 Jahre alt werden.

Von: ka

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4 Kommentare auf "Vor dem Trennungsurteil ermordet: „Ich überlasse ihr nicht die Villa“"


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ieztuets
ieztuets
Tratscher
13 Tage 19 h

Na des isch der Wahnsinn, man mueß feststelln, dass in den Stieflstoot gonz aus isch… man woaß jo wenn
a sou uener mitn Egotemperament a Frau unbaggert, hott sie kuene Chance
mehr… und wenn sie ihn verlosst isch die Gfohr groaß, dass er total
obscholtet, uenfoch lei Schock ohne Worte!!!

Hustinettenbaer
13 Tage 15 h

“Überlasse ihr nicht die Villa” 🥴. 
Wenn er nicht will, dass das Haus der Beinahe-Ex gehört, spendiere ich den Frauen einen Urlaub. Und in ihrer Abwesenheit mache ich die Bude ratzfatz mit dem Bagger platt.

Reitiatz
Reitiatz
Universalgelehrter
13 Tage 16 h

Ih verstea lei nit wenn oaner asou böse isch, dass man nou ba sou an mensch wohnt. R. I. F.

Zugspitze947
12 Tage 17 h

Unglaublich………… Den Angehörigen viel Kraft 😢👌

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